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Pressemitteilung 277/2026

25.08.2026

Neuer Wohnraum für Grasfrosch und Co. in Biedenkopf – Neue Kleingewässer schaffen wertvollen Lebensraum für Amphibien und weitere Arten

Mithilfe eines Baggers wurden in Biedenkopf Himmelsteiche für Amphibien und Co. angelegt.

Pressemitteilung des Landschaftspflegeverbandes Marburg-Biedenkopf e.V.

Marburg-Biedenkopf – In Biedenkopf ist neuer Lebensraum für Amphibien entstanden: Der Landschaftspflegeverband (LPV) Marburg-Biedenkopf e.V. hat in Zusammenarbeit mit den Biedenkopfer Ortsgruppen von BUND und NABU am Hachenbach zwei neue Himmelsteiche angelegt. Zwei bereits bestehende Tümpel profitierten zudem von einer Sanierung. Den Anstoß für die Maßnahme gab die NABU-Ortsgruppe Biedenkopf, die Flächen gehören der Stadt Biedenkopf.

Der Hachenbach passiert Flachland-Mähwiesen und mündet in Biedenkopf in die Lahn. Bereits in den 1980er-Jahren hatten die NABU-Ortsgruppe Biedenkopf, die Untere Naturschutzbehörde des Kreises und das Land Hessen dort mehrere Tümpel angelegt. Sie boten unter anderem Grasfrosch, Erdkröte sowie Berg-, Teich- und Fadenmolch geeignete Laich- und Lebensräume. Im Laufe der Jahrzehnte führten natürliche Prozesse, Verschlämmung und zunehmende Beschattung dazu, dass die Gewässer ihre Funktion als Laichgebiete zunehmend verloren. Eine Begehung im vergangenen Jahr zeigte, dass sie inzwischen für Amphibien weitgehend ungeeignet waren.

Ziel der Maßnahme war die Schaffung von vegetationsärmeren und besonnten Laichgewässern, insbesondere für Grasfrosch und Fadenmolch. Die neuen Himmelsteiche wurden im Übergangsbereich zwischen Ufervegetation und den angrenzenden Mähwiesen angelegt. So konnten die Beteiligten eine Beeinträchtigung der wertvollen Flachland-Mähwiesen vermeiden. Zugleich wurde bei der Auswahl des Gebietes darauf geachtet, dass sowohl die zwei neuen als auch die beiden sanierten Gewässer im Frühjahr ausreichend besonnt sind – eine wichtige Voraussetzung für ihre Eignung als Laichplatz. Auf eine direkte Verbindung der Himmelsteiche mit den bestehenden Tümpeln oder dem Hachenbach wurde bewusst verzichtet. Dadurch soll zum einen die Auskühlung durch das Bachwasser vermieden werden, was für das Gedeihen der Kaulquappen wichtig ist. Zum anderen sollen damit einer erneuten Verschlämmung entgegengewirkt sowie die Funktion der neuen Laichgewässer langfristig gesichert werden. Bei den Arbeiten kam ein Bagger zum Einsatz. Beim Aushub wurde darauf geachtet, wertvollere Pflanzen wie die Schwertlilie nicht zu bedecken.

Das Projektgebiet liegt im FFH-Gebiet „Lahnhänge zwischen Biedenkopf und Marburg“. Die Abkürzung „FFH“ steht für „Flora-Fauna-Habitat“, diese Gebiete sind gesetzlich besonders geschützt. Der Maßnahmenplan für das genannte Gebiet sieht vor, Kleingewässer zu schaffen und aufzuwerten. Denn diese Gewässer tragen auch dazu bei, das Nahrungsangebot für Fledermäuse und den Schwarzstorch zu verbessern. Finanziert wurde die Maßnahme aus Mitteln des sogenannten naturschutzrechtlichen Ersatzgeldes.

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