Marburg-Biedenkopf – Energetisch saniert und fit für die Zukunft ist der Klassentrakt der Hinterlandschule in Steffenberg-Niedereisenhausen. Am vergangenen Freitag wurde das Gebäude nach drei Jahren Umbauarbeiten im Rahmen eines Festaktes eingeweiht. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat das aus dem Jahr 1970 stammende Gebäude grundlegend modernisiert und 7,6 Millionen Euro investiert. Die Sanierung wurde im Rahmen des Landesprogramms zur Förderung der Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien in den Kommunen gefördert.
„Mit der Sanierung schaffen wir für die 400 Schülerinnen und Schüler nicht nur einen modernen und zukunftsfähigen Lernort, sondern auch eine Umgebung, in der sich Kinder und Jugendliche wohlfühlen. Damit investieren wir nachhaltig in unsere Schulen und in die Zukunft des Schulstandorts“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Peter Neidel. Insbesondere der elektrisch gesteuerte Sonnenschutz vor den Fenstern oder auch die moderne Lüftungsanlage würden dazu beitragen, im Sommer die Temperaturen in dem Schulgebäude positiv zu beeinflussen, stellte der Schuldezernent fest.
Auch Landrat Jens Womelsdorf, der ebenfalls bei der Einweihung dabei war, freute sich über die Modernisierung: „Ein modernes Gebäude trägt dazu bei, dass die jungen Menschen ihren Schulalltag gut gestalten können und gerne in die Schule gehen.“ Beide bedankten sich beim Land Hessen, das die Sanierung durch die finanzielle Förderung unterstützt hat.
Insgesamt wurde eine Fläche von 1.733 Quadratmetern saniert, darunter unter anderem zwölf Klassenräume, ein Multifunktionsraum sowie Flure. Im Mittelpunkt stand dabei, das Gebäude energetisch zu optimieren. Dazu erhielt der Klassentrakt eine neu gedämmte Vorhangfassade, die einen effektiven Wärme- und Witterungsschutz bietet. Eine Vorhangfassade bildet die äußere Hülle des Gebäudes, das aber nicht das Gebäude selbst trägt. Alle Fenster sind nun dreifach verglast und mit einem außenliegenden, elektrisch gesteuerten Sonnenschutz ausgestattet. Auch das Dach wurde erneuert und durch ein Massivholzdach, das aus großflächigen massiven Holzelementen besteht, ersetzt. Dazu hat das Gebäude eine Photovoltaikanlage erhalten.
Aber auch in den Innenräumen hat sich einiges getan: In den Klassenräumen wurden neue Bodenbeläge verlegt, Wände neu gestrichen und Akustikdecken eingebaut. Moderne Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung sorgen für einen bedarfsgerechten Luftaustausch, also die Frischluftzufuhr wird automatisch an die aktuelle Luftqualität angepasst. Energieeffizient ist nun auch die Beleuchtung mit LED-Technik. Darüber hinaus wurden die Sanitärbereiche erneuert sowie unter anderem die Elektro- und Heizungsinstallation sowie Brand- und Sicherheitsanlagen modernisiert.
Bei der Modernisierung kam auch die Barrierefreiheit nicht zu kurz: Im Eingangsbereich befindet sich nun ein Aufzug, sodass alle Geschosse barrierefrei erreichbar sind. Es steht zudem eine behindertengerechte Toilette zur Verfügung. Für alle Toiletten sammelt eine Zisterne künftig Regenwasser vom Dach, das für die Spülungen wiederverwendet wird. Im Erdgeschoss entstand außerdem ein neuer Aufenthaltsbereich für Schülerinnen und Schüler.
Insgesamt investierte der Landkreis rund 7,6 Millionen Euro in die Sanierung. Davon werden rund 1,4 Millionen Euro aus Landesmitteln gefördert. Zusätzlich hat der Kreis rund 113.000 Euro für die Einrichtung und Ausstattung der zwölf Klassenräume aufgewendet.