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AGZ

Die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete (AGZ) ist ein Förderinstrument zum Erhalt der flächendeckenden Landwirtschaft auch in den sogenannten benachteiligten Gebieten und wurde aus dem Bergbauernprogramm der EWG entwickelt.

Ziel der Förderung ist die Aufrechterhaltung der landwirtschaftlichen Flächennutzung in aus erheblich naturbedingten Gründen benachteiligte Gebiete („benachteiligte Gebiete“).

Die Offenhaltung dieser landwirtschaftlichen Flächen trägt zum Erhalt einer vielgestaltigen und für Hessen typischen Kulturlandschaft bei. Damit sollen auch günstige Wirkungen für die biologische Vielfalt sowie für den Klima- und Umweltschutz erzielt werden. Das trifft insbesondere für die landschaftsprägenden, für eine intensive Nutzung weniger geeigneten Grünlandstandorte in den Mittelgebirgslagen zu.

Der Schwerpunkt der Förderung liegt dabei auf der Unterstützung von grünland- und futterbaubetonten Bewirtschaftungsverfahren.

In aus erheblich naturbedingten Gründen benachteiligten Gebieten wird die Ausgleichszulage jährlich auf Antrag gewährt, sofern in dieser Teilmaßnahme eine ermittelte förderfähige Fläche von mindestens 3 ha je Zuwendungsempfänger bewirtschaftet wird.

Ab 2019 findet die „Neuausrichtung“ der AGZ statt. Dies bedeutet, dass die einzelnen Gemarkungen nach biophysikalischen Kriterien, die sich auf wissenschaftlich fundierte Ergebnisse stützen, neu bewertet und eingestuft wurden.

Von den bis einschließlich 2018 als benachteiligt eingestuften 122 Gemarkungen des Landkreises Marburg-Biedenkopf sind 49 Gemarkungen herausgefallen und 3 Gemarkungen neu hinzugekommen (Ilschhausen, Ockershausen und Caldern).

Im Ergebnis bleiben 76 Gemarkungen als benachteiligtes Gebiet eingestuft.

Die 49 Gemarkungen, die aus der Förderkulisse herausgefallen sind gelten übergangsweise für die Jahre 2019 und 2020 als „Phasing-out-Gebiete“, also Auslaufgebiete.

Hier wird in 2019 ein Fixbetrag gewährt, der zwischen 25,- € und 49,- € und für 2020 letztlich einheitlich 25,- € beträgt.

Die Höhe der Zuwendung für die aus erheblich naturbedingten Gründen benachteiligten Gebiete ist gestaffelt nach der Höhe der EMZ (Ertragsmeßzahl) und zusätzlich differenziert nach dem Anteil der Hauptfutterfläche an der LF (landwirtschaftlichen Nutzfläche) des Betriebs.

Die EMZ drückt die natürliche Ertragsfähigkeit einer bodengeschätzten Fläche aus.

Die konkreten Beihilfehöhen sind in folgender Tabelle aufgeführt:

EMZ im Betrieb Anteil Hauptfutterfläche < 50 % Anteil Hauptfutterfläche >= 50 %
< 25 60 € bis 90 € / ha 120 € bis 180 € / ha
25 bis < 30 30 € bis 60 € / ha 90 € bis 120 € / ha
>= 30 30 € / ha (nur HFF) 40 € bis 90 € / ha (nur HFF)

Ist die EMZ >= 30,00, so erhält dieser Betrieb nur Zuwendungen für die Hauptfutterfläche.

Nachfolgend zwei Übersichten für den Landkreis Marburg-Biedenkopf:

Übersicht 1 zeigt die Aufteilung zwischen den benachteiligten Gemarkungen und den Phasing-out-Gemarkungen.
Übersicht 2 zeigt die benachteiligten Gemarkungen unterschieden nach EMZ <30 und EMZ >=30.

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