Unser Kommunales Frauen- und Gleichstellungsbüro: Für ein diskriminierungsfreies und selbstbestimmtes Leben. Wir stehen den Menschen der Region als Ansprechpartnerinnen zu Themen der Gleichstellung zur Verfügung. Wir entwickeln Ideen, Maßnahmen und Konzepte zum Abbau diskriminierender Strukturen. Wir leisten interdisziplinäre Netzwerkarbeit zur Verbesserung der Chancengleichheit der Geschlechter.
Unsere Arbeit für Gleichstellung
- Wir gestalten Aktionstage im Landkreis, um auf gleichstellungsrelevante Themen aufmerksam zu machen.
- Wir initiieren und gestalten Projekte, die mehr Gleichstellung in den Landkreis bringen.
- Wir stellen Informationsmaterialien zu verschiedenen Themen bereit.
- Wir bieten jedes Jahr ein Fortbildungsprogramm für Frauen an.
- Wir stehen Bürger*innen und Organisationen des Landkreises Marburg-Biedenkopf beratend zur Seite und vermitteln gegebenenfalls an die vielfältigen Beratungsstellen des Landkreises.
- Wir sind Fachstelle für frauen- und gleichstellungsrelevante Themen im Landkreis Marburg-Biedenkopf.
- Wir sind Trägerinnen öffentlicher Belange – geben Stellungsnahmen zu Gesetzesentwürfen des Landes ab.
Zudem arbeiten in interdisziplinären Netzwerken an Gleichstellungsthemen sowohl innerhalb des Landkreises, als auch hessen- und deutschlandweit.
Im Landkreis sind dies unter anderem:
- Frauenkommission des Landkreises Marburg-Biedenkopf
- Verschiedene Beiräte und Ausschüsse des Landkreises
- Runder Tisch zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Kinder im Landkreis Marburg-Biedenkopf
- Arbeitskreis Frauen und Arbeit
In Hessen arbeiten wir unter anderem in folgenden Arbeitsverbünden:
- LandHessinnen (www.alrhessen.de/netzwerk-landhessinnen (Öffnet in einem neuen Tab))
- Landesarbeitsgemeinschaft der hessischen Frauen- und Gleichstellungsbüros (www.frauenbueros-hessen.de/ (Öffnet in einem neuen Tab))
Deutschlandweit arbeiten wir mit anderen Frauen- und Gleichstellungsbüros zusammen in der
- Bundesarbeitsgemeinschaft der Frauen- und Gleichstellungsbüros (www.frauenbeauftragte.org (Öffnet in einem neuen Tab))
Im folgenden Video ist unsere Arbeit ebenfalls beschrieben:
Ziele unserer Arbeit
- Abbau von geschlechterstereotypen Rollenbildern
- Abbau geschlechterspezifischer Diskriminierung
- geschlechtergerechte Beteiligung am gesellschaftlichen und politischen Leben
- Wandlung und Anpassung von Strukturen für ein selbstbestimmtes Leben
- Förderung der Wahlfreiheit und Chancengleichheit von Lebensentwürfen
- Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie (gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Familie und Erwerbstätigkeit, Unterstützung familienfreundlicher Arbeitszeit- und Betreuungsmodelle)
- Gewaltprävention
- Gerechte Verteilung der Ressourcen
Tätigkeitsberichte
Diversität
Diversität beschreibt die Vielfalt der Menschen in all ihren Facetten. Wir als Kommunales Frauen- und Gleichstellungsbüro schätzen diese Vielfalt und setzen uns für die Akzeptanz unterschiedlicher Lebensrealitäten und Lebensentwürfe ein.
Menschen unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht – etwa durch ihr Alter, ihre Herkunft, ihr Geschlecht, ihre Geschlechtsidentität, ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten, ihre Religion oder Weltanschauung, ihre sexuelle Orientierung oder ihre soziale Herkunft. Diese Unterschiede prägen unsere Erfahrungen, Perspektiven und Sichtweisen.
Von der Vielfalt in unserer Gesellschaft profitieren wir alle. Sie erweitert unseren Horizont, fördert gegenseitiges Verständnis und eröffnet neue Blickwinkel über die Grenzen des eigenen Lebensumfelds hinaus.
Der jährliche Aktionstag für Vielfalt und Chancengleichheit ist der Diversity-Tag, der jeweils im Mai stattfindet.
