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Pressemitteilung 322/2026

29.09.2026

Hinterlandmuseum zeigt „Die Flötenspielerin“ – Kunstguss ist als Exponat des Monats Oktober zu sehen und stimmt auf „Herbstabende“ ein

Als Exponat des Monats Oktober zeigt das Hinterlandmuseum im kreiseigenen Schloss Biedenkopf das Relief „Die Flötenspielerin“.

Marburg-Biedenkopf – Als Exponat des Monats Oktober zeigt das Hinterlandmuseum im kreiseigenen Schloss Biedenkopf das Relief „Die Flötenspielerin“. Dabei handelt es sich um ein Kunstguss aus Eisen. Das Exponat stimmt auch auf den Start der „Herbstabende“ ein, an denen es im Museum auch wieder musikalisch wird.

Das Relief zeigt eine sitzende Frau mit langem, offenem Haar und langem Kleid, die konzentriert ihre Flöte spielt. Ein Eisendraht an der Rückseite ermöglicht es, das Werk an einer Wand aufzuhängen. Das Wandrelief ist Teil einer Serie mit Musikantinnen. Dazu gehören außer der „Flötenspielerin“ noch „Die Geigenspielerin“, „Die Cellospielerin“ und die „Lautenspielerin“. Die Entwürfe für die vier Reliefs lieferte Heinrich Moshage (1896-1968) zwischen 1948 und 1950. Moshage studierte in München und lebte seit 1932 in Düsseldorf. Er arbeitete als Bildhauer, Holzschnitzer und Plakettenkünstler – seine Spezialgebiete waren die Medaille und die Porträt-Plastik. 

Erfolgreich bemühte er sich um die Wiederbelebung des künstlerischen Eisengusses. Die Buderus Eisenwerke gründeten auf seine Initiative in Hirzenhain am Vogelsberg eine Feingießerei für künstlerisch gestaltete Artikel. Das Unternehmen war sehr erfolgreich und das Serienprogramm von Buderus Kunstguss umfasste schließlich Nachgüsse von rund 300 Ofen- und Kaminplatten sowie rund 200 Plastiken, Reliefs, Plakette und „kunstgewerbliche Gegenstände alter Meister“. Die „Musikantinnen“ gehörten jahrzehntelang zum Angebot und waren noch im Jahr 1998 käuflich zu erwerben.

Die im Museum gezeigte Flötenspielerin stammt aus dem Nachlass eines Gießers, der bei Buderus in Breidenbach tätig war und selbst eine Kunstguss-Sammlung besaß. Neben der „Flötenspielerin“ gehörte auch Moshages „Geigenspielerin“ zu seiner Sammlung. Beide Reliefs ergänzen damit hervorragend den Bestand des Hinterlandmuseums, in dem sich schon länger auch die „Cellospielerin“ befindet. Nur die „Lautenspielerin“ fehlt noch, um die Serie im Museum zu vervollständigen.

Zu sehen ist das Exponat des Monats Oktober während der Öffnungszeiten des Museums: dienstags bis sonntags und an Feiertagen jeweils von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene vier Euro, für Kinder bis 14 Jahre 2,50 Euro.

Die „Herbstabende“ finden im Oktober und November im Hinterlandmuseum statt. Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe erwartet die Besucherinnen und Besucher wieder Vorträge, Theateraufführungen und auch Konzerte. Über das Programm der „Herbstabende“ wird das Museum separat informieren.

Das Exponat des Monats

Nach mehr als 100-jähriger Sammeltätigkeit verfügt das Hinterlandmuseum inzwischen über rund 30.000 Exponate aus einem breiten Spektrum der regionalen Kulturgeschichte – überwiegend waren und sind es Schenkungen aus der Bevölkerung. Seit 2009 werden besonders interessante neue Schenkungen im Rahmen der Aktion „Exponat des Monats“ vorgestellt. Dabei recherchieren die Mitarbeitenden des Museums zunächst über das Exponat anhand der Angaben der ehemaligen Besitzerinnen oder Besitzer, der Literatur und der Archive. Anschließend wird es für vier Wochen, eben für einen Monat, im Museum gezeigt und in der Presse vorgestellt.

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