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Pressemitteilung 182/2023

21.06.2023

Rege Teilnahme beim Grünlandtag – Veranstaltung des Kreises lockt zahlreiche Interessierte nach Eckelshausen

Bei verschiedenen Stationen konnten sich Interessierte während des Grünlandtages über die Bewirtschaftung von Grünland informieren.

Marburg-Biedenkopf – Rund 100 Interessierte sind der Einladung des Landkreises Marburg-Biedenkopf und des Vereins der Mutterkuhhalter zum Grünlandtag 2023 gefolgt. Im Fokus der Veranstaltung auf dem Angushof Weber in Biedenkopf-Eckelshausen stand der Austausch über die Bewirtschaftung von Grünland, also Wiesen und Weiden. Dabei wurde deutlich, dass die heimische Landwirtschaft großes Interesse am Erhalt von artenreichen Grünlandflächen zeigt.

In Hessen ist Grünland für die landwirtschaftliche Nutzung wichtig. Rund 2.900 Quadratkilometern sind damit bedeckt, was mehr als der Fläche des Saarlands entspricht. Grünland und Futterflächen dienen in erster Linie der Bereitstellung von Futter für Pferde und Wiederkäuer wie Kühe und Rinder sowie der Erzeugung von Biomasse für die energetische Verwertung. Darüber hinaus trägt vor allem das Dauergrünland, also Flächen, die mindestens fünf Jahre als Wiese oder Weide genutzt werden, zum Schutz von Boden und Grundwasser bei. Außerdem dient es der biologischen Vielfalt und schafft ästhetische Landschaften mit hohem Erholungswert.

Der Grünlandtag richtete den Fokus auf die Bedeutung dieser speziellen Agrarflächen und informierte interessierte Landwirtinnen und Landwirte über neue Herausforderungen und Entwicklungen sowie moderne landwirtschaftlichen Techniken.

Dr. Anna Marie Techow vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) referierte zum Thema „Königsdisziplin extensive Grünlandbewirtschaftung – standortangepasste Nutzung und Pflege von artenreichen Futterbeständen“. Außerdem konnten sich die Teilnehmenden über Grünlandthemen in fünf unterschiedlichen Stationen informieren. Die erste Station zum Thema „Arten- und Sortenwahl“ betreute Dr. Anna Marie Techow. Sie zeigte die Vor- und Nachteile von unterschiedlichen Gräser- und Kräutersorten bei Weide, Mähweide- und Wiesennutzung auf. So ist beispielsweise die Wiesenschwingel ein Gras, das Trockenheit gut aushält. Auch die Luzerne verträgt Trockenheit. Außerdem nimmt es Stickstoff aus der Luft auf, fixiert diesen im Boden und macht ihn so für Pflanzen verfügbar.

Das Natura-2000-Team des Fachdienstes Agrarförderung und Agrarumwelt der Kreisverwaltung betreute die zweite Station. Natura 2000 ist ein länderübergreifendes Schutzgebietssystem innerhalb der Europäischen Union (EU). Ziel der Natura 2000 ist es, ein System von zusammenhängenden Schutzgebieten zu schaffen, um die Artenvielfalt innerhalb der EU nach einheitlichen Kriterien dauerhaft zu schützen und zu erhalten. Die Mitarbeitenden gaben einen Überblick über ihre Aufgabenbereiche wie die Betreuung der Natura-2000-Gebiete und über das Programm. Zudem stellten sie das neue Kennartenprogramm vor, das über den Nachweis von bestimmten Pflanzenarten auf Weiden und Wiesen ökologisch wertvolles Grünland fördert.

Die dritte und vierte Station thematisierte Schad- und Giftpflanzen. Katharina Weihrauch vom LLH sowie Klaus Trümner vom Fachdienst Landwirtschaft gaben einen Einblick über Ursachen und Bekämpfungsmöglichkeiten für sich im Landkreis ausbreitende Schad- und Giftpflanzen im Grünland. Dazu gehört beispielsweise die Herbstzeitlose. Die Herbstzeitlose breitet sich deswegen vermehrt aus, da sie sich sehr gut an trockene Sommer und winterkalte Bedingungen anpassen kann. Die Pflanze kann deshalb beispielsweise im Frühjahr herausgerissen werden, bevor die Samenkapseln reif sind und sie sich weiter vermehren kann. Die Bekämpfung solcher Pflanzen ist extrem wichtig, weil Tiere wie Rinder und Pferde sich vergiften können.

Bei der fünften Station zeigte Markus Riehl vom Wasser- und Bodenverband Marburger Land mit einem GPS-gestützten Messsystem, wie Grenzkoordinaten gefunden und landwirtschaftliche Flächen präzise vermessen werden können.

Zusätzlich zu den Stationen konnten sich die Teilnehmenden über moderne Grünland-Technik informieren. Die Jägervereinigung Lahn-Ohm präsentierte Drohnentechnik, mit der landwirtschaftliche Flächen auf Rehkitze abgesucht werden können, um zu verhindern, dass die Tiere den Maschinen zum Opfer fallen. Biolandwirt Peter Arndt aus Marburg-Moischt stellte das Doppelmessermähwerk vor. Ein Doppelmessermähwerk zeichnet sich durch zwei gegeneinander laufende Messer aus. Sie schlagen das Mähgut nicht ab, sondern schneiden es auf der eingestellten Höhe sauber ab, ähnlich wie bei einer Schere. Die Pflanzen werden nicht durch das Mähwerk gezogen, sondern fallen an Ort und Stelle um. Als Vorteil dieses Mähwerks ist unter anderem der geringere Verlust von Insekten und Amphibien beim Mähvorgang zu nennen. Als Nachteil konnte beispielsweise vergleichsweise erhöhter Wartungsbedarf des Schneidewerkzeugs benannt werden. Die Vorstellung des Mähwerks wurde aus Mitteln der Ökomodell-Region Marburg-Biedenkopf finanziert.

Des Weiteren zeigte Christoph Weber ein Bandschwader, das von der der Rhöner Landtechnik gestellt wurde. Der Bandschwader ist ein landwirtschaftliches Gerät, das Erntegut wie Heu oder Stroh bündelt. Dabei kommt verhältnismäßig wenig Erde und Steine in das Erntegut.

Beim Grünlandtag 2023 konnten die Teilnehmenden die Funktionsweise und Vorzüge eines Bandschwaders kennenlernen, ein landwirtschaftliches Gerät, das Erntegut wie Heu oder Stroh bündelt.

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