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Q-Fieber

Q-Fieber ist eine praktisch weltweit verbreitete Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Coxiella burnetii verursacht wird

Wie erfolgt die Infektion?

Der Mensch infiziert sich fast ausschließlich durch Inhalation infizierter Stäube (z. B. ausgehend von eingetrockneten Ausscheidungen erkrankter Tiere), seltener durch direkten Kontakt zu infizierten Tieren oder andere Wege (s. hierzu auch Textblock „Q-Fieber“ weiter unten). Bevorzugtes Reservoir des Q-Fieber-Erregers sind Paarhufer (Schafe, Ziegen, Rinder). Allerdings können auch Haus- und Wildtiere sowie Vögel infiziert sein. Ein besonders hohes Infektionsrisiko geht von Mutterkuchen (Plazenta), Fruchtwasser und Neugeborenen infizierter Tiere aus. Grundsätzlich kann sich jeder Mensch infizieren, insbesondere bei räumlicher Nähe zu Paarhufer-Herden, Besuch von Streichel-Zoos oder Tier- Ausstellungen, Kontakt zu neugeborenen Tieren etc. Ganz besonders gefährdet sind aber Menschen, die Umgang mit Tieren haben (Landwirte, Schlachthauspersonal, Veterinäre, Tierhalter).

Wie sieht das Krankheitsbild aus?

Symptome der akuten Erkrankung treten nach 2-3 Wochen, nach massiver Exposition aber auch früher auf. Hierzu zählen hohes Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und ausgeprägte Stirnkopfschmerzen. Im weiteren Verlauf kann eine Lungen- und Leber-, seltener eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung bzw. eine Hirnhautentzündung hinzutreten. Beachtenswert ist, dass jede zweite akute Erkrankung mit milden grippeähnlichen Symptomen oder gänzlich ohne Beschwerden (asymptomatisch) verläuft. In ca. 1% der Fälle geht die akute in eine chronische Erkankung über, die sich zumeist durch eine Entzündung der Herzklappen äußert. Selten sind chronische Knochen-, Lungen- und Leberentzündungen.

Die Infektion lässt sich durch eine Blutentnahme nachweisen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Zumeist heilt die Erkrankung spontan nach 1-2 Wochen wieder aus. Die akute Infektion spricht gut auf Antibiotika an, die für 2-3 Wochen gegeben werden. Die Behandlung der chronischen Infektion ist schwierig und sollte von Spezialisten durchgeführt werden. Eine Impfung steht zur Verfügung, ist in Deutschland jedoch nicht zugelassen.

Was habe ich zu beachten?

Im Zweifelsfall und nach Möglichkeit Risiko-Konstellationen vermeiden (s. unter „Wie kann ich mich infizieren?“). Bei entsprechendem Verdacht umgehend ärztlichen Rat konsultieren. Eine Isolierung von Erkrankten ist in der Regel nicht erforderlich, ebenso wenig spezielle Maßnahmen für Kontaktpersonen.

Schwangere und Personen mit künstlichen Herzklappen bzw. Gefäßprothesen sollten sich mit dem Hausarzt oder dem Fachbereich Gesundheit in Verbindung setzen, wenn sie Kontakt zu Q-Fieber Erkrankten hatten oder sich in einem Gebiet mit gehäuften Q-Fieber-Erkrankungen aufgehalten haben.

Bei Entbindung erkrankter Frauen sollte das geburtshilfliche Personal strikte Hygienestandards einhalten und geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen.

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Q-Fieber

  • Erreger des Q-Fiebers ist das – mit Ausnahme der Antarktis und Neuseeland - weltweit verbreitete Bakterium Coxiella burnetii. Durch Zecken oder Kontakt mit infizierten Exkrementen geht die Infektion von den Naturherden (Nagetiere, Wild) auf Nutztiere, vor allem Schafe, Ziegen, und Rinder, aber auch auf Haustiere und Vögel über.
  • Der Mensch infiziert sich fast ausschließlich durch Inhalation kontaminierten Staubes, getrockneter tierischer Ausscheidungen. Auch eine direkte Übertragung des Erregers auf den Menschen ist möglich, vor allem bei engem Kontakt zu Schafen. Da Mutterkuchen (Plazenta), Fruchtwasser und Neugeborene infizierter Tiere den Erreger hoch konzentriert enthalten und an sich tragen, stellt der Kontakt zu Geburtsprodukten (direkt bzw. über kontaminierte Stäube) eine besonders große Infektionsgefahr dar.
  • Der Erreger ist äußerst widerstandsfähig gegenüber Austrocknung, Hitze und Kälte und kann durch die Bildung von Dauerformen (Sporen) jahrelang (z.B. in Staub, Heu, Wolle etc.) überleben und infektiös bleiben. Menschliche Infektionen durch Inhalation kontaminierten Staubes wurden in bis zu 2 km Entfernung von infizierten Tieren verzeichnet. Auch über die Kleidung kann der Erreger lange Distanzen überwinden.
  • Zecken übertragen den Erreger zwischen Haus- und Wildtier, spielen aber für die Infektion des Menschen keine Rolle. Eine Übertragung beim Verarbeiten von tierischen Produkten oder beim Verzehr von Rohmilchprodukten ist grundsätzlich möglich, aber sehr selten. Gleiches gilt für die Mensch-zu-Mensch-Übertragung, die auf spezielle, sehr seltene Ausnahmefälle begrenzt ist.

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