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Pressemitteilung 106/2021

02.03.2021

Kreisweites Tandemprojekt für Frauen wird gut angenommen – Teilnehmerinnen tauschen sich interkulturell aus

Marburg-Biedenkopf – Interkulturelle Freundschaften, gemeinsamer Austausch, Neues lernen: Bei einem kreisweiten Tandemprojekt können sich Frauen mit Fluchterfahrung mit anderen Frauen austauschen und neue soziale Kontakte knüpfen. Die Tandems treffen sich seit Dezember 2020 wöchentlich zu zweit unter Einhaltung der Corona-Regeln, um sich kennenzulernen und voneinander zu lernen.

Die Kreisverwaltung Marburg-Biedenkopf mit ihrem Büro für Integration, die Asylbegleitung Mittelhessen e.V. und der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Kirchhain haben die Frauen zusammengebracht und das Tandem-Projekt im Dezember mit einer gemeinsamen, digitalen Auftaktveranstaltung gestartet.

Kontakte mit Menschen unterschiedlichster Herkunft wecken das Interesse und die Neugier an neuen Lebenswelten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden zusammen entdeckt. Auf die Frage, warum sie bei dem Tandemprojekt mitmache, antwortete eine Teilnehmerin mit Fluchterfahrung „neue Freundinnen finden“. „Interkultureller Austausch und Neues lernen“ antwortete eine Teilnehmerin aus Deutschland. Die Tandems treffen sich seit Dezember wöchentlich zu zweit für gemeinschaftliche Aktivitäten: Unterhalten, Tee trinken, essen, kochen, Stadtrundgänge oder auch das Teilen von Fotoalben. Je nach Möglichkeit besuchen  sich die Frauen entweder zu Hause, treffen sich draußen im Park oder online zum gemeinsamen Videochat. Trotz der schwierigen Situation konnten die Teilnehmerinnen sich so bereits unter Einhaltung der Corona-Regelungen näher kennenlernen. Die Kontakte mit anderen Frauen reduzieren soziale Isolation, welche insbesondere unter geflüchteten Frauen im ländlichen Raum verbreitet ist.

Das Projekt stellt eine Mischung aus Tandem- und Gruppenprojekt dar. Neben der Begleitung der einzelnen Tandems bringt das Organisationsteam regelmäßig die ganze Projektgruppe zusammen. Hier geht es um Begegnung, Gruppengefühl und Beziehungsaufbau – im weiteren Projektverlauf auch um Themenabende und kleine Fortbildungen. „Bisher geschieht das online, alle freuen sich jedoch schon auf ein baldiges persönliches Kennenlernen“, berichtet Felicitas Menges vom Büro für Integration des Kreises. Da Frauen mit Fluchterfahrung durch ein informelles, vertrautes Setting mitunter am besten erreicht würden, lege das Projekt Wert auf persönliche Begegnung und Beziehungsaufbau. „Dadurch dass einige Teilnehmerinnen, die eine andere Teilnehmerin begleiten, selbst vor vielen Jahren Flucht- oder Migrationserfahrungen gemacht haben, wird die Trennung deutsche Frau hilft geflüchteter Frau aufgebrochen. Wir sprechen davon, dass wir einlebende Frauen mit eingelebten Frauen zusammenbringen“, betont Menges. Eine weitere Besonderheit und Bereicherung des Projekts ist die Diversität der Gruppe: das Alter der Frauen reicht von 19 bis 67 Jahre, sie sind in verschiedensten Ländern aufgewachsen, kommen aus unterschiedlichen Lebenswelten und wohnen im ganzen Landkreis verteilt.

Das Projekt geht über die Unterstützung beim Ankommen und im Alltag hinaus und möchte gegenseitiges Lernen und eine Begegnung auf Augenhöhe fördern. Einerseits kann es für die in Deutschland bereits eingelebten Frauen  sehr spannend sein, mehr über das Leben und den Alltag in Syrien oder in Eritrea zu lernen. Umgekehrt kann es für eine beispielsweise aus dem Irak stammende Frau sehr bereichernd sein, mehr über das Leben und den Alltag in Deutschland zu erfahren. Das Projekt soll die Frauen zu Eigenständigkeit und Selbstbestimmung ermutigen.

Da auch nach der Anmeldefrist noch viele Anfragen von interessierten Frauen eingingen, wollen die Beteiligtem dem Bedarf entgegengekommen und im Sommer einen zweiten Projektdurchlauf starten, an dem auch neue Teilnehmerinnen einsteigen können.

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