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Pressemitteilung 390/2020

21.08.2020

Landkreis gibt Tipps zum Umgang mit Bienen und Wespen – Aggressives Verhalten gegenüber den Tieren schadet Mensch und Umwelt

Marburg-Biedenkopf – Auch wenn sich der Sommer schon auf der auf Zielgeraden befindet, sind Bienen, Wespen und Co. noch aktiv. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit seiner Naturschutzbehörde gibt deshalb wichtige Tipps zum Umgang mit den Insekten, damit ein Aufenthalt im Freien auch weiter angenehm bleibt. Aggressives Verhalten ist dabei kontraproduktiv, denn solange sich die kleinen Lebewesen nicht bedroht fühlen, stellen sie für den Menschen meistens keine Bedrohung dar. 

Zwischen April und Mai beginnen die ersten Wespen und Hornissen mit ihrem Nestbau, auch Wildbienen nehmen während dieser Zeit ihr Brutgeschäft auf. Während Bienen bei einem Großteil der Menschen leichter auf Akzeptanz stoßen, werden Wespen und Hornissen häufig als unmittelbare Bedrohung erachtet. Letztere insbesondere wegen ihrer Größe, welche durchaus bei etwa vier Zentimetern liegen kann. 

Um Auseinandersetzungen mit Wespen, Hornissen und Co. zu vermeiden, sollten folgende Regeln im Freien beachtet werden: 

  • Nie aus einem Glas trinken, ohne vorher hineinzuschauen.
  • enge Trinkhalme für Kinder verwenden.
  • Kinder nach dem Verzehr von süßen Lebensmitteln Mund und Hände abwischen.
  • Tische nach den Mahlzeiten abräumen und noch vorhandene Speisereste entfernen.
  • Vorsicht beim Einwerfen von Müll in nicht abgedeckte Abfallbehälter.
  • Falls die Tiere doch einmal zu nahe kommen, mit langsamen Bewegungen reagieren, niemals hektisch herumfuchteln oder ähnliches.
  • Das Anbringen von Fliegennetzen, Perlschnüren oder Flatterbänder an Terrassentüren und Fenstern kann unliebsame Gäste ersparen. Mit Gewürznelken gespickte Zitronenscheiben können die Wespen fernhalten, da diese Gerüche eine abstoßende Wirkung auf die Tiere haben.

Für den Nestbereich gilt außerdem:

  • Wenn möglich einen Sicherheitsabstand von ungefähr fünf Metern zum Nest einhalten.
  • Langsam von dem Nest entfernen, falls man dem Nest versehentlich doch zu nahe gekommen ist.
  • hektische Bewegungen im Nestbereich vermeiden.
  • Niemals Ein- und Ausfluglöcher der Nester blockieren.

Die am häufigsten innerhalb unserer Region angetroffenen Wespenarten sind die Deutsche Wespe, die Sächsische Wespe und die Gemeine Wespe. Durch süße Gerüche angezogen, kann die Nahrungssuche der Deutschen sowie der Gemeinen Wespe auf den ersten Blick als bedrohliche Annäherung an den Menschen wahrgenommen werden. Da die Insekten jedoch ein stärkeres Interesse an Süßem wie Kuchen und Cola als an menschlichem Blut hegen, besteht meist keine Gefahr. Allerdings nur solange sich die Wespe nicht bedroht fühlt. Aus diesem Grund ist es ratsam, nicht nach ihr zu schlagen. Auch sollte das Rauchen und generell das Entzünden von Feuer in der unmittelbaren Nähe zu einem Wespennest unterlassen werden. 

Die Nester werden bevorzugt an geschützten Orten errichtet. Während die Nester der Sächsischen Wespe frei hängend auf Dachböden oder häufig auch innerhalb von Hecken angelegt werden, bilden Deutsche und Gemeine Wespen oftmals unterirdische Nester. Diese können in dunklen und geschützten Bereichen wie Dachböden und Rollo-Kästen vorgefunden werden. Dort verbleiben die Tiere, bis im Zeitraum von August bis September der Tod der Arbeiterinnen und der Ausflug der Königinnen eintritt. Die Entfernung eines Wespennestes kann somit ohne rechtliche Konsequenzen und völlig gefahrlos innerhalb der Wintermonate erfolgen, da ein errichtetes Nest kein zweites Mal verwendet wird. 

Die größte heimische Wespenart ist die der Hornissen. Auch wenn das tiefe Summen des Insektes sowie dessen Körpergröße bedrohlich wirken können, gelten Hornissen als äußerst friedliebend und sie sind auch nicht an süßen Speisen interessiert. Ihre Ernährung besteht zum Teil aus anderen Wespenarten, was eine regulierende Wirkung auf deren Bestand im näheren Umfeld zur Folge hat. Hornissennester werden ab Mai an dunklen Orten, Rollokästen oder geschützten Bereichen von Geräteschuppen oder Dachböden errichtet. Der Ausflug der Hornissen erfolgt dann zwischen September und Oktober. 

Häufig wird die positive Wirkung der Wespen auf die Natur unterschätzt. Denn sie haben eine wichtige Funktion bei der Bestäubung von Pflanzen und regulieren die Bestände von Blattläusen und anderen Pflanzenschädlingen. 

Und auch die Sandbiene, eine Wildbienengattung, ist noch aktiv. Diese Art baut ihre Nester unterirdisch und kann auch in Sandkästen vorgefunden werden. Eine Gefahr geht von ihr jedoch nicht aus, da sie weder in besonderem Maße ihr Nest verteidigt, noch über einen Stachel verfügt, welcher stark genug ist, um die menschliche Haut zu durchdringen. Ein solches Wespen- oder Bienennest auf dem Grundstück ist somit kein Grund zur Beunruhigung. 

Zusätzliche Informationen gibt es in der Info-Broschüre „Von Menschen und Wespen“. Die Broschüre kann digital unter www.marburg-biedenkopf.de eingesehen werden kann.


Hinweise zum Artenschutz:

Grundsätzlich besteht für alle frei lebenden Tiere ein gesetzlicher Schutz, der unter anderem besagt, dass kein Tier in seinem Lebensraum ohne vernünftigen Grund mutwillig beeinträchtigt und seine Lebensstätte (wie Nester) zerstört werden darf. Hornissen gehören zu den besonders geschützten Arten. Damit unterliegen sie einem noch strengeren Schutz. Wenn in der direkten Nähe ein Wespen- oder Hornissennest entdeckt wird und Personen sich bedroht fühlen oder aber weitere Informationen zu den Tieren erhalten möchten, steht der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit seinem Fachdienst Naturschutz unter den Telefonnummern 06421 405-1390, -1394 oder -1395 zur Verfügung.

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