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Pressemitteilung 254/2020

12.06.2020

Landkreis und Martin-von-Tours-Schule Neustadt richten iPad-Klassen ein – Kreis und Schule stärken Möglichkeiten für digitales Lernen

Marburg-Biedenkopf – Der Landkreis Marburg-Biedenkopf richtet als Schulträger gemeinsam mit der Martin-von-Tours Schule Neustadt zum neuen Schuljahr zwei iPad-Klassen in der künftigen Jahrgangsstufe fünf ein. Damit reagieren Kreis und Schule auf die zunehmend größer werdende Bedeutung des digitalen Lernens im Schulunterricht. Insgesamt 37 iPads werden den Schülerinnen und Schüler der Martin-von-Tours-Schule zur Verfügung gestellt.

Der Kreis ist über sein Medienzentrum in Kirchhain dabei Initiator des Projekts und beschafft auch die iPads für die Schülerinnen und Schüler.

„Nicht nur in der aktuellen Corona-Krise hat sich gezeigt, dass das digitale Klassenzimmer immer wichtiger im Schulunterricht wird. Mit der Einrichtung von iPad-Klassen in der Jahrgangstufe fünf können wir gemeinsam einen Beitrag dazu leisten, die Möglichkeit des digitalen Lernens auch in Neustadt zu verbessern“ betont der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Marian Zachow.

„In Zeiten von Homeschooling und Homeoffice ist digitales Lernen mehr denn je unverzichtbar geworden“, erklärt auch Schulleiter Volker Schmidt. Mit seinem Kollegium und den künftigen Klassenleitungen Tim Münstermann und Corinna Pfeiffer freut sich der Neustädter Schulleiter auf die beiden fünften Klassen, die nach den Sommerferien im Sinne moderner Medienpädagogik mit eigenen Tablets ausgestattet werden. Damit wird laut Schmidt das digitale Lernen mit elektronischen Hilfsmitteln (E-Learning) an der Neustädter Gesamtschule auf ein neues Level gehoben.

Dass die Kinder längst Erfahrung mit dem Umgang elektronischer Geräten haben, liegt spätestens seit der Corona-Krise und dem damit verbundenen Homeschooling  auf der Hand: Nie zuvor verbrachten Kinder und Jugendliche mehr Zeit an Smartphones und Computern, die sie gleichermaßen als Medien der sozialen Kommunikation und des Wissenserwerbs nutzen.

„Daran müssen wir jetzt anknüpfen und die Schüler zu einem sinnvollen Gebrauch dieser Geräte anleiten“, so Schmidt. Dass jedes Kind dabei isoliert vor seinem Bildschirm sitze, solle aber nicht der Fall sein: „Sowohl individualisiertes als auch gemeinsames Lernen ist möglich“, stellt der Schulleiter die Vorzüge der Geräte heraus. Denn Partner- und Gruppenarbeit sowie iPad-Nutzung seien kein Widerspruch. So könne auch in Zeiten räumlicher Trennung ein Lernen im Miteinander gelingen.

Für den alle Schulfächer umfassenden Einsatz im Unterricht hat eine Arbeitsgruppe des Kollegiums bereits ein Konzept entwickelt. Die iPads sollen nicht als Ersatz für das klassische Schulbuch dienen, sondern eine sinnvolle Ergänzung sein. Denn die iPads biete eine Vielzahl didaktischer Möglichkeiten, Funktionen und App-Anwendungen. Besonders eignen sich die Tablets für kreative Aufgabenstellungen, bei denen die Schüler selbst gestalterisch tätig werden, beispielsweise als Produktdesigner, Künstler, Musiker oder Redakteure. Zudem lassen sich Unterrichtsinhalte durch die computergestützte Erweiterung der Wahrnehmung (augmented reality) besonders anschaulich und motivierend darstellen: Hierunter versteht man eine computergestützte, besonders lebensnahe Projektion in 3D-Form, die es etwa ermöglicht, den menschlichen Körper, den Blutkreislauf oder das Sonnensystem im Klassenraum oder auf dem Schulhof darzustellen.

Des Weiteren könnten etwa im Fach Mathematik Größenverhältnisse zwischen zwei Gegenständen auf eine realitätsnahe Art simuliert werden, wie sie mit dem Lehrbuch oder einem Modell nicht möglich wäre. Weitere Beispiele der iPad-Nutzung sind das Schreiben mit virtuellem Stift und automatischer Rechtschreibkorrektur, die auf die richtige Rechtschreibstrategie hinweist, sowie fremdsprachliche Apps zum Wortschatz-Training oder das Betrachten von Kleinlebewesen über ein digitales Mikroskop am Tablet.

Im Fach Musik können beispielsweise mit Hilfe spezieller Apps eigene Songs komponiert und Podcasts erstellt werden.

Digitales Lernen bietet große Chancen, stellt Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte aber auch vor neue Herausforderungen. Denn neben der Nutzung der Endgeräte selbst geht es auch darum, wie der Lernstoff sinnvoll digital aufbereitet, zur Verfügung gestellt und von den Schülerinnen und Schülern effektiv und verständlich genutzt werden kann. Hier unterstützt und berät das Medienzentrum Kirchhain als Kooperationspartner die Schulgemeinde. Die Mitarbeitenden des Medienzentrums richten die iPads ein, begleiten die Nutzung und sind bei Fragen und Problemen ansprechbar, versichert Olf Westphal, Leiter des Zentrums.

Auch für die Eltern besteht die Möglichkeit, an Schulungen zur Bedienung und Einrichtung der Geräte teilzunehmen. Dies ist ein besonderer Vorteil, da die Geräte auch privat genutzt werden dürfen.

Die Schülerinnen und Schüler der iPad-Klassen sollen für die Dauer ihrer Schullaufbahn ein eigenes Arbeitsgerät besitzen, an dem sie ohne weitere Anschaffung eines PCs oder Druckers sinnvoll lernen können. Die Eltern zahlen bei der Anschaffung einen Eigenanteil von 200 Euro, wobei das Gerät dann in den eigenen Besitz übergeht.

Dabei stehen auch finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung, um mögliche Nachteile bei der digitalen Bildung zu verhindern: „Es ist uns ein Anliegen, dass niemand aus finanziellen Gründen ausgeschlossen wird“, betonen Kreis und Schulleitung. Haushalte, die den Eigenanteil nicht aufbringen können, erhalten finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten. Im Bedarfsfall stehen auch Leihgeräte zur Verfügung. In diesem Fall könne man die Schule ansprechen, so der Schulleiter.

Es seien noch wenige Plätze in der Jahrgangsstufe fünf der Martin-von-Tours-Schule frei, so Schmidt.

Die Martin-von-Tours-Schule Neustadt ist inzwischen die vierte Schule, die an dem Projekt der iPad-Klassen teilnimmt. Auch die Gesamtschule Ebsdorfergrund mit drei iPad-Klassen (57 Schüler), die Georg-Büchner-Schule Stadtallendorf mit sechs iPad-Klassen (121 Schüler) sowie die Mittelpunktschule Wohratal mit sieben iPad-Klassen (131 Schüler) sind bereits Teil des Projekts.

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