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Kunsttage Marburg-Biedenkopf

Preisträgerinnen und Preisträger der Kunsttage wurden bekanntgegeben

Stephanie Göbeler-Scheuer erhielt den Kunsttage-Jurypreis und Janik Isenberg den Publikumspreis

Mit der Finissage endeten die erfolgreichen Kunsttage Marburg-Biedenkopf mit 81 ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern, die insgesamt 120 unterschiedlichste Arbeiten zeigte. Der ehemalige EDEKA-Supermarkt in der Rosenstraße in Marburg konnte angemietet und für die Ausstellung hergerichtet werden. Dank der Sponsoren Sparkasse Marburg-Biedenkopf, der Alfred Pracht Lichttechnik GmbH, der EAM sowie der Unterstützung durch die Universitätsstadt Marburg konnten die 13. Kunsttage dort realisiert werden.

Im Rahmen der Finissage der diesjährigen Kunsttage Marburg-Biedenkopf wurden abschließend die Preisträgerinnen und Preisträger bekanntgegeben. 

Der mit 1.000 Euro dotierte Kunsttage-Jurypreis wurde Stephanie Göbeler-Scheuer aus Rauschenberg-Albshausen zuerkannt. Die Jury zeigte sich dabei von dieser Arbeit sehr beeindruckt. Sie habe das Motto „Reichweite“ aus Sicht der Jury mit dem Papierflieger aus Ton perfekt getroffen. Die Arbeit sei auf ihre Weise simpel und ganz leicht zu verstehen. Das dynamische Kunstwerk bringe zudem eine große Leichtigkeit mit und zeige, dass die Umsetzung eine sehr große technische Herausforderung war. Diese filigrane, aus Ton entstandene Arbeit hat sozusagen Ton in Papier übersetzt, was in der Umsetzung eine enorm schwierige Aufgabe sei. Göbeler-Scheuer setzt sich bereits seit ihrer Jugend mit dem Material Ton auseinander und hat es hier geschafft, die Arbeit so leicht aussehen zu lassen. Auf dem Papierflieger steht „Wünsch dir was“. Und dann muss man den vermeintlichen Papierflieger nur noch absenden…

Bei ihren Arbeiten aus Ton, bringt sie das Material gerne an seine Grenzen, die Kunstwerke sollen unauffällig detailliert sein, so die Künstlerin. Nebenberuflich hat sie Kunstgeschichte, Grafik und Malerei an der Philipps Universität-Marburg studiert und unter anderem bei Prof. Günter Schäfer, Prof. Helmi Ohlhagen und Eckhard Kremers ihre künstlerische Ausbildung erfahren. Fünf Mal hat sie schon an den Kunsttagen sowie zusätzlich an weiteren Ausstellungen teilgenommen. Sie ist Mitglied im Förderkreis Bildende Kunst der Philipps Universität-Marburg.

Landrat Jens Womelsdorf gratulierte der Preisträgerin, überreichte eine Urkunde und erläuterte, dass das Geld für diesen Preis aus den Bewerbungs-Gebühren stamme und somit bei den Künstlerinnen und Künstler verbleibe. Auch die Jury gratulierte und verwies darauf, dass sie sich schließlich mit ihrem Kunstwerk gegen 119 andere Kunstwerke von 80 weiteren Künstlerinnen und Künstlern durchgesetzt habe. Insgesamt gab es 125 Bewerbungen, von denen es schließlich 81 in die Ausstellung schafften.

Auch ein Publikumspreis der Kunsttage wurde vergeben, das heißt, jeder Ausstellungsgast erhielt ein Kärtchen, auf dem er das für sich beste Kunstwerk aufschreiben konnte. In einer knappen Entscheidung hatte am Ende Janik Isenberg mit einer fotorealistischen Darstellung ohne Titel die meisten Stimmen erhalten und den mit 500 Euro dotierten Publikumspreis samt Urkunde von Landrat Womelsdorf erhalten. „Man muss schon genau hinsehen, um zu erkennen, dass bei dieser - bis ins kleinste Detail gehenden Arbeit - gemalt wurde und es sich nicht um ein Foto handelt“, so der Landrat.

