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Pressemitteilung 085/2021

24.02.2021

Erste Familienklasse im Landkreis Marburg-Biedenkopf geht an den Start – Eltern und Kinder verbringen einmal wöchentlich einen Schultag zusammen

Marburg-Biedenkopf – Die erste Familienklasse im Landkreis Marburg-Biedenkopf wurde an der Grundschule II am Schulstandort Waldschule in Stadtallendorf eingerichtet. Bei diesem Angebot können die Schulkinder einmal wöchentlich von einem Elternteil an einem Schultag begleitet werden. Mit den Familienklassen sollen die Kinder bei der Entwicklung sozialer Kompetenzen sowie der Bewältigung von schulischen Anforderungen gestärkt werden.

Jede Woche findet dabei ein fünfstündiger Familienklassentag statt, an dem bis zu zehn Kinder aus allen Klassen der Waldschule teilnehmen können. Gestartet wird wegen der Corona-Pandemie jedoch zunächst nur mit Kindern aus einer vierten Schulklasse. Die Kinder arbeiten mit den Eltern an Aufgaben, die sie aus ihrer Klasse mitbringen und gemeinsam werden spielerische Übungen zur Verbesserung der Kommunikation sowie zum sozialen Lernen gemacht.

Die Familienklassen sind ein hessenweites Kooperationsprojekt zwischen dem Hessischen Kultusministerium, den Städten und Landkreisen als Schul- und Jugendhilfeträger sowie den Staatlichen Schulämtern. Im Landkreis sind an dem Projekt die Grundschule II, das regionale Beratungs- und Förderzentrum (BFZ) an der Landgräfin-Elisabeth-Schule in Stadtallendorf, der Verein bsj Marburg, das Staatliche Schulamt für den Landkreis Marburg-Biedenkopf, das Hessische Kultusministerium und der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit seinem Fachbereich Familie, Jugend und Soziales beteiligt. Bereits Ende September 2020 hatten der Kreis und das Kultusministerium eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um das Angebot gemeinsam zu finanzieren und umzusetzen.

Landrätin Kirsten Fründt freut sich darüber, dass dieses von langer Hand geplante Projekt jetzt an den Start geht: „Mir ist die Familienklasse ein wichtiges Anliegen, um Kinder bei ihren individuellen Lernzielen zu unterstützen und ihnen noch bessere Zukunftschancen zu ermöglichen. Außerdem wollen wir die Eltern bei der Übernahme ihrer Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder wertschätzend begleiten. Umgesetzt werden soll dies in Zusammenarbeit zwischen einem Multifamilientrainer und einer Lehrkraft“, erläutert die Landrätin.

„Durch dieses präventive Angebot sollen die teilnehmenden Kinder bei der Entwicklung ihrer sozialen Kompetenzen und der Bewältigung der schulischen Anforderungen gestärkt werden“, ergänzt Ulrike Haarmann-Handouche, zuständige Referentin im Hessischen Kultusministerium.

Durch die Verbindung der Familien miteinander und die professionelle Unterstützung durch Pädagoginnen und Pädagogen können sich Erfolge nachhaltig einstellen. „Die Erfahrungen in anderen Regionen überzeugen. Eltern und Kinder lernen, wie sich Erfolge und Freude in der Schule erreichen lassen“, erläutert Thilo Traub vom Staatlichen Schulamt. Durch diesen Ansatz würden Familie und Schule zusammengeführt und gleichzeitig die Bindung zwischen Eltern und Kind gestärkt.

Der bsj Marburg sieht die regelmäßige und aktive Zusammenarbeit aller Beteiligten als herausragend für diesen Ansatz an: „Kinder, Eltern, Lehrkraft und Jugendhilfe bilden ein stabiles Team, das flexibel, bedarfsgerecht und individuell an den Themen arbeiten kann“ betont Monika Stein, Geschäftsführerin des bsj Marburg. Der Multifamilientrainer Thomas Wolf vom bsj Marburg gestaltet dabei insbesondere die Arbeit mit den Familien. Simona Lison, Projektleiterin der lebensweltbezogenen Schulsozialarbeit beim bsj, kümmerte sich um die Qualifizierungsmaßnahmen der sozialpädagogischen Fachkraft zum Multifamilientrainer.

Der Leiter des Beratungs- und Förderzentrums (BFZ) Ralf Bednarek war sofort bereit, die Familienklasse personell zu unterstützen. Die Lehrkraft Andrea Tautermann vom Beratungs- und Förderzentrum ist primär für die Lernzeit verantwortlich und koordiniert außerdem die Zusammenarbeit mit allen Lehrkräften der Schule. Denn auch die anderen Lehrkräfte sollen mit dem Konzept der Familienklasse vertraut gemacht werden. Als Fachberaterin begleitet Lena Briel vom Staatlichen Schulamt das Gesamtprojekt inhaltlich.

„Die Familienklasse ist ein besonderes Angebot des ganzen Schulstandorts und für alle Lehrkräfte eine neue Form der Zusammenarbeit mit BFZ und Jugendhilfe“, sagt Janette Grün, Schulleiterin an der Grundschule II.

Und Uwe Pöppler, Leiter des Fachbereichs Familie, Jugend und Soziales der Kreisverwaltung, macht deutlich: „Die Familienklasse ist ein weiterer wichtiger Baustein in der Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule und ergänzt unser Betreuungsangebot an der Grundschule sowie die Schulsozialarbeit.“ Die vom Landkreis und dem Hessischen Kultusministerium bereitgestellten Mittel seien damit eine gute Investition zu einer Stärkung der Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit der Kinder. Pöppler hofft, dass die Arbeitgeber in Stadtallendorf bereit sind, Elternteile für einige Vormittage freizustellen, damit sie ihr Kind in die Familienklasse begleiten können. In anderen Regionen Hessens sei das sehr gut gelungen.

Seit dem 22. Februar 2021 findet in Hessen wieder Wechselunterricht in den Klassenstufen eins bis sechs statt. In diesem Rahmen startet auch die Familienklasse im Wechselmodell. Nur Kinder aus der Klasse, die dann sowieso gerade in Präsenzform am Unterricht in der Schule teilnehmen, sind dann Teil der Familienklasse. Nach Möglichkeit sollen außerdem alle Angebote draußen stattfinden. Die Eltern werden in Zeiten der Pandemie durch Gesprächsangebote eingebunden.

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