Mehr Informationen zum Thema:
Vielfältige Lebensentwürfe
Lebensentwürfe sind die Vorstellungen davon wie das eigene Leben verlaufen soll. Dabei kann es sehr unterschiedliche Vorstellungen vom eigenen Leben geben. Wir stehen dafür, dass alle Menschen ein Recht darauf haben ihr Leben so zu leben, wie es für sie gut ist.
Jede*r sollte selbst entscheiden,
- wie es sich mit dem Thema Elternschaft verhält
- ob und wenn ja, welche Art von Beziehung gelebt wird
- wie die Berufswahl ausfällt
- welche Wohnform gewählt wird
- und vieles mehr.
Die Entscheidungen über das eigene Leben sollte selbstbestimmt getroffen werden können und nicht zu Diskriminierung führen.
Klischeefreie Berufswahl
Wir stehen ein für eine Berufswahl anhand der individuellen Interessen und Fähigkeiten, unabhängig vom Geschlecht. Wir wollen die Beeinflussung der Berufswahl durch das Geschlecht unterbrechen. Denn ob jemand gut in einem bestimmten Beruf ist, hängt nicht von dessen Geschlecht ab, sondern von den Interessen und Fähigkeiten. Es existieren leider immer noch viele Geschlechterklischees, die auch die Berufswahl beeinflussen. Bestimmte Berufe werden fast ausschließlich von Männern besetzt und andere werden fast ausschließlich von Frauen besetzt. Zur Folge hat dies unter anderem eine ungleiche Bezahlung zum Nachteil der Frauen und eine einseitige Sicht der Dinge bezogen auf die Geschlechterperspektive in diesen Berufen.
Zum Thema klischeefreie Berufswahl findet jährlich im April der Girls'Day und Boys'Day statt. Auch die Kreisverwaltung (Öffnet in einem neuen Tab) beteiligt sich an diesem bundesweiten Aktionstag und bietet verschiedene Aktionen und Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder an.
Mehr Informationen zum Thema
Frauen in Führungspositionen und Politik
Frauen in der Politik und Frauen in Führungspositionen haben eines gemeinsam: der prozentuale Anteil von beiden gemessen an der Gesamtheit der Positionen beträgt ca. 30 %. Woran liegt das? Es hat mehrere Gründe, die eine gemeinsame Ursache haben: strukturelle Benachteiligung.
Durch die Strukturen einer Gesellschaft werden Geschlechterrollen definiert, die unterschiedliche Positionen für Frauen und Männer bedeuten. Diese Rollen führen unter anderem dazu, dass Frauen häufiger Elternzeit wahrnehmen und sich verstärkt um die Care Arbeit kümmern. Führungspositionen und Politische Ämter sind traditionell männlich besetzt. Dies ist noch stark in den Köpfen verankert und hat zur Folge, das Führungsstellen und Ämter in der Politik seltener mit Frauen besetzt werden als mit Männern.
Auch die männliche Sprache trägt dazu bei Geschlechterrollen zu verfestigen. So wird häufig der Arzt als männlich bezeichnet, die Arzthelferin jedoch weiblich. So werden Bilder in den Köpfen der Menschen geweckt, die Rollenklischees etablieren. Deshalb ist eine gendergerechte Sprache wichtig für unsere Gesellschaft.
Dies ist nur ein Teil der Gründe, warum es noch keine paritätische Besetzung in Führungspositionen und in der Politik gibt. Da es nachweislich von Bedeutung ist, eine Vielfalt von Sichtweisen, besonders in diesen Funktionen, zu haben, ist es auch wichtig, dass die Geschlechter zu gleichen Teilen vertreten sind.
Bis zu einer gerechten Besetzung dieser Positionen in der Gesellschaft ist noch einiges zu tun.
Wir fordern deshalb hier etwas vereinfacht: Die Hälfte der Macht den Frauen!
Mehr Informationen zum Thema
- Frauen und Politik (Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend) (Öffnet in einem neuen Tab)
- Frauen in Führungspositionen (Statistisches Bundesamt) (Öffnet in einem neuen Tab)
- Frauen und Arbeitswelt (Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend) (Öffnet in einem neuen Tab)
Genderneutrale Erziehung
Wir wollen Chancengleichheit für alle Geschlechter von Anfang an.
