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Pressemitteilung 287/2026

04.09.2026

Mit Schmetterlingen zum „Haus, in dem Kinder forschen“ – Betreuungsangebot der Otfried-Preußler-Schule in Weidenhausen erneut zertifiziert

Vertreterinnen und Vertreter des Kreises, der Stadt Gladenbach sowie die Kinder und Betreuungskräfte des Betreuungsangebotes der Otfried-Preußler-Schule in Weidenhausen freuen sich über die erneute „Haus, in dem Kinder forschen“- Auszeichnung.

Marburg-Biedenkopf – Das Betreuungsangebot des Landkreises Marburg-Biedenkopf an der Otfried-Preußler-Schule in Gladenbach-Weidenhausen bleibt weiterhin ein „Haus, in dem Kinder forschen“. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg würdigt mit der Auszeichnung den Einsatz rund um die frühe Bildung in den Naturwissenschaften.

Für das kontinuierliche Engagement in der frühen MINT-Bildung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) wurde das Betreuungsangebot erneut zertifiziert. Die offizielle Plakette überreichte der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Peter Neidel: „Es ist schön, dass die Schulbetreuung erneut ausgezeichnet wurde. Denn es ist wichtig, Kindern diesen Raum zum selbständigen Lernen und Forschen zu bieten und somit ihre Entwicklung zu fördern.“ 

Grundlage der erneuten Zertifizierung ist die konsequente Verankerung des entdeckenden und forschenden Lernens im pädagogischen Alltag. In diesem Fall handelt es sich um ein vierwöchiges Projekt rund um die Entwicklung von Raupen zu Schmetterlingen.

Ausgangspunkt für das Forschungsprojekt waren die Kinder selbst. Sie entdeckten im Frühjahr die ersten Schmetterlinge und stellten neugierige Fragen, wie: „Wann werden die Raupen zu Puppen?“ oder „Warum zittern die so?“. Diese Fragen griffen die pädagogischen Fachkräfte auf und entwickelten daraus ein gemeinsames Forschungsprojekt. Hierfür wurden frisch geschlüpfte Raupen des Distelfalters im Gruppenraum unter geeigneten Bedingungen aufgezogen. Die Kinder beobachteten aufmerksam, wie die Raupen fraßen, wuchsen, sich verpuppten und schließlich als Schmetterlinge schlüpften. Mit großer Begeisterung verfolgten sie jeden Entwicklungsschritt, stellten eigene Vermutungen auf und gingen ihren Forschungsfragen gemeinsam nach. Nachdem die Distelfalter in die Freiheit entlassen worden waren, bildete ein Besuch des Schmetterlingshauses im Botanischen Garten Marburg den Abschluss des Projekts. 

Das Forschungsprojekt vermittelte naturwissenschaftliches Wissen und stärkte das Umweltbewusstsein der Kinder. Sie lernten, wie bedeutsam Insekten für das ökologische Gleichgewicht und die Bestäubung von Pflanzen sind und wie sie selbst zu ihrem Schutz beitragen können.

Die Zertifizierung als „Haus, in dem Kinder forschen“ wird nach festgelegten Qualitätskriterien vergeben, die sich unter anderem am Deutschen Kindergarten Gütesiegel sowie an den „Prozessbezogenen Qualitätskriterien für den naturwissenschaftlichen Unterricht“ orientieren. Die Auszeichnung gilt jeweils für zwei Jahre und kann anschließend durch eine erneute Bewerbung verlängert werden.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bildungs- und Betreuungsangebote an den Grundschulen des Landkreises bilden sich regelmäßig fort, um Kinder beim entdeckenden Lernen zu begleiten. Gemeinsam beobachten sie Phänomene aus dem Alltag, entwickeln Fragestellungen und suchen nach Erklärungen. So werden neben naturwissenschaftlichen Kompetenzen auch wichtige Grundlagen für erfolgreiches Lernen und selbstständiges Denken gelegt. „Es ist uns als Landkreis ein wichtiges Anliegen, das pädagogische Personal in den Bildungs- und Betreuungsangeboten kontinuierlich weiter zu qualifizieren. So stärken wir die Qualität unserer Angebote und schaffen beste Voraussetzungen für gute Bildung von Anfang an“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Peter Neidel.

