Marburg-Biedenkopf – Am Montag, 12. Oktober 2026, wurde die Ausstellung „Konversationen“ im Foyer des Marburger Landratsamtes eröffnet. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf stellt dabei Kunstwerke von Harald und Martha Gudrun Häuser aus. Das Künstler-Ehepaar hat die Exponate gemeinsam in verschiedenen Arbeitsschritten hergestellt.
Die Kunstschaffenden verstehen ihre Werke dabei als eine Art der Konversation. Die Eröffnung fand vor etwa 40 Besuchenden gemeinsam mit Landrat Jens Womelsdorf statt. Dr. Andreas W. Vetter, Leiter des Hinterlandmuseums Schloss Biedenkopf, führte in die Ausstellung ein.
Kunst eine Bühne geben
„Es ist wunderbar zu sehen, dass das Landratsamt für Ausstellungen gefragt ist. In diesem Jahr haben wir bereits zehn Mal den Raum für Ausstellungen nutzen können – deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. Und: Die Planungen sind noch nicht abgeschlossen“, sagte Landrat Womelsdorf zur Begrüßung. Auch Dr. Markus Morr, Leiter des Fachdienstes Kultur des Landkreises, bestätigte, dass noch eine weitere Ausstellung in diesem Jahr stattfinden wird und die Anfragen nicht abreißen würden.
„Wir versuchen durch diese Möglichkeit der Ausstellungen Kunst heimischer Kunstschaffenden an Orte zu bringen, wo sie gesehen werden können. Das Foyer des Landratsamtes hat eine große Fluktuation im täglichen Geschehen und so bieten wir hier eine tolle Bühne. Der Landkreis möchte Menschen, die hier in unserer Region künstlerisch aktiv sind, immer gerne unterstützen“, so der Landrat.
Entstehung der Werke
„Bereits 1975, das heißt schon vor Beginn seines Studiums, hat Harald Häuser begonnen seine Arbeiten auszustellen – mittlerweile ist er mit seinen Werken im In- und Ausland bekannt“, berichtete Dr. Andreas W. Vetter. „Neben seinen durchweg in Acryltechnik gestalteten Gemälde hat er im Laufe seiner über 50-jährigen Tätigkeit Zeichnungen und Illustrationen geschaffen, aber auch keramische Werke und Bronzeplastiken gestaltet und damit seine Vielseitigkeit bewiesen“, ergänzte Dr. Vetter.
Die Zusammenarbeit mit seiner Frau Martha Gudrun Häuser begann in den 1980er Jahren. Seit dieser Zeit malte sie nach eigener Aussage kommentierend und kritisierend jedes der Werke ihres Mannes im Kopf mit. Seit Frühjahr 2022 finden diese Kommentare auch konkret auf der Leinwand statt: Die ausgestellten Arbeiten im Landratsamt sind das Ergebnis dieses gemeinsamen malerischen Schaffens. „Die Werke sind nicht in einem gleichzeitigen, sondern in einem abwechselnden Gestaltungsprozess entstanden. Von Harald Häuser stammen dabei immer die farbigen Bildgründe mit ihren farbstarken Bildräumen. Zum Teil sind dies Werke, an denen der Künstler zuvor schon, zum Teil seit Jahrzehnten, immer wieder gearbeitet hatte, ohne sie als abgeschlossen betrachtet zu haben“, so Vetter. Auf diese Bildgründe habe Martha Gudrun Häuser ihre Kommentare in Form von Farbschwüngen gesetzt, die wie mit sehr breitem Pinsel aufgetragen erscheinen würden. „Im letzten Arbeitsschritt reagierte Harald Häuser auf diese Gestaltungselemente seiner Ehefrau vor allem durch eng gesetzte Zeichen, die wie eine unbekannte Schrift wirken. Gelegentlich nutzte er abschließend eine durchscheinende Farblasur, um die Balance zwischen den widerstrebenden Gestaltungstendenzen herzustellen, die für Harald Häuser die Abgeschlossenheit eines Werkes ausmacht“, erklärte Dr. Andreas W. Vetter den Gästen der Ausstellungseröffnung.
Inspiriert wurde das Künstler-Ehepaar anfangs unter anderem durch Lichtspiele am Meer bei einem Besuch im Januar 2023 im niederländischen Zandvoort, wo kleinformatige Werkfolgen entstanden. Die in der Ausstellung gezeigten, teilweise großformatigen Kunstwerke wurden dagegen im heimischen Atelier in Breidenbach geschaffen.
Harald Häuser studierte von 1978 bis 1983 Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und ist seitdem freischaffender Künstler. 2024 hat ihn der Landkreis mit seinem höchsten Kulturpreis, dem Otto-Ubbelohde-Preis, für sein künstlerisches Werk ausgezeichnet. Martha Gudrun Häuser arbeitete in der Neurologie und Kinder und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Marburg, seit 1989 ist sie hauptberuflich Assistentin des Malers.
Harald Häuser bedankte sich für die Laudatio und auch für die Möglichkeit, im Foyer des Landratsamtes die gemeinsam mit seiner Frau entstandenen Werke ausstellen zu können. Das „Gentlemen Jazz-Duo“, bestehend aus Samuel Bos und Balász Jagasics, begleitete die Ausstellungseröffnung musikalisch mit Jazz-Musik.
Die Ausstellung ist noch bis zum 25. November 2026 montags bis donnerstags von 7 bis 16 Uhr sowie freitags von 7 bis 14 Uhr im Foyer des Marburger Landratsamtes zu sehen.