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Foto-Aktion "heimliche Untermieter"

Wer ist Ihr heimlicher Untermieter? – Foto-Aktion rückt tierische Lebensräume in den Fokus

Viele Menschen verbinden den Begriff Naturschutz vor allem mit Wäldern, Wiesen oder Flüssen. Tatsächlich finden sich jedoch auch im direkten Wohnumfeld zahlreiche Lebensstätten wildlebender Tiere. Um auf diese häufig übersehenen Lebensräume aufmerksam zu machen, startet die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Marburg-Biedenkopf die Foto-Aktion "heimliche Untermieter".

Gewinnerfotos Frühjahr/Sommer 2026

Die ausgewählten Motive Frühjahr/Sommer 2026 stehen fest!

Feldwespen sind wichtige Bestäuber und vertilgen Unmengen an Mücken, Fliegen und Garten-Schädlingen.

Feldwespe (Polistes spec.) - Holger Sohl

Feldwespen (Polistes spec.) gehören zur Familie der Faltenwespen, denn wenn sie ruhen, falten sich ihre Vorderflügel zweimal in Längsrichtung. Im Gegensatz zu manchen anderen Wespenarten bauen sie ihre Nester meist an geschützten, gut verborgenen Stellen, zum Beispiel unter Dachvorsprüngen, in Schuppen, Nischen oder Hohlräumen. Ihre Nester bestehen aus einer papierartigen Masse, die die Tiere aus zerkautem Holz und Pflanzenteilen herstellen. Durch diese papierartigen Nester erhielten Sie auch den Beinamen „Papierwespe“.

Feldwespen sind an ihrem schlanken Körper, den langen Beinen und den auffällig herabhängenden Hinterbeinen im Flug zu erkennen. Sie ernähren sich vor allem von Nektar aber während der Aufzucht ihrer Larven sind sie auch geschickte Insektenjägerinnen. Dadurch sind Feldwespen wichtige Bestäuber und helfen außerdem dabei, andere Insekten zu regulieren. Gegenüber Menschen sind sie ausgesprochen friedfertig. Im Winter sterben die meisten Tiere eines Volkes; nur begattete Jungköniginnen überwintern und gründen im Frühjahr neue Nester. Wer der Feldwespe einen Platz an der Sonne überlässt, leistet einen wertvollen Beitrag zum Schutz der heimischen Artenvielfalt.


Naturnahe Gärten mit Hecken, Beerensträuchern und vielfältiger Struktur bieten unseren heimischen Singvögeln sichere Brutplätze.

Singvogel-Nestlinge - Esther Aillaud

Singvögel wie z. B. Grasmücken, Meisen und Finken sind typische Bewohner unserer Siedlungsbereiche. Viele Arten haben sich an die Nähe des Menschen angepasst und nutzen Gärten als wichtigen Lebensraum. Hecken, Sträucher und Bäume bieten ihnen geeignete Brutplätze und Schutz, während Samen, Beeren und Insekten als Nahrung dienen. Damit leisten Singvögel einen wichtigen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht im Garten, indem sie unter anderem zahlreiche Insekten und deren Larven fressen und zur Verbreitung von Pflanzensamen beitragen.

Doch der Lebensraum Garten wird für viele Singvögel zunehmend schwieriger. Versiegelte Flächen, kurz geschnittene Rasenflächen, fehlende Gehölze und der Einsatz von Pestiziden verringern das Nahrungsangebot und geeignete Brutplätze. Auch freilaufende Katzen, spiegelnde Glasflächen und der zunehmende Verlust naturnaher Flächen können für Vögel zur Gefahr werden.

Zum Schutz der Singvögel lassen Sie im Garten heimische Sträucher und Hecken wachsen, verzichten Sie auf chemische Pflanzenschutzmittel und schaffen Sie möglichst vielfältige, naturnahe Bereiche. Mit Beerensträuchern, Samenpflanzen und blütenreichen Flächen können Sie das natürliche Nahrungsangebot fördern und Singvögeln einen sicheren Lebensraum bieten.


Springspinnen sind mit ihren gigantischen Hauptaugen unsere heimlichen Superhelden in unseren Gärten.

Springspinne (Salticidae) - Nicole Mink

Springspinnen (Salticidae) gehören zu den faszinierendsten und nützlichsten Bewohnern unserer heimischen Ökosysteme. Obwohl sie nur einige Millimeter groß sind, erfüllen sie eine tragende Rolle im Naturhaushalt. Springspinnen bauen keine Fangnetze, sondern sie lauern ihrer Beute auf und springen sie mit enormer Präzision an. Dabei vertilgen sie eine Vielzahl potenzieller Pflanzenschädlinge wie Blattläuse und Mücken.

Ihre zwei großen Hauptaugen ermöglichen dreidimensionales Sehen und eine detailreiche Wahrnehmung ihrer Umwelt.

