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Pressemitteilung 312/2020

23.07.2020

Braunkehlchenbrut bei Weimar-Nesselbrunn erfolgreich gesichert – Kreis, Vogelschützer und Landwirte arbeiten erfolgreich zusammen

(von links) Freuen sich gemeinsam über die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Vogelschützern und Landwirten beim Schutz des Braunkehlchens: Manfred Scheld mit Tochter Annabell, Landrätin Kirsten Fründt, Heike Wagner (Fachbereichsleiterin Ländlicher Raum und Verbraucherschutz), Vogelschützerin Viola Wege sowie Heidrun Hess-Mittelstädt (Fachdienst Agrarförderung und Agrarumwelt).

Marburg-Biedenkopf – Der Landkreis hat in Zusammenarbeit mit der staatlichen Vogelschutzwarte und hiesigen Landwirten das Überleben einer Braunkehlchenbrut sowie einer Schwarzkehlchenbrut bei Weimar-Nesselbrunn gesichert.

„Der hessenweite Bestand der Braunkehlchen ist seit den 1970er Jahren stark zurückgegangen. Im Rahmen der Umsetzung der hessischen Biodiversitätsstrategie kommt dem Landkreis eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Braunkehlchen-Population zu. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst. Umso erfreulicher ist es, dass ein bisher noch nicht bekanntes Vorkommen hier bei Nesselbrunn gesichert werden konnte“, sagte Landrätin Kirsten Fründt. Gerade die gute Kommunikation zwischen den Beteiligten habe dabei ein schnelles Handeln ermöglicht, so Fründt.

Mit den hiesigen Landwirten wurden im Rahmen des HALM-Programms (Hessisches Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege Maßnahmen) spätere Arbeiten auf der landwirtschaftlichen Fläche vereinbart, die es dem bodenbrütenden Braunkehlchen ermöglichen, ungestört seine Jungen aufzuziehen. Wichtig für die Braunkehlchen sei zum einen, dass das Nest ungestört bleibe, erläuterte Viola Wege, ehrenamtliche Vogelschutzbeauftragte der staatlichen Vogelschutzwarte für den Landkreis. Wichtig sei aber auch, dass nach dem Schlüpfen die Vögel ausreichend Futter, vor allem Insekten, für ihre Jungen finden. Daher sei es notwendig, dass die Wiesen erst sehr spät gemäht werden, so Wege. Um den zumeist monogam lebenden Zugvögeln auch schon bei ihrer Ankunft einen ansprechenden Lebensraum zu bieten, sind außerdem Grasstreifen aus hochwachsenden Pflanzen als natürliche Ansitzwarten hilfreich. Auch Zaunpfähle werden dafür gerne genutzt.

„Ich bin immer wieder begeistert, wie offen die Landwirte solchen Projekten gegenüberstehen. Denn das späte Mähen von Gras, das zu Heu getrocknet wird (Heumahd), passt zumeist nicht in den üblichen Betriebsablauf. Sie erfordert einen höheren Arbeitsaufwand, da die Flächen zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal angefahren und bearbeitet werden müssen. Durch einen Verzicht auf Düngung und die späte Mahd ist auch die Futterqualität zumeist geringer und je nach Betriebsstruktur nur noch bedingt im eigenen Betrieb verwendbar“, erklärte Heidrun Hess-Mittelstädt vom Fachdienst Agrarförderung und Agrarumwelt des Landkreises. Die betriebswirtschaftlichen Einschränkungen werden durch die HALM-Förderung zum Teil aufgefangen.

Folgende landwirtschaftliche Betriebe unterstützen das Projekt: Karin Hofmann und Heinrich Rühl aus Gladenbach-Weitershausen, Manfred Scheld aus Weimar-Allna, Frank Staubitz (Kreislandwirt) aus Lahntal-Caldern sowie Matthias Weber aus Marburg-Dilschhausen.

Hintergrund:

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf setzt sich bereits seit vielen Jahren mit verschiedensten Projekten, unter anderem in Angelburg, Steffenberg und Rüchenbach, für den Bestand des stark gefährdeten Braunkehlchens ein.

Der hessenweite Bestand der Braunkehlchen ist seit den 1970er Jahren stark zurückgegangen. Um den zumeist monogam lebenden Zugvögeln schon bei ihrer Ankunft einen ansprechenden Lebensraum zu bieten, sind hochwachsende Pflanzen als natürliche Ansitzwarten hilfreich.

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