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Pressemitteilung 275/2019

15.08.2019

Schilder weisen jetzt auf Route der Arbeits- und Industriekultur hin – Informations- und Ankerpunkte machen regionale Geschichte sichtbar

Mit der Route der Arbeits- und Industriekultur, die der Kreis derzeit entwickelt, soll die regionale Arbeits- und Industriegeschichte erlebbar werden. Die Schilder weisen jetzt darauf hin, wo Standorte der Route entstehen werden.

Marburg-Biedenkopf – Mit der Übergabe entsprechender Hinweisschilder ist der Landkreis Marburg-Biedenkopf einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Route der Arbeits- und Industriekultur gegangen. Die Schilder weisen jetzt darauf hin, wo Standorte der Route entstehen werden. Mit der Route der Arbeits- und Industriekultur, die der Kreis derzeit entwickelt, soll die regionale Arbeits- und Industriegeschichte erlebbar werden.

„Wir möchten mit dieser Route auf der einen Seite für die Arbeits- und Industriekultur der Region sensibilisieren. Auf der anderen Seite möchten wir aber auch die historische und die aktuelle Leistungsfähigkeit der heimischen Betriebe vor allem aus kulturwissenschaftlicher Sicht deutlich machen“, sagte Landrätin Kirsten Fründt bei der Übergabe der Hinweisschilder. Daneben möchte der Kreis auch außerschulische Lernorte schaffen, um einen direkten Zugang zur geschichtlichen und arbeitstechnischen Entwicklung zu ermöglichen. „Die Route soll außerdem auch die touristischen Angebote im Kreis sinnvoll ergänzen und auch für die heimische Bevölkerung interessante Ausflugsziele bieten“, so die Landrätin Fründt weiter.

Der Landkreis erstelle mit der Route der Arbeits- und Industriekultur ein Netzwerk, das nicht nur Vergangenes vermittele, sondern auch aufzeige, wie die Region zu dem wurde, was sie heute ist. „Die Zeugnisse der Arbeits- und Industriekultur machen einen wichtigen Teil der Geschichte des Kreises sichtbar und fördern zudem die regionale Identität“, so die Landrätin.

Marburg-Biedenkopf ist kein durch Industrie dominierter Landkreis, sondern geprägt durch eine Misch-Infrastruktur aus Handwerk, Industrie, Land- und Forstwirtschaft und heute auch vor allem durch Dienstleistungen. Dennoch ist die Region Standort vieler hervorragender mittelständischer Betriebe sowie großer Industriefirmen, darunter auch sogenannte Global Player, also international und weltweit agierende Firmen mit interessanter Geschichte.

Der erste ausgeführte Ankerpunkt war der Ausstellungsraum zur Route der Arbeits- und Industriekultur im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf, der im Dezember 2018 fertiggestellt wurde und durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums, durch das Land Hessen im Rahmen des Entwicklungsplans für den Ländlichen Raum des Landes Hessen 2014 bis 2020 und die LEADER-Regionen gefördert worden ist.

Die Route der Arbeits- und Industriekultur des Landkreises Marburg-Biedenkopf wird nach und nach bis 2021 aufgebaut und soll dabei helfen, vor allem Bürgerinnen und Bürgern in der Region, Schülerinnen und Schülern, aber auch Touristen die Möglichkeit zu bieten, die Region besser zu verstehen, Industrie zu präsentieren, Arbeit zu begreifen und Kultur zu erleben.

Hier weisen die neuen Schilder auf die Standorte der Arbeits- und Industriekultur im Landkreis Marburg-Biedenkopf hin:

Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ/Stadtarchiv Stadtallendorf:
Der zukünftige Ankerpunkt der „Route der Arbeits- und Industriekultur“ im Landkreis Marburg-Biedenkopf soll bis zum Frühling 2020 fertiggestellt sein. Das DIZ fungiert seit 1994 bereits als außerschulischer Lernort, Museum, Archiv und Begegnungsstätte. Die Entwicklung Stadtallendorfs vom Dorf zur Industriestadt wird in einem gesonderten Raum in einer Dauerausstellung präsentiert. Auch die Entwicklung von Stadtallendorfer Großbetrieben bis hin zu ihrer heutigen Bedeutung spielt dabei eine große Rolle. An diesem Standort wird auch der Bogen zur aktuellen Industriegeschichte geschlagen.