Durch den Erhalt von Blühstreifen, liegengelassenem Totholz und den Verzicht auf chemische Pestizide schaffen Sie wertvollen Lebensraum für diese nützlichen Achtbeiner. 


Sonnige Steinhaufen, Trockenmauern und naturnahe Gärten bieten der Zauneidechse wertvolle Sonnenplätze.

Zauneidechse (Lacerta agilis) - Gerhard Wagner

Die Zauneidechse (Lacerta agilis) ist eine typische Bewohnerin sonniger, strukturreicher Lebensräume. Sie findet sich an Waldrändern, Böschungen, Trockenmauern und auf Brachen, aber auch in naturnahen Gärten. Besonders gerne nutzt sie warme, sonnenexponierte Plätze wie Steinhaufen, Mauern oder Holzstapel zum Aufwärmen. Zwischen dichtem Bewuchs findet sie Schutz vor Fressfeinden und ausreichend Nahrung, die vor allem aus Insekten, Spinnen und anderen kleinen wirbellosen Tieren besteht.

Für die Zauneidechse wird es zunehmend schwieriger, geeignete Lebensräume zu finden. Versiegelte Flächen, dicht bewachsene oder intensiv gepflegte Gärten und das Entfernen von Trockenmauern, Totholz und Steinhaufen nehmen ihr wichtige Verstecke und Sonnenplätze. Wer im Garten sonnige, ungestörte Bereiche mit Steinen, Totholz, Sand und heimischen Pflanzen erhält oder neu schafft, bietet der Zauneidechse wertvollen Lebensraum und trägt zum Schutz dieser faszinierenden aber gefährdeten heimischen Reptilienart bei.


Der Uhu ist die größte Eulenart in Europa.

Uhu (Bubo bubo) - Hartmut Möller

Der Uhu (Bubo bubo) ist Europas größte Eulenart. Ursprünglich ein reiner Bewohner der unberührten Mittelgebirge und Felslandschaften, schätzt der Uhu zunehmend die Vorzüge des urbanen Raums und etabliert sich als sogenannter Kulturfolger. Da Uhus keine eigenen Nester bauen, nutzen sie im Siedlungsraum hohe, menschengemachte Strukturen als Ersatz für ihre natürlichen Brutwände. Er ernährt sich in Städten und Dörfern zum großen Teil von Ratten, Mäusen, Kaninchen und Stadttauben. Auf diese Weise reguliert er Beutepopulationen ganz natürlich und trägt zu einem stabilen urbanen Ökosystem bei.

Obwohl urbane Uhus eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit zeigen, ist ihr Leben in der Stadt gefährlich. Die häufigsten Todesursachen sind der Straßenverkehr, Kollisionen mit Stromleitungen sowie sekundäre Vergiftungen durch die Aufnahme von Nagetieren, die mit Rattengift bekämpft wurden.

Zum Schutz des Uhus verzichten Sie im eigenen Garten auf den Einsatz von chemischen Nagetiergiften, um die Nahrungskette giftfrei zu halten und vermeiden Sie in der Nähe bekannter Reviere Freizeitaktivitäten.


Die Erdkröte ist ein treuer Gartenbewohner.

Erdkröte (Bufo bufo) - Ulrike Fischer

Die Erdkröte (Bufo bufo) gehört zu den am häufigsten vorkommenden Amphibien in Deutschland und ist dennoch stark bedroht. In unseren heimischen Gärten leisten sie einen unschätzbaren Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht. Als eifrige Insekten- und Schneckenjägerin reguliert sie Schädlingspopulationen auf ganz natürliche Weise.

Da Erdkröten einen Großteil des Jahres an Land verbringen und sehr ortstreu sind, ist der Schutz ihrer Lebensräume direkt vor unserer Haustür entscheidend. Durch die zunehmende Zersiedelung, den Straßenverkehr auf dem Weg zu den Laichgewässern und „ordnungsliebende“ Gärten schrumpfen ihre Rückzugsorte drastisch.

Schaffen Sie in Ihrem Garten naturnahe Zonen mit Laub- und Steinhaufen, verzichten Sie auf Gifte und sichern Sie potenzielle Fallen wie Lichtschächte oder Stufen ab. 


Mauerbienen sind friedfertige Wildbienen, die bereits im Frühjahr aktiv werden und dabei auch gerne unsere Obstbäume besuchen.

Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) - Annette Schriever

Die Mauerbienen (Osmia spec.) gehören zu den Wildbienen und sind häufige, aber meist unauffällige Bewohner unserer Gärten. Ihren Namen verdanken sie ihrer Vorliebe für kleine Hohlräume in Mauern, Steinhaufen, Totholz oder künstlichen Nisthilfen. Anders als Honigbienen leben Mauerbienen überwiegend solitär: Jedes Weibchen baut und versorgt seine eigenen Brutzellen und legt dort jeweils ein Ei auf einen Vorrat aus Pollen und Nektar. Für den Nestbau nutzen sie feuchten Lehm oder Erde, mit dem sie die einzelnen Brutzellen sorgfältig verschließen.