Mit dem Zertifizierungsverfahren würdigt die Stiftung Kinder forschen das Engagement der pädagogischen Einrichtungen und unterstützt sie bei ihrer kontinuierlichen Qualitätsentwicklung.

„Mit der Sanierung schaffen wir für die 400 Schülerinnen und Schüler nicht nur einen modernen und zukunftsfähigen Lernort, sondern auch eine Umgebung, in der sich Kinder und Jugendliche wohlfühlen. Damit investieren wir nachhaltig in unsere Schulen und in die Zukunft des Schulstandorts“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Peter Neidel. Insbesondere der elektrisch gesteuerte Sonnenschutz vor den Fenstern oder auch die moderne Lüftungsanlage würden dazu beitragen, im Sommer die Temperaturen in dem Schulgebäude positiv zu beeinflussen, stellte der Schuldezernent fest.

Auch Landrat Jens Womelsdorf, der ebenfalls bei der Einweihung dabei war, freute sich über die Modernisierung: „Ein modernes Gebäude trägt dazu bei, dass die jungen Menschen ihren Schulalltag gut gestalten können und gerne in die Schule gehen.“ Beide bedankten sich beim Land Hessen, das die Sanierung durch die finanzielle Förderung unterstützt hat.

Insgesamt wurde eine Fläche von 1.733 Quadratmetern saniert, darunter unter anderem zwölf Klassenräume, ein Multifunktionsraum sowie Flure. Im Mittelpunkt stand dabei, das Gebäude energetisch zu optimieren. Dazu erhielt der Klassentrakt eine neu gedämmte Vorhangfassade, die einen effektiven Wärme- und Witterungsschutz bietet. Eine Vorhangfassade bildet die äußere Hülle des Gebäudes, das aber nicht das Gebäude selbst trägt. Alle Fenster sind nun dreifach verglast und mit einem außenliegenden, elektrisch gesteuerten Sonnenschutz ausgestattet. Auch das Dach wurde erneuert und durch ein Massivholzdach, das aus großflächigen massiven Holzelementen besteht, ersetzt. Dazu hat das Gebäude eine Photovoltaikanlage erhalten.

Aber auch in den Innenräumen hat sich einiges getan: In den Klassenräumen wurden neue Bodenbeläge verlegt, Wände neu gestrichen und Akustikdecken eingebaut. Moderne Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung sorgen für einen bedarfsgerechten Luftaustausch, also die Frischluftzufuhr wird automatisch an die aktuelle Luftqualität angepasst. Energieeffizient ist nun auch die Beleuchtung mit LED-Technik. Darüber hinaus wurden die Sanitärbereiche erneuert sowie unter anderem die Elektro- und Heizungsinstallation sowie Brand- und Sicherheitsanlagen modernisiert. 

Bei der Modernisierung kam auch die Barrierefreiheit nicht zu kurz: Im Eingangsbereich befindet sich nun ein Aufzug, sodass alle Geschosse barrierefrei erreichbar sind. Es steht zudem eine behindertengerechte Toilette zur Verfügung. Für alle Toiletten sammelt eine Zisterne künftig Regenwasser vom Dach, das für die Spülungen wiederverwendet wird. Im Erdgeschoss entstand außerdem ein neuer Aufenthaltsbereich für Schülerinnen und Schüler.

Insgesamt investierte der Landkreis rund 7,6 Millionen Euro in die Sanierung. Davon werden rund 1,4 Millionen Euro aus Landesmitteln gefördert. Zusätzlich hat der Kreis rund 113.000 Euro für die Einrichtung und Ausstattung der zwölf Klassenräume aufgewendet.

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