Marburg-Biedenkopf – Am 27. Oktober 2026 hat Landrat Jens Womelsdorf den Sozialpreis des Landkreises Marburg-Biedenkopf an Christian Reifert aus Biedenkopf sowie an die TelefonSeelsorge Marburg e.V. überreicht. Der mit insgesamt 3.000 Euro dotierte Preis zeichnet beispielhaftes ehrenamtliches Engagement im sozialen Bereich aus und wurde anteilig den beiden Preisträgern zugesprochen. Außerdem überreichte der Landrat bei der Feierstunde im Marburger Landratsamt den Preisträgern eine Urkunde für ihr soziales Engagement sowie ein kleines persönliches Präsent.
Eine zehnköpfige Jury, bestehend aus Mitgliedern des Kreistages und des Jugendhilfeausschusses, der Kreisverwaltung sowie sozial engagierter Bürgerinnen und Bürger, hat dem Kreisausschuss aus den zahlreichen Vorschlägen Christan Reifert und die Telefonseelsorge aus Marburg für den Sozialpreis vorgeschlagen. Der Kreisausschuss hat dem Vorschlag zugestimmt.
„Der Sozialpreis wurde in diesem Jahr zum neunten Mal verliehen. Die Auszeichnung würdigt beispielhaftes Handeln und soll deutlich machen, wie vielfältig und innovativ ehrenamtliches Engagement oftmals ist. Die Jury hat daher dieses Mal zwei Preisträger ausgewählt, die sich um die Sorgen, Nöte und Ängste von Menschen kümmern. Beide helfen in akuten Notsituationen und sind für die Menschen da, wenn sie Hilfe und Unterstützung brauchen“, betonte Landrat Womelsdorf.
„Christian Reifert ist einer der Begründer und innovative Motor des Kriseninterventionsdienstes (KID) im Landkreis Marburg-Biedenkopf, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert. In dieser Zeit hat Christian Reifert die Arbeit des KID und die hochqualifizierte Ausbildung der Einsatzkräfte verantwortet und mitgeprägt“, erklärte Landrat Jens Womelsdorf.
Der Kriseninterventionsdienst verhindert durch ein schnelles und unmittelbares Eingreifen nach traumatischen Erlebnissen die Entstehung chronischer psychischer Erkrankungen. Die Unterstützung richtet sich an Menschen, die sich in hochakuten psychischen Ausnahmesituationen befinden. Dazu gehören Angehörige, Hinterbliebene und Augenzeugen nach plötzlichen Todesfällen, Unfällen oder Gewalttaten. Der Dienst entlastet die professionellen Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdiensten.
„Christian Reifert engagiert sich leidenschaftlich seit drei Jahrzehnten für den Erhalt und die Zukunft des Kriseninterventionsdienstes, damit Menschen in ihren dunkelsten Stunden nicht allein gelassen werden“, betonte auch Anette Teuber, die stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Marburg-Biedenkopf; der KID ist eine Fachabteilung dieses Verbandes. Christian Reifert übt darüber hinaus eine Reihe weiterer Ehrenämter aus, zum Beispiel bei der Freiwilligen Feuerwehr in Biedenkopf oder beim Kreisfeuerwehrverband.
Die TelefonSeelsorge Marburg e.V. leistet unkompliziert und niedrigschwellig Hilfe für Menschen in Notsituationen, zum Beispiel bei psychischen und physischen Erkrankungen, bei Gewalt oder Selbstmordgefährdung. Menschen in Notsituationen können rund um die Uhr die Telefon-Seelsorge anrufen und mit einer oder einem der zurzeit rund 50 ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Miterbeitern sprechen und sich Rat und Trost holen. In 2025 hat die Telefon-Seelsorge rund 6.500 Gespräche geführt; in laufenden Jahr gab es bereits rund 7.000 Kontakte.
Die Telefon-Seelsorge ist niedrigschwellig, Tag und Nacht erreichbar und leistet Hilfe in psychischen Grenzsituationen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Miterbeiter bieten ein kostenloses und vertrauliches Gesprächsangebot am Telefon, aber auch per Chat oder E-Mail. Sie werden nach einer sorgfältigen Auswahl durch eine mehrmonatige Ausbildung auf ihre Aufgabe vorbereitet und regelmäßig durch Supervisionen und Fortbildungen begleitet. Sie arbeiten nach den bundesweiten Standards für die Telefon-Seelsorge. Sie ist offen für alle Menschen – unabhängig von Religion, Herkunft, Alter oder Lebenssituation.
„Auch die Telefon-Seelsorge ist ein wichtiger Knotenpunkt unseres sozialen Netzes und sie macht deutlich, wie vielfältig ehrenamtliches Engagement sein kann. Sie bildet außerdem ein wichtiges Bindeglied zu professionellen Unterstützungsangeboten“, unterstrich der Landrat und dankte den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für deren Engagement.
Beide Preisträger werden ihren Anteil am Preisgeld für die Unterstützung und Fortführung der bisherigen Arbeit verwenden.