Brücker Mühle Amöneburg:
Auch die Brücker Mühle wird ein zukünftiger Ankerpunkt der „Route der Arbeits- und Industriekultur“ im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Die Maßnahme soll nach der aktuellen Planung 2021 umgesetzt werden. Die Brücker Mühle wird in mehrfacher Hinsicht ein interessanter Ankerpunkt der Route der Arbeits- und Industriekultur. Von Bedeutung für die Route ist vor allem die durch die Mühle erfolgte Trinkwasserversorgung der deutlich höher gelegenen Stadt Amöneburg. Das macht die Brücker Mühle zu einem besonderen Ort der Arbeits- und Industriegeschichte. Zudem waren Mühlen durch die Jahrhunderte hindurch generell auch technisch oft innovativ. Neben dem ehemaligen Pumpenraum mit der alten Maschinerie kann hier eindrucksvoll die Mühlentechnik erfahren werden.

Basalt Nickel Dreihausen:
Zukünftiger Informationspunkt der Route wird der Basaltbruch Nickel in Ebsdorfergrund-Dreihausen. Der Basaltbruch gehört dem Konzern der Mitteldeutschen-Hartstein-Industrie AG an und ist einer von insgesamt fünf Standorten des Familienunternehmens Nickel im Rhein-Main-Gebiet und in Mittelhessen. Der Standort Dreihausen existiert seit über hundert Jahren und bietet somit einen Einblick in das Arbeitsleben der Steinrücker sowie insgesamt in die Weiterentwicklung in diesem Arbeitsfeld. Da der Basaltbruch in Betrieb ist und das Firmengelände aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden darf, soll in unmittelbarer Nähe zum Steinbruch eine Informations-Stele entstehen.

Carlshütte in Dautphetal:
Die Carlshütte bei Dautphetal-Buchenau (Baujahr 1844) soll nicht nur ein Ankerpunkt der „Route der Arbeits- und Industriekultur“ im Landkreis Marburg-Biedenkopf werden, sondern derzeit findet eine Prüfung statt, ob und unter welchen Rahmenbedingungen in dem ehemaligen Magazingebäude ein Hauptstandort der Route entstehen kann. Ihre eigene energietechnische Geschichte, die angrenzenden Rad- und Wanderwege, sowie Bundesstraße und Bahnlinie sind ideale inhaltliche und räumliche Voraussetzungen für einen weiteren Ankerpunkt der Route, der schwerpunktmäßig das Thema Energie behandeln soll. Ein Energie-Technik-Erlebniszentrum, kurz „Energetikum“, soll dieses spannende Thema veranschaulichen und praktisch erlebbar machen. Sollte sich das Energetikum in der Carlshütte realisieren lassen, so würde es als Mitmach-Museum konzipiert und Energie- und Klimaschutzthemen würden für Schulen, Firmen und Privatleute auf attraktive Art und Weise zugänglich gemacht. Die Carlshütte spielt daher eine tragende Rolle in der Gesamtkonzeption der Route der Arbeits- und Industriekultur Marburg-Biedenkopf. Sie ist die letzte Eisenhütte im oberen Lahntal und ein Denkmal der Frühindustrialisierung.

Regionalmuseum Weidenhausen / Hinz Hoob:
Als Informationspunkt der „Route der Arbeits- und Industriekultur“ im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist auch das „Regionalmuseum Hinz Hoob“ vorgesehen. Die Fertigstellung ist für Ende 2019/Anfang 2020 geplant. Der Heimatverein Weidenhausen e.V. stellt im Regionalmuseum Weidenhausen / Hinz Hoob eine Sammlung rund um die Themen Handwerk, Industrie und Landwirtschaft aus und ist somit ein weiterer, geeigneter Standort der Route der Arbeits- und Industriekultur. Vom landwirtschaftlichen Gerät über Gegenstände aus dem Alltagsleben des vergangenen Jahrhunderts bis hin zu Einblicken in die Arbeit der Aurora- und der Justushütte werden viele Themen der Arbeits- und Industriekultur durch Bildmaterial und zahlreiche Exponate vermittelt. Zudem beherbergt der Hinz Hoob in der Galerie eine Ausstellung von Gemälden des Malers Karl Lenz, die von der Karl-Lenz-Stiftung im Dachgeschoss betrieben wird. Geplanter Themenschwerpunkt des im Aufbau befindlichen Informationspunktes sind unter anderem die Wasserversorgung und Elektrifizierung in der Landwirtschaft.

Weitere Informationen zur Route online:

https://www.marburg-biedenkopf.de/bildung_und_freizeit/kultur/route-arbeits--und-industriekultur.php

Mit der Übergabe entsprechender Hinweisschilder ist der Landkreis Marburg-Biedenkopf einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Route der Arbeits- und Industriekultur gegangen. Landrätin Kirsten Fründt übergab die Schilder an (v. links oben, im Uhrzeigersinn) das Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) in Stadtallendorf, den Basaltsteinbruch Nickel in Dreihausen, an die Carlshütte in Buchenau, an das Regionalmuseum Hinz Hoob in Weidenhausen sowie an die Brücker Mühle in Amöneburg.

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