Marburg-Biedenkopf – Der Landkreis Marburg-Biedenkopf setzt bei der Klimaanpassung weiter auf die Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden: Gemeinsam mit zehn Kommunen geht es nun nach der Erstellung der jeweiligen, individuellen Klimaanpassungs-Konzepte um die konkrete Umsetzung der darin identifizierten Maßnahmen. Neben dem Kreis machen die Kommunen Amöneburg, Bad Endbach, Cölbe, Fronhausen, Lahntal, Kirchhain, Neustadt, Rauschenberg, Wetter und Wohratal mit.
Das Projekt wird damit über die Konzepterstellung hinaus fortgeführt: Die insgesamt 97 Maßnahmen aus den kommunalen Konzepten sowie die 25 Maßnahmen des Landkreises sollen nun in die Umsetzung gehen. Hierzu wurde wie schon bei der Erstellung der Konzepte eine Folge-Förderung des Bundesumweltministeriums zur Finanzierung der drei Personalstellen beantragt. Mit der Zusage der Förderung steht fest, dass diese interkommunale Zusammenarbeit bis April 2029 fortgesetzt werden kann. Die Mitarbeitenden sollen die Umsetzung der Maßnahmen koordinieren und begleiten – sie sind beim Landkreis Teil des Klimaschutz-Teams.
Zuvor hatte der Landkreis in Zusammenarbeit mit 15 Kommunen die Erstellung von Klimaanpassungskonzepten für jede Kommune erfolgreich abgeschlossen. Beteiligt waren hier die Kommunen Amöneburg, Bad Endbach, Breidenbach, Cölbe, Dautphetal, Fronhausen, Lahntal, Lohra, Kirchhain, Münchhausen, Neustadt, Rauschenberg, Wetter und Wohratal. Erarbeitet wurden dabei ein Konzept für den Landkreis sowie 14 eigenständige Konzepte für die beteiligten Kommunen. Zehn Kommunen wollen die erarbeiteten Konzepte nun gemeinsam mit dem Kreis in die Umsetzung bringen.
„Diese Leistung ist das Ergebnis einer engen und koordinierten Zusammenarbeit, von der sowohl die Kommunen als auch der Landkreis maßgeblich profitieren. Die gemeinsame Erstellung dieser Vielzahl an Klimaanpassungs-Konzepten in kurzer Zeit zeigt, wie wirkungsvoll interkommunale Zusammenarbeit sein kann“, betont Landrat Jens Womelsdorf.
Die Phase der Erstellung der Konzepte hatte das Bundesumweltministerium ebenfalls durch die Finanzierung von drei Personalstellen gefördert. Hintergrund der Förderungen ist ein Beschluss des Deutschen Bundestages. Auch die Erstellung der Konzepte konnte somit durch das Team des Landkreises koordiniert werden.
Das brachte für die Kommunen erhebliche Vorteile, erklärt Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann: „Die administrative Unterstützung durch den Landkreis hilft uns Kommunen, sich stärker auf die tatsächliche Umsetzungsarbeit zu konzentrieren“. Durch die Bündelung von Ressourcen und Fachwissen mussten die Kommunen die komplexe Konzeptentwicklung nicht jeweils eigenständig machen. Stattdessen ermöglichte die interkommunale Kooperation eine deutlich effizientere Erstellung der Klimaanpassungskonzepte. Cölbes Bürgermeister Dr. Jens Ried betont einen weiteren gemeinsamen Mehrwert: „Das Kooperationsprojekt bündelt die gemeinsame Konzentration auf die Anpassung an die nicht abwendbaren, regional und lokal spürbaren Folgen der klimatischen Veränderungen und stärkt gleichzeitig die Handlungskompetenz und Handlungsfähigkeit der kommunalen Ebene in diesem Bereich.“
Für Olaf Hausmann, der bereits im Bereich Klimaschutz im erfolgreichen Kooperationsprojekt „Klima-handeln Ostkreis“ mit den Kommunen Kirchhain, Amöneburg, Neustadt, Rauschenberg und Wohratal sehr gute Erfahrungen gemacht hat, ist die Fortführung eine gute Nachricht: „Wir freuen uns sehr über die Fortsetzung des Förderprojekts. Klimaschutz und Klimaanpassung gehen Hand in Hand. Die Fortführung der interkommunalen Zusammenarbeit ermöglicht es uns, sich weiterhin mit den Folgen des Klimawandels beschäftigen zu können.“
Auch Dr. Jens Ried blickt positiv auf die Weiterführung des Kooperationsvorhabens: „Wir möchten in der nächsten Förderphase die Maßnahmen umsetzen, die in der ersten Phase als praktikabel und sinnvoll herausgearbeitet wurden. Wir möchten auch den Austausch mit den anderen teilnehmenden Kommunen nutzen, um Projekte neu oder weiterzuentwickeln und ein gemeinsames Portfolio an Wissen und Maßnahmen zu entwickeln.“
Landrat Jens Womelsdorf betont zudem die klare Botschaft, die mit der Zusammenarbeit gesendet wird: „Durch die Fortsetzung der Zusammenarbeit zeigen der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die zehn teilnehmenden Kommunen, dass sie die Risiken und Auswirkungen des Klimawandels ernst nehmen, gemeinsam Verantwortung übernehmen und in gegenseitiger Unterstützung ihren Teil zur Sicherung der Lebensqualität beitragen werden.“
Informationen zu den einzelnen Maßnahmen in den Konzepten
Mehr Informationen zu den konkreten Maßnahmen in den jeweiligen Klimaanpassungs-Konzepten gibt es auf der Homepage des Kreises unter www.marburg-biedenkopf.de/klimaanpassung (Öffnet in einem neuen Tab).
Hintergrund: Unterschied zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung
Klimaschutz bekämpft die Ursachen des Klimawandels, indem Treibhausgasemissionen reduziert werden, um die Erderwärmung zu stoppen. Klimaanpassung reagiert hingegen auf bereits unvermeidbare Klimafolgen, um Schäden durch extreme Wetterereignisse wie Hitze, Dürre oder Starkregen zu minimieren.