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Wald im Wandel

Impressionen vom Klima-Dialog "Waldspaziergang" September 2026

Am 15. September 2026 führte Daniel Hoven, Revierleitung Wohra des Forstamts Burgwald von HessenForst, eine interessierte Gruppe von 28 Klima-Dialog-Gästen durch ein Waldstück bei Schwabendorf. Beim gut besuchten Klimadialog vermittelte er anschaulich vor Ort, vor welchen Herausforderungen der Wald durch den Klimawandel steht und welche Möglichkeiten es gibt, ihn langfristig an die veränderten Bedingungen anzupassen. Und vor allem wie der uns vertraute Wald zur Erholung und Holznutzung erhalten werden kann.

An verschiedenen Waldflächen wurde deutlich, dass Waldumbau ein langfristiger Prozess ist, der bereits begonnen hat. So wurden angelegte Flächen gezeigt wo bereits Versuche mit verschiedenen Baumarten laufen oder Flächen mit Schäden durch Trockenheit und weiter Einflüsse auf unsere Wälder. Auch die Bedeutung der Holzernte für den Waldumbau wurde erläutert: Durch gezielte Entnahmen können beispielsweise Licht und Raum für die nächste Waldgeneration geschaffen und die natürliche Verjüngung gefördert werden. Gleichzeitig geht es darum, stabile, strukturreiche Mischwälder zu entwickeln. Und auch eine hohe Qualität an Holz zu produzieren.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Wasserhaushalt des Waldes. Gerade angesichts längerer Trockenperioden und zunehmender Starkregenereignisse gewinnt es an Bedeutung, Niederschlagswasser möglichst lange im Wald zu halten. Maßnahmen wie die Rückhaltung von Wasser aus Entwässerungsgräben oder die Anlage von Versickerungsmulden können dazu beitragen, dass Wasser im Waldboden versickert und dem Wald länger zur Verfügung steht. Die täglichen Fragen sind auch, wie kann schweres Gerät im Wald zur Holzernte auf Waldwegen unterwegs sein und gleichzeitig der Boden nur teilweise verdichtet werden.

Auch die Wahl geeigneter Baumarten spielte eine wichtige Rolle. Neben heimischen, trockenheitsverträglichen Baumarten können unter bestimmten Standortbedingungen auch nicht heimische Alternativbaumarten einen Beitrag zur Risikostreuung leisten. Entscheidend ist dabei, dass die Baumarten zum jeweiligen Standort und zu den künftig erwarteten Klimabedingungen passen und möglichst vielfältige Mischungen entstehen. Denn wir dürfen nicht vergessen, wir haben neben heißen Sommertagen auch kalte Winter.

Darüber hinaus wurde deutlich, dass mit der Pflanzung oder natürlichen Verjüngung neuer Bäume die Arbeit noch lange nicht abgeschlossen ist. Junge Waldbestände benötigen in den ersten Jahren gezielte Pflege, damit sich unterschiedliche Baumarten entwickeln können und konkurrenzstarke Pflanzen (z.B. Adlerfarn) die jungen Bäume nicht überwachsen. Diese Kultur- und Pflegearbeiten schaffen damit wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung stabiler und zukunftsfähiger Wälder.

Der Rundgang zeigte eindrucksvoll, dass Waldumbau kein kurzfristiges Projekt ist, sondern eine Aufgabe, die über viele Jahre und Jahrzehnte begleitet werden muss. Ziel ist es, die Wälder auch unter den Bedingungen des Klimawandels zu erhalten und ihre vielfältigen Funktionen für Mensch, Natur und Klima langfristig zu sichern.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der fünften Woche der Klimaanpassung (Öffnet in einem neuen Tab) statt. Vom 14. bis 20. September 2026 haben Veranstaltungen in ganz Deutschland Klimaanpassung sichtbar und erlebbar gemacht. 

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