Gefördert wird es durch die Krankenkassen und Krankenkassenverbände des Landes Hessen nach § 20a SGB V im Rahmen ihrer Aufgaben zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten.
Für das Modellprojekt wurden sechs dezentrale Kommunen ausgewählt: Bad Endbach, Biedenkopf, Neustadt (Hessen), Kirchhain, Rauschenberg und Stadtallendorf. Anhand von Sozialstrukturdaten war in diesen Kommunen ein Bedarf an Gesundheitsförderung insbesondere für Gruppen wie Migrant*innen, Alleinerziehende und ältere Menschen erwartbar.
Umsetzung
Eine wesentliche Rolle spielt die Fachkraft für die kommunale Präventionsberatung im Gesundheitsamt. Sie unterstützt den Aufbau von Strukturen vor Ort und die Koordination gesundheitsfördernder Maßnahmen. Die Arbeitsweise der Präventionsberatung folgt einem Handlungszyklus: Analyse der kommunalen Ausgangslage, gemeinsame Planung, Umsetzung passgenauer Maßnahmen, kontinuierliche Reflexion und langfristige Verankerung. Dabei verbindet Präventionsberatung gesundheitswissenschaftliche Expertise mit Verwaltungswissen und lokaler Lebensweltorientierung.
Zur strategischen Ausrichtung werden in den Kommunen entsprechende Steuerungsgruppen eingerichtet. In diesen sind Bürgermeister*in, eine Ansprechperson aus der Verwaltung (z. B. die Leitung eines Familienzentrums) und die Präventionsberaterin vertreten. Üblicherweise wird der Schwerpunkt auf eine der Lebensphasen gelegt: Gesund Aufwachsen, Gesund Bleiben oder Gesund Altern. Um konkrete gesundheitsfördernde Maßnahmen abzustimmen und umzusetzen, kommen dann weitere örtliche Akteure etwa aus Bildungseinrichtungen oder Vereinen hinzu. Ein Beispiel hierfür ist der „Runde Tisch Kinder- und Jugendgesundheit“ in Rauschenberg.
Evaluation
Das Modellprojekt wird wissenschaftlich begleitet, um Erfolgsfaktoren und Herausforderungen zu analysieren und den Ansatz weiterzuentwickeln. Erste Projektergebnisse zeigen, dass insbesondere der partizipative und strukturbildende Ansatz vor Ort entscheidend zum Erfolg der Präventionsberatung beiträgt. Prävention und Gesundheitsförderung werden als Querschnittsthema in den Kommunen verankert. Im Herbst 2026 wird eine Handreichung veröffentlicht, die auf den gewonnenen Erkenntnissen fußt. Diese kann Kommunen helfen, sich der Gesundheitsförderung und Prävention als Aufgabenfeld zu nähern, den Prozess vor Ort anzustoßen und nachhaltige Formate zu etablieren.
Letzte Änderung: 20.4.2026