Denn: Geschlechterklischees und Rollenbilder sind die Grundlage für ungleiche Behandlung. Mit ihnen aufzuwachsen ist ungesund für alle Geschlechter. Mädchen und Jungen, die nicht den Rollenbildern entsprechen erfahren Benachteiligung. Alle Gender, die nicht als Junge oder Mädchen definiert werden, werden ausgegrenzt.
Bei der genderneutralen, also geschlechtsneutralen Erziehung geht es darum, Kinder ohne die typischen Rollenklischees zu erziehen. Es geht nicht darum, die Geschlechterkategorien Junge und Mädchen abzuschaffen, sondern den Kindern den Freiraum zu geben, sich unabhängig von den traditionellen Vorstellungen, die mit diesen Kategorien verbunden sind, zu entwickeln.
„Chancengleichheit und keine Gleichmacherei“ ist also das Motto der geschlechtsneutralen Erziehung. So sollen Kinder vorerst fernab gängiger Klischees erzogen werden.
Wir denken, wenn dieses Konzept durchgängig angewendet würde, dann wäre es wesentlich leichter Gleichstellung und Chancengleichheit in der Gesellschaft zu erreichen.
Faire Löhne
Wir stehen dafür, den Gender Pay Gap zu beseitigen.
Der Gender Pay Gap, also die geschlechtsspezifische Lohnlücke, bezeichnet die prozentuale Differenz zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenlohn von Frauen und dem von Männern. In Deutschland beträgt dieser Unterschied derzeit rund 16 Prozent. Er gilt als ein wichtiger Hinweis auf bestehende Geschlechterungerechtigkeiten.
Im europäischen Vergleich liegt der durchschnittliche Gender Pay Gap bei etwa 11 Prozent. Deutschland schneidet damit im Vergleich unterdurchschnittlich ab.
Der Equal Pay Day macht auf die bestehende Lohnlücke zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Er kennzeichnet symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen im Vergleich zum durchschnittlichen Einkommen von Männern rechnerisch ohne Bezahlung gearbeitet hätten. In Deutschland liegt dieser Aktionstag derzeit im letzten Drittel des Monats Februar.
Mehr Informationen zum Thema
Gerechte Care Arbeit
Wir setzen uns dafür ein, den Wert der Care-Arbeit anzuerkennen und sie sowohl gesellschaftlich als auch finanziell aufzuwerten.
Care-Arbeit – auch Sorgearbeit genannt – umfasst Tätigkeiten des Kümmerns und Fürsorgens, wie beispielsweise die Kinderbetreuung, die Pflege von Angehörigen sowie hauswirtschaftliche Aufgaben. Diese Arbeiten werden bislang überwiegend von Frauen übernommen. Obwohl sie für das gesellschaftliche Zusammenleben und die Wirtschaft unverzichtbar sind, gelten sie häufig als selbstverständlich und werden im Vergleich zur Erwerbsarbeit geringer bewertet.
Es ist uns wichtig, dass Care-Arbeit nicht einseitig vorausgesetzt wird. Vielmehr sollte in partnerschaftlichen oder familiären Zusammenhängen bewusst darüber gesprochen und ausgehandelt werden, wer welche Aufgaben übernimmt und wie eine faire Aufteilung bzw. ein Ausgleich gelingen kann.
Auch im Bereich der bezahlten Care-Arbeit – etwa in der Kranken- und Altenpflege oder in Kindertagesstätten – setzen wir uns für eine gerechtere Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen sowie ausgewogenere Geschlechterverhältnisse ein.
Der Aktionstag zu diesem Thema ist der Equal Care Day. Er findet am 29. Februar statt. Die Wahl dieses Datums – eines Schalttags, der nur alle vier Jahre vorkommt und in den übrigen Jahren „übergangen wird“ – weist darauf hin, dass Care-Arbeit häufig als unsichtbare Arbeit gilt, die wenig wahrgenommen und nicht ausreichend vergütet wird. Zudem symbolisiert der Tag das Verhältnis von 4:1 in der Verteilung von Sorgearbeit: Männer benötigen rechnerisch etwa vier Jahre, um so viel private, berufliche und ehrenamtliche Care-Arbeit zu leisten wie Frauen in einem Jahr.
Mehr Informationen zum Thema
Hilfe bei Gewalt gegen Frauen
Frauenhaus & Beratungsstelle
Das Marburger Frauenhaus ist eine Schutzeinrichtung für Frauen und deren Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht sind. Hier finden sie eine sichere Unterkunft sowie Beratung und Unterstützung durch die Mitarbeiterinnen. Die Beratungs- und Interventionsstelle wendet sich an Frauen, die von körperlicher, psychischer und/oder sexualisierter Gewalt, von Stalking oder Zwangsheirat bedroht oder betroffen sind.