Mauerbienen sind bereits im zeitigen Frühjahr aktiv und gehören damit zu den ersten wichtigen Bestäubern des Jahres. Gegenüber Menschen sind Mauerbienen ausgesprochen friedfertig, da die Weibchen kaum Gebrauch von ihrem weichen Stachel machen und die Männchen wie alle männlichen Hautflügler überhaupt keinen besitzen.

Zum Schutz der Mauerbiene helfen sonnige, ungestörte Bereiche mit heimischen Blühpflanzen und geeigneten Nistmöglichkeiten. Wer Totholz, Lehmstellen und natürliche Hohlräume im Garten erhält und auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet, schafft wertvolle Lebensräume und unterstützt damit eine wichtige Bestäuberin unserer heimischen Pflanzenwelt.


Der Hirschkäfer zählt zu den größten Käfern in Mitteleuropa.

Hirschkäfer (Lucanus cervus) - Nina Zitzer

Der Hirschkäfer (Lucanus cervus) gilt als die imposanteste und größte heimische Käferart.

Die Larven des Hirschkäfers verbringen den Großteil ihres Lebens (bis zu acht Jahre) im Verborgenen unter der Erde. Sie ernähren sich von zersetztem Holz und leisten damit einen fundamentalen Beitrag zur Humusbildung und zur Verjüngung des Bodens. Da die Art auf alte, wärmebegünstigte Laubholzbestände – insbesondere Eichen – angewiesen ist, zeigt ihr Vorkommen direkt die ökologische Wertigkeit eines Raumes an. Zunehmend weichen Hirschkäfer aus den intensiv genutzten Wirtschaftswäldern in unsere Gärten, Parks und Friedhöfe aus. Ein naturnah gestalteter Garten mit alten Baumstümpfen und Totholzecken wird so schnell zum wertvollen Ersatzlebensraum.

Aufgrund des fortschreitenden Verlusts an Altholzstrukturen ist der Hirschkäfer stark gefährdet. 


Der Turmfalke ist ein geschickter Jäger.

Turmfalke (Falco tinnunculus) - Ingo Winterstein

Der Turmfalke (Falco tinnunculus) gehört zu den häufigsten Greifvögeln Deutschlands und hat sich bemerkenswert gut an die Nähe des Menschen angepasst. Seinen Namen verdankt er seiner Vorliebe für hohe Brutplätze an Kirchtürmen, Scheunen, alten Gebäuden und anderen erhöhten Strukturen. Da Turmfalken keine eigenen Nester bauen, nutzen sie vorhandene Nischen, Mauervorsprünge und alte Nester anderer Vögel als Brutplatz. Auch spezielle Nistkästen werden gerne angenommen.

Besonders auffällig ist der Turmfalke bei seiner Jagd: Mit schnellem Flügelschlag bleibt er scheinbar in der Luft stehen und hält nach Beute Ausschau – das sogenannte „Rütteln“. Auf seinem Speiseplan stehen vor allem Mäuse und andere kleine Säugetiere, aber auch größere Insekten und gelegentlich kleine Vögel. Damit trägt der Turmfalke auf natürliche Weise dazu bei, die Bestände von Nagetieren zu regulieren.

Für den Turmfalken sind geeignete Brutplätze und ein ausreichendes Nahrungsangebot entscheidend. Wer auf den Einsatz von Gift gegen Nagetiere verzichtet, naturnahe Bereiche mit Wiesen und Säumen erhält und geeignete Nistmöglichkeiten schafft, kann den Turmfalken auch im Siedlungsraum unterstützen. Besonders wichtig ist es, bekannte Brutplätze während der Aufzuchtzeit möglichst ungestört zu lassen.


Ein Garten voller Wildblumen ist ein gedeckter Tisch für Schmetterlinge. Mit Wilder Möhre, Dill und Fenchel wird er zum Zuhause für den Schwalbenschwanz.

Schwalbenschwanz (Papilio machaon) - Norbert Damm

Schmetterlinge gehören zu den auffälligsten Bewohnern unserer Gärten und sind besonders an sonnigen Tagen auf Blüten und Wiesen zu beobachten. Sie benötigen nicht nur Nektar als Nahrung, sondern auch geeignete Pflanzen für ihre Raupen. Naturnahe Gärten mit heimischen Wildblumen, Kräutern, Gräsern und abwechslungsreichen Strukturen bieten deshalb wertvolle Lebensräume.

Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) ist einer der größten und auffälligsten heimischen Tagfalter. Seine gelb-schwarzen Flügel mit den charakteristischen „Schwänzchen“ machen ihn unverwechselbar. Seine Raupen leben unter anderem an Wilder Möhre, Dill und Fenchel. Sonnige Blühflächen, geeignete Futterpflanzen und ein Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel helfen dabei, den Schwalbenschwanz und viele andere Schmetterlingsarten im Garten zu fördern.

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