Wie begegnet der Landkreis Marburg-Biedenkopf den Folgen des Klimawandels?
Der Klimawandel ist längst keine Zukunftsaufgabe mehr und macht auch vor den Grenzen des Landkreises Marburg-Biedenkopf nicht halt. In den vergangenen Jahren haben Starkregenereignisse im gesamten Kreisgebiet, Hitzephasen mit Belastungen für Mensch und Natur sowie längere Trockenperioden – etwa mit Folgen für die Wälder im Hinterland – deutlich gemacht, wie wichtig ein gemeinsames Handeln ist. Diese Entwicklungen waren Anlass für ein umfangreiches interkommunales Kooperationsprojekt. Im Jahr 2022 folgten 14 Kommunen dem Aufruf zur Zusammenarbeit: Amöneburg, Bad Endbach, Breidenbach, Cölbe, Dautphetal, Fronhausen, Kirchhain, Lahntal, Lohra, Münchhausen, Neustadt, Rauschenberg, Wetter und Wohratal. Gemeinsam mit der Kreisverwaltung nehmen sie das Thema Klimaanpassung in den Blick.
Von Oktober 2024 bis April 2026 wurden insgesamt 15 Konzepte erarbeitet – je eines für die 14 Kommunen sowie ein zusätzliches für die Kreisverwaltung. Die Konzepte enthalten zusammen 149 Maßnahmen. Fachlich begleitet wurde das Vorhaben von der alpS GmbH aus Innsbruck und der Klima Plus GmbH aus Freiburg, zwei erfahrenen Büros im Bereich Klimaanpassung. Gefördert wurde das Projekt durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz. Ohne diese Unterstützung wäre das Vorhaben in diesem Umfang nicht umsetzbar gewesen.
Die Maßnahmen sind so vielfältig wie die Herausforderungen selbst. Sie reichen von baulichen Anpassungen öffentlicher Infrastrukturen über digitale Werkzeuge und Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu konkreten Angeboten und Anreizen für Bürgerinnen und Bürger. Entscheidend ist dabei die enge Zusammenarbeit zwischen den 14 Kommunen und der Kreisverwaltung. Erfahrungen werden ausgetauscht, Lösungen gemeinsam entwickelt und einzelne Maßnahmen übergreifend umgesetzt. Das schont Ressourcen, stärkt die Wirksamkeit und sorgt dafür, dass Herausforderungen nicht isoliert bearbeitet werden.
Von der Erstellung in die Umsetzung - Fortsetzung der Kooperation mit 10 Kommunen
Mit der Konzepterstellung endet das Vorhaben jedoch nicht. Im Rahmen eines anschließenden Fördervorhabens soll auch die Umsetzung der Konzepte unterstützt werden. Zehn Kommunen – Amöneburg, Bad Endbach, Cölbe, Fronhausen, Kirchhain, Lahntal, Neustadt (Hessen), Rauschenberg, Wetter (Hessen) und Wohratal – haben sich entschieden, die Klimaanpassung auch in der Umsetzungsphase gemeinsam weiterzuführen. Breidenbach, Dautphetal, Münchhausen und Lohra nehmen an dieser zweiten Förderphase nicht teil. Für die beteiligten Kommunen steht seit April 2026 fest, dass auch dieser Abschnitt gefördert wird. Drei Stellen werden die Umsetzung begleiten und unterstützen.
Damit ist ein wichtiger Schritt geschafft: Die Konzepte liegen vor, nun beginnt die praktische Umsetzung. Klimaanpassung ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein gemeinsamer, fortlaufender Prozess für eine stabile und sichere Zukunft im Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Die Förderphasen in der Übersicht
Förderschwerpunkt A.1: Konzepterstellung
| Förderkennzeichen | 67DAA00711 |
| Förderprogramm | „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ |
| Förderschwerpunkt | A.1: Erstellung eines Nachhaltigen Anpassungskonzepts (Erstvorhaben) |
| Projekttitel | DAS-A.1: Erstellung eines integrierten Klimaanpassungskonzepts für den Landkreis Marburg-Biedenkopf mit 14 Kommunen |
| Projektlaufzeit | 01.01.2024 - 30.04.2026 |
| Projektträger | Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) gGmbH |
Förderschwerpunkt A.2: Konzeptumsetzung
| Förderkennzeichen | 67DAA00712 |
| Förderprogramm | „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ |
| Förderschwerpunkt | A.2: Umsetzungsvorhaben (Anschlussvorhaben) |
| Projekttitel | DAS-A.2: Umsetzung eines integrierten Klimaanpassungskonzeptes für den Landkreis Marburg-Biedenkopf und 10 teilnehmende Kommunen |
| Projektlaufzeit | 01.05.2026 - 30.04.2029 |
| Projektträger | Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) gGmbH |