Ebenfalls ganz vorne in der Publikumsgunst waren die Arbeiten „Erde“ von Kolja Dibowski, das Gemälde „WLAN vorhanden 1“ von Lies Kruschwitz und das Lichtkunstobjekt „Souplesse“ von Martin Weinreich.

Für die Jury erläuterte Laura Haber die Vergabe des Nachwuchsförderpreises der Kunsttage Marburg-Biedenkopf für das Kunstwerk „Fernweh“ an Cathleen Jennemann. Es sei der Malerin gelungen, eine Stimmung im Zug wiederzugeben, die Ruhe ausstrahle und – vielleicht etwas verwundernd – keine Person offensichtlich mit Handynutzung zeigt. Cathleen Jennemann hab es geschafft, mit dieser Arbeit entsprechend dem Motto „Reichweite“ Emotionen so wiederzugeben, so dass sich Betrachtende dort leicht wiederfinden könnten.

Die Jury hatte aus den 120 Kunstwerken den Kunsttage-Jurypreis ausgewählt. Eigentlich gibt es nur einen Kunsttage-Jurypreis, die Jury hat aber auch einen undotierten zweiten und dritten Preis vergeben, weil es so schwer war, aus der Vielzahl guter Arbeiten auszuwählen.

Laura Haber führte zudem aus, warum die Jury dem bereits in der Publikumsgunst an zweiter Stelle liegenden Gemälde „WLAN vorhanden 1“ von Lies Kruschwitz den zweiten Platz beim Kunsttage-Jurypreis zuerkannt hat. Es ist ein Gemälde, so die Jury, dass zeitgemäß ist und eine Stimmungslage wiedergebe, wie man sie heutzutage des Öfteren zu sehen bekomme und den Nerv der Zeit treffe. Das Bild ist figurativ und dennoch auch abstrakt gemalt. Es habe etwas Sinnliches und Sensibles und stelle gleichzeitig Einsamkeit und Zusammensein dar. Das allzeit präsente Smartphone spiele dabei eine Hauptrolle. Auch hier sei das Motto „Reichweite“ bestens getroffen, was demnach auch das Publikum so empfand.

Schließlich gab es auch einen dritten Preis beim Kunsttage-Jurypreis. Diesen erhielt Alfred Junker für seine Fotografie „Licht“, aufgenommen in der blauen Stunde in Kalabrien. Dr. Markus Morr erläuterte für die Jury, warum dieses Foto gegenüber anderen Fotos knapp vorne lag. Die Jury hob demnach den Bildaufbau, aber auch die Schlichtheit des Fotos hervor. Das Bild habe fast etwas Abstraktes. Es strahle Ruhe aus und enthalte grafische Elemente und bei genauerem Hinsehen würden Textur und Details immer sichtbarer und man fühle sich in das Foto und die dortigen Strukturen regelrecht reingezogen. Ein Foto, bei dem aufgrund des hohen Dunkelanteils der Eindruck entstehe, dass eine Lampe ohne Leuchte eigenständig leuchte. Dabei ist die eigentliche Lichtquelle gar nicht zu sehen. Das Motto sei wegen der Reichweite des Lichts sehr gut getroffen.

Martin Esters vom Fast Forward Theatre Marburg hatte während der Finissage das Publikum mit seiner Wortkunst beschäftigt und aus den Zurufen des Publikums mehrere kurze Geschichten improvisiert, die bestens ankamen.

Abschließend dankte Landrat Jens Womelsdorf allen, die an der Realisierung der 13. Kunsttage Marburg-Biedenkopf beigetragen haben.

Demnächst werden auf den Kulturseiten des Landkreises unter www.kultur-info-netz.de und dann unter Kunsttage sowohl eine Bildergalerie, als auch die ausgezeichneten Kunstwerke sowie die Eintragungen im Gästebuch zu sehen sein.

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