Wenn Sie in Ihrer Ehe, Partnerschaft oder Familie körperlich oder seelisch misshandelt werden oder sich bedroht fühlen, können Sie sich an „Frauen helfen Frauen e.V. Marburg“ wenden. Die Angebote sind kostenlos und auf Wunsch anonym.
Frauenhaus:
Tel. 06421 14830
infofrauenhaus-marburgde
www.frauenhaus-marburg.de (Öffnet in einem neuen Tab)
Beratungsstelle:
Alter Kirchhainer Weg 5, 35039 Marburg
Tel. 06421 161516
beratungfrauenhaus-marburgde
www.frauenhaus-marburg.de (Öffnet in einem neuen Tab)
Frauennotruf Marburg e.V.
Der Frauennotruf Marburg e.V. bietet Betroffenen von sexualisierter Gewalt, deren Unterstützungspersonen und Fachkräften Beratungsgespräche zu ihren persönlichen Anliegen. Die Beratung kann persönlich, telefonisch oder über Email-, Chat- oder Videoberatung erfolgen. Die Beratungen sind kostenlos und können auf Wunsch auch anonym stattfinden.
Neue Kasseler Straße 1, 35039 Marburg
Tel. 06421 21438
mailfrauennotruf-marburgde
www.frauennotruf-marburg.de (Öffnet in einem neuen Tab)
Wildwasser Marburg e.V.
Wildwasser Marburg e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der eine Fachberatungsstelle zu sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend unterhält. Sie bieten Beratung für Mädchen und Frauen, die sexualisierte Gewalt in der Kindheit oder Jugend erfahren haben. Auch alle Personen, die betroffene Mädchen, Jungen und Frauen unterstützen wollen oder Fragen zum Thema haben, können dort Hilfe bekommen.
Wilhelmstr. 40, 35037 Marburg
Tel. 06421 14466
infowildwasser-marburgde
www.wildwasser-marburg.de (Öffnet in einem neuen Tab)
Nach einer Vergewaltigung:
Hier finden Sie Informationen zur Soforthilfe nach Vergewaltigung (Öffnet in einem neuen Tab).
Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ berät deutschlandweit betroffene Frauen. Es informiert und vermittelt bei Bedarf an geeignete Unterstützungseinrichtungen vor Ort. Die Beraterinnen des Hilfetelefons beraten zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen. Auch eine Onlineberatung ist über die Website möglich. Die Gespräche sind vertraulich und können anonym geführt werden. Weder am Telefon noch auf der Website werden persönliche Daten abgefragt oder gespeichert. Mit Hilfe von Dolmetscherinnen ist eine Beratung in vielen Sprachen möglich. Gehörlose oder schwerhörige Frauen können über die Website kostenfrei einen Dolmetschdienst in Anspruch nehmen. Das Gespräch mit den Mitarbeiterinnen des Hilfetelefons wird in deutsche Gebärden- oder Schriftsprache übersetzt.
Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte bekommen Beratung anonym und kostenfrei.
Tel. 08000 116016
www.hilfetelefon.de (Öffnet in einem neuen Tab)
Weitere Informationen und Hilfsangebote finden Sie hier:
Fragen und Ideen
Sind noch Fragen offen oder haben Sie Ideen und Anregungen? Dann wenden Sie sich gerne an uns.
Kontakt
Adresse
Kommunales Frauen- und Gleichstellungsbüro
Landkreis Marburg-Biedenkopf
Im Lichtenholz 60
35043 Marburg
KEIN barrierefreier Zugang
Buslinien:
Linie 2, 3 und 13 (H Schubertstraße)
Linie 6 und Bus MR-81 (H Kreishaus A1)
Linie 6 (H Kreishaus B2)
Linie MR-80 (H Kreishaus B4)
Kontakt
Zeiten
Montag bis Freitag von 08:00 bis 14:00 Uhr und nach Vereinbarung.
Bitte beachten Sie etwaige Ausnahmen innerhalb einzelner Bereiche bzw. bei bestimmten Leistungen der Kreisverwaltung.
Für Leistungen der Kfz-Zulassungs- und der Fahrerlaubnisbehörde steht eine Online-Terminvereinbarung zur Verfügung.