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Kulturverein/-gruppe der 12. Kalenderwoche

Kulturhorizonte e.V. (Kultur, Frieden, Ökologie, Integration)

Über den Verein

Der Verein Kulturhorizonte e.V., gegründet 2008 von russischsprachigen Zuwanderern und Deutschen, führt therapeutisch-pädagogische Veranstaltungen zu den Satzungszwecken „Frieden, Ökologie und Kultur“ für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, unsere Mitglieder und Zuwanderer aus der ganzen Welt durch. Diese Bildungsaufgabe reicht von Russisch-Sprachkursen und Theater für und mit Kindern von Migranten, die inzwischen nur noch Deutsch sprechen, über bilinguale Puppenspiele zu Märchen, bis hin zu spielerisch angelegtem Lesenlernen für Zuwandererkinder aus der ganzen Welt. Darüber hinaus gab es außerschulischen Unterricht zum Umgang mit Tablets, zu Rechten auf die Nutzung von Filmen, Fotos im Internet und zum Basteln von Origami und Quilling. Workshops für Jugendliche werden als Freizeitmaßnahme zum Kennenlernen der Natur (Erde, Bäume, Pflanzen) und Umweltproblemen (Plastiksammelaktionen, Bedeutung des Wassers und der Bäume und des Klimas für unser Ökosystem) u.a. in Kooperation mit der Gartenwerkstatt und dem Marburger Weltladen organisiert. Für junge Zuwanderer wurden Projekte zum Kennenlernen des Demokratie-, Bildungs-, Gesundheitssystems, der Kulturinstitutionen (Museen, Ausstellungen, Theater, Filmcasinos) durch Seminare, Stadtspaziergänge und Städtefahrten organisiert. Für Erwachsene wechselt das Programm zu den Vereinszielen von Seminaren, Workshops, Tagungen, zu Fahrten, Ausstellungen bis zum Singspiel. Vorträge meist zu Gedenktagen, historischen oder aktuellen Themen sind an russischsprachigen Mitgliedern unseres Vereins oder Mitgliedern anderer Migrantenvereine orientiert und dienen zu deren Qualifizierung über unsere Satzungszwecke.

"1517-Zauber der Freiheit. Drama der Soldatenwitwe Wirwettzen", Sing-Hörspiel

Die Stadt Marburg widmete das Jahr 2020 unter dem Titel „Andersartig“ der Rehabilitation der Prozessopfer der Zauberer und Hexen. Unser Thema „1517-Zauber der Freiheit. Drama der Soldatenwitwe Wirwettzen“ sollte 2020 dazu beitragen. Wegen Corona wurde es 2021 als Hörspiel umgesetzt. Ein internationales und inklusives Team aus 32 Teilnehmenden, darunter unseren Mitgliedern, hat es durchgeführt. Unser Dank gilt den Förderern, der Stadt Marburg, dem Landkreis Marburg-Biedenkopf, dem Kultursommer Mittelhessen, der Aktion Mensch und Sponsoren. Ohne sie hätte das anspruchsvolle Programm nicht durchgeführt werden können.
Inhalt: Zwei Witwen, Landgräfin Anna von Hessen und die Soldatenwitwe Wirwettzen, leben in Marburg. Über die eine haben wir viele Quellen. Von der anderen wissen wir nicht einmal den Vornamen. Die eine Witwe hat die Macht die andere umbringen zu lassen. Dabei spielt die Verflechtung von Herrschaft, Kirche und Justiz eine Rolle. In dem Drama wurden mehrere historische Stränge zusammengeführt: der Kampf der Zünfte gegen die Patrizier beim Bau des Rathauses, der Kampf Annas von Hessen mit den Ständen um die Vormundschaft und Herrschaft, die Unterstützung der Position Annas durch die Gemeinde (Zünfte, Bauern und Lohnarbeiter) und deren Forderungen an sie in Anlehnung an die Ziele der Bundschuhbewegung, die Ahnengeschichte der Soldatenwitwe Wirwettzen, der Hexenhammer von 1486 und wissenschaftliche Erkenntnisse über die Prozesse. 
Ziel des Singspiels ist es, über die vom 16. Jahrhundert bis heute erhalten gebliebenen Denkmuster der Abwertung, Fake News und Vorurteilsbildung nachzudenken. Die Musik stellt die Verbindung zwischen der Vergangenheit und Gegenwart her, leitet ein, über, interpretiert den Text und steigert die Emotionen. Der tragische Stoff wird durch Ironie und Musik als ein Lehrstück über die Menschenrechte gestaltet. Die Protagonistin Wirwettzen wird nicht einfach als Justizopfer vorgestellt, sondern als ein Mensch mit Hoffnungen und Wünschen auf ein besseres Leben. 

Kultur im Bild

Nadine Balbeisi (Sopransängerin) bei den Aufnahmen des Singspiels
Jean Kleeb beim Produzieren des Singspiels

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