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Pressemitteilung 260/2026

31.07.2026

Grenzgangs-Peitsche ist Exponat des Monats – Hinterlandmuseum zeigt Kennzeichen eines Wettläufers aus dem Jahre 1900

Volkhard Ferchland vom Grenzgangsverein (li.) überreicht Dr. Andreas W. Vetter (Leiter des Hinterlandmuseums) die Peitsche, die nun als Exponat des Monats August zu sehen ist.

Marburg-Biedenkopf – Passend zum Grenzgang in Biedenkopf präsentiert das Hinterlandmuseum im kreiseigenen Schloss Biedenkopf ein neues Exponat des Monats: Es handelt sich um die Peitsche des Wettläufers Julius Heinzerling vom Grenzgang im Jahr 1900. Da die Wettläufer ihre Peitsche behalten dürfen, blieb sie im Besitz Heinzerlings und seiner Nachfahren. Der Biedenkopfer Roland Heck und seine Familie stifteten die Peitsche kürzlich an den Grenzgangsverein, der sie jetzt an das Hinterlandmuseum weitergab. 

Die historische Peitsche stellt eine bedeutende Ergänzung des Sammlungsschwerpunktes des Museums zum Grenzgang dar. Die Peitsche von 1900 hat eine andere Form als diejenigen, die heute von den Wettläufern genutzt werden und wurde auch anders geschwungen. Sie besteht aus Peitschenstiel und Peitschenschnur. Letztere war nur fragmentarisch erhalten und wurde mit freundlicher Unterstützung des Grenzgangsvereins fachgerecht ergänzt. Ein Peitschenknall entsteht, weil die sich bildende Schlaufe am Ende der Peitsche auf Überschallgeschwindigkeit bewegt wird.

Die Wettläufer gehören zu den markantesten Figuren beim Grenzgang. Bereits vor dem Fest ist ihr Peitschenknallen weithin hörbar. Erstmals sind die Wettläufer bei dem Gang von 1809 nachweisbar: Hier werden zwei Burschen als „Laufer“ erwähnt. Die älteste Darstellung des Grenzgangsfestes von 1872 zeigt sie bereits in der heutigen Kleidung mit Peitsche und Barett.

Ursprünglich hatten sie vermutlich die Funktion, Nachrichten zu überbringen. Heute hetzen die Wettläufer neben dem Grenzgangszug peitscheknallend hin und her. Dabei sorgen sie dafür, dass die Teilnehmer auf der Grenzlinie bleiben und nicht etwa versuchen, den Weg abzukürzen. Darüber hinaus beteiligen sie sich an dem Brauch des „Huppchens“, bei dem Teilnehmer auf einen Grenzstein gesetzt werden.

Sonderausstellung zum Grenzgang im Hinterlandmuseum
Auch die aktuelle Sonderausstellung im Festsaal des Hinterlandmuseums steht mit ihrem Thema „Der Wald: Lebensraum – Wirtschaftsfaktor – Sehnsuchtsort?“ in Zusammenhang mit dem Genzgang und findet in der Dauerausstellung im benachbarten Raum zum Grenzgang eine Ergänzung. Noch bis zum 13. September des Jahres zeigt diese Ausstellung verschiedene Perspektiven auf den Wald, der die Landschaft des hessischen Hinterlandes maßgeblich prägt.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Zu sehen sind ist das Exponat des Monats August während der Öffnungszeiten des Museums: dienstags bis sonntags und an Feiertagen jeweils von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene vier Euro, für Kinder bis 14 Jahre 2,50 Euro.

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