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Pressemitteilung 622/2020

14.12.2020

Lithiumbatterien richtig Entsorgen – Sachgemäßer Umgang kann Brandgefahren vorbeugen

Marburg-Biedenkopf – Die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF) gibt wichtige Hinweise zur sachgemäßen Entsorgung von Lithiumbatterien und -akkus: Um Brandgefahren vorzubeugen, dürfen diese nicht im Restmüll oder Gewerbeabfall entsorgt werden, sondern müssen einem Rücknahmesystem zugeführt werden. Zudem müssen auch Kamera, Handy- und Laptopakkus getrennt vom jeweiligen Gerät entsorgt werden. 

Lithiumbatterien und -akkus sind in vielen Geräten des täglichen Gebrauchs wie Handys, Uhren, Taschenrechner und Notebooks verbaut und fallen somit auch in den meisten Haushalten als Abfall an. Sie gehören jedoch nicht in den Restmüll oder Gewerbeabfall, sondern müssen einem Rücknahmesystem zugeführt werden. Denn durch eine unsachgemäße Entsorgung kann es zu Bränden kommen. Durch eine Beschädigung der Batterien oder Akkus können gasförmige oder flüssige Stoffe austreten, die reizend und brennbar sind. Die Brand- und Explosionsgefahr der Batterien und Akkus entsteht durch Kurzschlüsse oder Hitze- und Wärmeeinwirkungen. 

Das Umweltbundesamt hat auf seiner Homepage www.umweltbundesamt.de (Öffnet in einem neuen Tab) unter anderem folgende Tipps zum ordnungsgemäßen Umgang mit Altbatterien und -akkus veröffentlicht: 

  • Batteriepole bei Lagerung und Entsorgung abkleben, damit Kurzschlüsse verhindert werden
  • sachgerechte Abgabe in Sammelboxen im Handel oder bei kommunalen Sammelstellen.

Das Umweltbundesamt macht deutlich, dass die Abgabe von Batterien und Akkus an Sammelstellen im Handel oder der Gemeinde wichtig ist, weil so eine Verwertung und Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe wie Stahl, Zink und Nickel ermöglicht wird. Außerdem werden so Schadstoffe aus dem Hausmüll und der Umwelt ferngehalten. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass vor dem Entsorgen von beispielsweise Kameras, Handys und Laptops, Batterien und Akkus, die nicht fest verbaut sind, entnommen und getrennt den jeweiligen Entsorgungswegen zugeführt werden müssen. Auf keinen Fall dürfen Batterien im Restmüll oder Gewerbemüll entsorgt werden. 

Wegen der kalten Jahreszeit weist die ALF zudem darauf hin, dass heiße Asche, wie sie zur Zeit durch das Nutzen von Holzöfen und Kaminen anfällt, ebenfalls nicht im Restmüll entsorgt werden darf. Heiße Asche muss erst vollständig erkalten, bevor sie in die Restmülltonne gegeben werden kann. Auch Chemikalien jeglicher Art, wie sie unter anderem in haushaltsüblichen Reinigern vorkommen, gehören nicht in die Restmülltonne. Heiße Asche und Chemikalien können durch ihre Wärme oder durch chemische Reaktionen zu Bränden führen. Chemikalien können über die Sonderabfallkleinmengensammlung entsorgt werden, die Termine sind auf der Homepage der ALF unter www.a-lf.de (Öffnet in einem neuen Tab) zu finden. 

Für Fragen steht die ALF den Bürgerinnen und Bürgern der Landkreise Marburg-Biedenkopf und Schwalm-Eder unter der Servicenummer 0800 253-1000 zur Verfügung.

Zusatz- und Hintergrundinformationen:

Die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF) ist der öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger der Landkreise Marburg-Biedenkopf und Schwalm-Eder und ist somit für die Entsorgung der privaten Abfälle verantwortlich. Die von den jeweiligen beauftragten Unternehmen eingesammelten Abfälle werden im Falle des Restmülls für den Landkreis Marburg-Biedenkopf in Marburg-Wehrda und für den Schwalm-Eder Kreis in Wabern-Uttershausen gesammelt und zum Weitertransport in das Müllheizkraftwerk Kassel umgeladen. Dabei kann es bei unsachgemäßer Entsorgung zu Bränden kommen, die erheblichen Schaden verursachen. Deshalb möchte die ALF die Bürgerinnen und Bürger für die Gefahren, die von falsch entsorgten Abfällen ausgehen, sensibilisieren. 

Lithiumbatterien und -akkus sind kleine Energiekraftwerke, die den reibungslosen Betrieb vieler Elektrogeräte ermöglichen. Je nach Batterie-Typ können sie neben wertvollen Rohstoffen wie Nickel, Mangan, Kobalt, Kupfer oder Lithium auch Quecksilber und andere Schwermetalle enthalten, die giftige Emissionen verursachen. Die Akkus sollten daher außerhalb der Geräte nicht in Berührung mit metallischen Gegenständen wie etwa Münzen oder Schlüsseln kommen, um einen Kurzschluss zu vermeiden. Die modernen Akku-Systeme haben eine äußerst hohe Energiedichte, die im Gegensatz zu herkömmlichen NiCd-Systemen (Nickel-Cadmium-Akkumulator) auch bei älteren Geräten und nach längerer Ruhephase noch eine hohe Ladung besitzen. Wer sorgsam mit Lithium-Ionen-Akkus umgeht, kann Risiken minimieren. Dazu gehört auch, die Batterien und das Gehäuse immer wieder auf Beschädigungen oder gar Aufblähungen zu kontrollieren. Geräte mit Lithium-Ionen-Akkus vertragen weder extreme Temperaturen noch Nässe. Erscheint ein Akku beschädigt oder hat sich das Gehäuse verformt, sollte das Gerät nicht mehr genutzt werden.

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