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Dorfentwicklung

Das Ziel der Dorfentwicklung ist, den ländlichen Raum als attraktiven Lebensraum erhalten, eine gute Wohn- und Lebensqualität zu schaffen und die Nahversorgung und Infrastruktur langfristig zu sichern.

Dabei sollen die individuellen Charaktere der Dörfer erhalten und gestärkt werden. Ein besonderes Augenmerk der Dorfentwicklung liegt auf der Bewahrung der historischen Ortskerne. Die Beantragung zur Anerkennung als Förderschwerpunkt des Hessischen Dorfentwicklungsprogramms erfolgt durch die jeweilige Kommune über den Landkreis. Nach der Anerkennung durch das zuständige Ministerium wird zu Beginn ein Entwicklungskonzept mit den vorgesehenen Entwicklungsansätzen erarbeitet. Dies bildet die Grundlage für die Förderung und das Vorgehen der nächsten Jahre. In vielen Dörfern und Gemeinden bringt der demographische Wandel eine Abwanderung und Verringerung der jungen Bevölkerung und damit einhergehenden Überalterung der ländlichen Bevölkerung mit sich. Gleichzeitig ziehen sich die Versorgungseinrichtungen aus dem ländlichen Raum zurück. Diese Herausforderungen erfordern ein abgestimmtes Handeln und eine ganzheitliche kommunale Strategie. Aus diesem Grund wird seit dem Jahr 2012 die ganze Kommune mit all ihren Stadt- bzw. Ortsteilen als Dorfentwicklungsschwerpunkt anerkannt. Die nachhaltige kommunale Gesamtstrategie soll als integriertes kommunales Entwicklungskonzept („IKEK“) erstellt werden. Dieses ist zukünftig Fördergrundlage der Dorfentwicklung in Hessen.
Detaillierte Informationen zur IKEK-Erarbeitung finden Sie hierPDF-Datei2,23 MB.

Die Ziele der Dorfentwicklung

  • Innenentwicklung stärken: Erhalt und Stärkung einer guten Wohn- und Lebensqualität
  • Aufbau sozialer und kultureller Netzwerke zur Förderung der Daseinsvorsorge
  • Erhalt der Vielfalt dörflicher Lebensformen
  • Zukunftspotenziale in wirtschaftlicher und sozialer Sicht nutzen und ausbauen
  • Lösungskonzepte entwickeln, um dem Demographischen Wandel zu begegnen
  • Energetische Sanierung, Steigerung der Energieeffizienz
  • Leerständen entgegenwirken
  • Aktive Einbindung der Bürgerinnen und Bürger

Die Dorfentwicklung ist ein Prozess – getragen von der aktiven Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger.

Ablauf und Verfahren
Für die Aufnahme einer Kommune als Förderschwerpunkt in das Dorfentwicklungsprogramm ist ein Antrag des Magistrats/ Gemeindevorstandes beim zuständigen Landratsamt erforderlich. Die Entscheidung über die Anerkennung trifft das zuständige Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Das Dorfentwicklungsverfahren läuft über einen Zeitraum von zehn Jahren. 

Fördermöglichkeiten
Die Fördermöglichkeiten sind in die zwei Bereiche „Kommunale Förderung“ und „Private Förderung“ eingeteilt.
Förderungen sind in den Orten der anerkannten Kommunen möglich und erfolgen durch Zuschüsse. Die Mindestinvestitionssumme beträgt für investive Vorhaben 10.000 Euro, für nicht-investive 1.500 Euro (jeweils Nettobeträge) Beantragte Maßnahmen dürfen nach Erhalt des schriftlichen Zuwendungsbescheides begonnen werden.

Gefördert werden können im kommunalen Bereich:

  • Ausgaben für die Ausarbeitung von integrierten kommunalen Entwicklungskonzepten und städtebaulichen Fachbeiträgen sowie Ausgaben für Moderations- und Beratungsleistungen, Objektplanungen, Schulungen und Informationsveranstaltungen.
  • Investitionen in die lokale Basisinfrastruktur zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit und zur nachhaltigen Sicherung der Siedlungs- und Baustruktur der Ortskerne.
  • Investitionen in die Schaffung, Verbesserung und Ausdehnung von kleinen Infrastrukturen (Freiflächen) sowie der Erhaltung des kulturellen und natürlichen Erbes (Ortsbild)
  • Investitionen in einen städtebaulich verträglichen Rückbau von Gebäuden und Grundstücken in den Ortskernen

Der Fördersatz beträgt i. d. R. 65 % der zuschussfähigen Ausgaben.

Im Privatbereich ist Voraussetzung, dass das Haus, die Scheune oder das Nebengebäude im Fördergebiet eines Dorfentwicklungs-schwerpunktes liegt. Die Eigentümer können sich beim Fachdienst Kreisentwicklung über Fördermöglichkeiten informieren. Planungen und Sanierungen oder Umbau von Gebäuden auf Grundlage ortstypischer Bauweise sind vom Grundsatz förderfähig, aber auch Neubauten, die sich in die charakteristische Baustruktur einfügen.
Um bauliche und gestalterische Fragen zu klären, wird eine kostenlose Erstberatung durch das zuständige Planungsbüro angeboten. 
Die Kontaktdaten sind beim Ortsvorsteher, bei der Kommune und beim Fachdienst Kreisentwicklung zu erfragen.
In der Regel wird ein Zuschuss von 35 % der förderfähigen Netto-Kosten gewährt, pro Gebäude max. 45.000 Euro Zuschuss, der nicht zurückzuzahlen ist.

Antragstellung auf private Förderung
Vor einer Antragstellung nehmen Sie bitte Kontakt mit dem Fachdienst Kreisentwicklung des Landkreises Marburg-Biedenkopf und dem Beratungsbüro auf. Zur ersten Orientierung finden Sie unter Downloads die erforderlichen Antragsunterlagen.
Neben dem Antragsvordruck sind Kostenangebote für die einzelnen Gewerke/Handwerker oder Materialien, die selbst eingebaut werden, erforderlich. Bei einem Gesamtbetrag der Zuwendung über 25.000 Euro sind für jeden Auftrag über 7.500 Euro (netto) mindestens 3 Angebote einzuholen, die bau- und denkmalschutzrechtliche Genehmigung (falls erforderlich) sowie Umbaupläne und Fotos, die das Gebäude gut zeigen. Förderanträge sollten bis Ende Januar das Jahres, in dem die Umsetzung vorgesehen ist, vollständig vorliegen. Innerhalb der Laufzeit können Anträge jederzeit gestellt werden.

Die letzte Antragstellung im Förderzeitraum muss bis spätestens 30. September des Jahres vor dem letzten Laufzeitjahr komplett beim Fachdienst Kreisentwicklung erfolgen. Besonders bei größeren Projekten ist eine frühzeitige Antragstellung zu empfehlen.

Beantragte Maßnahmen dürfen erst nach dem Erhalt eines schriftlichen Zuwendungsbescheides begonnen werden.

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