Bürgerservice

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Voraushelfersystem

Details

Die Rettungskette

Ein wichtiger Teil in unserem Kampf gegen den plötzlichen Herztod im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist die Etablierung unseres Voraushelfersystems in die Rettungskette. Das Voraushelfersystem besteht bereits seit knapp 10 Jahren und wird durch ca. 200 Voraushelfer*innen im ganzen Landkreis unterstützt.

Benötigt ein Mensch aufgrund eines Kreislaufkollapses medizinische Hilfe, muss schnellstens die Rettungskette in Gang gebracht werden. Hierbei rufen Ersthelfer die 112 an und landen in der Zentralen Leitstelle Marburg-Biedenkopf. Durch die strukturierte Notrufabfrage können die Einsatzbearbeiter*innen feststellen, ob eine Reanimation nötig ist. Ist dies der Fall, wird die Telefonreanimation angeleitet.

Parallel zur Reanimationsanleitung werden die Rettungsmittel, das heißt Rettungs- und Notarztwagen aber auch unsere Voraushelfer*innen alarmiert.

Die Alarmierung unserer Voraushelfer*innen erfolgt standortbasiert über eine App, das bedeutet, dass nur die Voraushelfer*innen im engeren Umkreis von wenigen hundert Metern um den Einsatzort alarmiert werden. Somit sind die Voraushelfer*innen früher am Einsatzort als die Rettungsmittel und leisten qualifizierte Hilfe in Form einer Reanimation und - je nach Situation - auch Beatmung des Patienten. Somit wird das therapiefreie Intervall verkürzt, welches positive Auswirkungen auf die Überlebenschancen und das Outcome des Patienten haben kann.

Die Voraushelfer*innen leisten Hilfe, bis der Rettungsdienst vor Ort ist und die Reanimation übernimmt.

Voraushelfer werden

Erst einmal freuen wir uns sehr, dass wir Ihr Interesse wecken konnten. Umso erfreulicher ist es, dass Sie keine großen Voraussetzungen mitbringen müssen, um Voraushelfer*in bei uns zu werden. Wichtig ist uns, dass Sie sich die Arbeit als Voraushelfer*in psychisch und körperlich zutrauen.

Die Patienten, deren Angehörige oder auch fremde Ersthelfer befinden sich in einer Ausnahmesituation. Die Reanimation des Patienten ist körperlich anspruchsvoll und die psychische Belastung durch beispielsweise panische oder sehr traurige Angehörige, darf ebenfalls nicht unterschätzt werden. Daher ist es uns wichtig, Sie darauf hinzuweisen, dass es zu körperlicher oder psychischer Belastung kommen kann.

Es ist aber grundsätzlich möglich, als unerfahrene Person zum Voraushelfer zu werden. Ist dies der Fall, erhalten Sie eine Schulung zur Reanimation und lernen den Umgang mit dem Rettungsdienst.

Haben Sie bereits über Ihre Arbeit medizinische Vorkenntnisse, weil Sie z. B. eine medizinische, eine Pflege- oder eine rettungsdienstliche Ausbildung absolviert haben oder selber Arzt bzw. Ärztin sind, ist lediglich eine kurze Einweisung in unser System notwendig.

Was muss ich machen, um in das Voraushelfersystem aufgenommen zu werden?

Hierfür können Sie ganz einfach das Kontaktformular nutzen, das Sie unter folgendem Link finden: http://www.h-e-r-z.org/voraushelfer-werden/

Tragen Sie dort Ihre Kontaktdaten ein und hinterlassen uns eine kurze Nachricht, dass Sie Interesse haben Voraushelfer*in zu werden. Bitte geben Sie auch an, ob Sie bereits medizinische Vorkenntnisse haben.

Wir werden uns zeitnah bei Ihnen melden und Ihnen die weiteren Schritte erläutern.

Hinweise

FAQ - Frequently Asked Questions - Häufig gestellte Fragen

Wie erfolgt die Alarmierung?
Die Alarmierung unserer Voraushelfenden erfolgt über eine standortbasierte App, die Sie im AppStore oder PlayStore herunterladen können. Hierbei ist es wichtig, dass Sie die Standortdaten Ihres Smartphones einschalten, damit die App Sie im Einsatzfall orten und alarmieren kann. Es werden nur Voraushelfer im Umkreis von wenigen hundert Metern zu einer Reani-mation alarmiert, damit diese sehr zeitnah am Einsatzort eintreffen und qualifizierte Hilfe leisten können.

Kann die Zentrale Leitstelle meinen Standort jederzeit sehen?
Defintiv nein. Erst bei einer Alarmierung über das KATRETTER-System erfolgt zunächst eine grobe Ortung aller angemeldeten Smartphones. Damit wird der Kreis an Smartphones, die sich in der Nähe des Einsatzortes befinden, eingegrenzt. In einem zweiten Schritt werden für die zielgenaue Alarmierung nur die Smartphones im Umfeld des Einsatzortes „feingeortet“.

Müssen Alarme zwingend angenommen werden?
Natürlich nicht. Die Registrierung und Teilnahme an Einsätzen erfolgt komplett auf freiwilliger Basis. Jeder Voraushelfer*in entscheidet selbst, ob der Alarm angenommen oder abgelehnt wird.

Bin ich im Einsatzfall versichert?
Ja, das sind Sie über uns. Sobald Sie bei uns als Voraushelfer eingetragen und registriert sind, greift der Versicherungsschutz. Sollte ein Unfall passieren oder Sie sich im Einsatzfall verletzen, muss eine Unfallanzeige gestellt werden. Die Behandlungskosten werden dann von unserer Versicherung übernommen.

Ich komme mit dem Erlebten während einer Reanimation psychisch nicht zurecht. Bekomme ich hier Hilfe?
Auch hier können wir Ihnen qualifizierte Hilfe anbieten. Hierbei können Sie über die Zentrale Leitstelle Marburg-Biedenkopf nach der Psychosozialien Notfallversorgung (kurz PSNV) fragen. Dies sind ausgebildete Notfallseelsorger*innen, die Ihnen durch Gespräche helfen können, das Erlebte besser zu verarbeiten. Siehe Kontaktdaten Notfallseelsorge.

Ich habe jetzt keine Fragen mehr, aber wenn ich noch welche haben sollte?
…dann können Sie sich gerne jederzeit bei uns melden. Nutzen Sie dafür unser Kontaktformular oder nutzen Sie unsere Mailadresse fd-rd@marburg-biedenkopf.de

Voraussetzungen

Sie müssen keine großen Voraussetzungen mitbringen, um Voraushelfer*in bei uns zu werden. Wichtig ist uns, dass Sie sich die Arbeit als Voraushelfer*in psychisch und körperlich zutrauen.


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