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Pressemitteilung 060/2020

27.02.2020

Landrätin Fründt und Björn Steiger Stiftung ehren Helfer mit Lebensretterpreis – „Herzsicherer Landkreis Marburg-Biedenkopf“

Angelo Sapia von der Björn-Steiger-Stifung (1.v.l), Schulleiter Matthias Bosse (2.v.l) und Landrätin Kirsten Fründt (rechts) haben am vergangenen Dienstag die Lehrerinnen und Lehrer Silke Trautwein (3.v.l.), Michaela Koch (4.v.l.) und Sebastian Sohl (5.v.l.) für ihre engagierte Hilfe mit dem Lebensretterpreis geehrt.

Marburg-Biedenkopf – Drei Ersthelfer haben am Dienstag im Beisein von Landrätin Kirsten Fründt den Lebensretterpreis der Björn Steiger Stiftung für die engagierte Reanimation ihres Kollegen erhalten. Die Lehrer Michaela Koch, Sebastian Sohl und Silke Trautwein der Alfred-Wegener-Schule in Kirchhain (Landkreis Marburg-Biedenkopf) waren 2019 an der Rettung ihres Kollegen beteiligt.

„In Anerkennung der mutigen und unbezahlbaren Hilfe für Ihren Kollegen möchten wir Ihnen diesen Preis überreichen“, sagte Angelo Sapia, Manager des Projekts „Herzsicher“ der Björn Steiger Stiftung, bei der Übergabe des Lebensretterpreises in Marburg.

„Wir alle sind diesen drei Lebensrettern zu großem Dank verpflichtet. Sie waren im richtigen Moment zur Stelle und haben das Richtige getan: Sie haben geholfen“, betonte Landrätin Kirsten Fründt. Die Lebensrettung in Kirchhain zeige auch, dass die Entscheidung zu dem Projekt ,Herzsicherer Landkreis‘ absolut richtig war. Allein durch diesen einen erfolgreichen Einsatz eines Laien-Defibrillators hat sich das ganze Projekt bereits bezahlt gemacht“, sagte Kirsten Fründt.

Vor einem Jahr, als der Kollege der drei Pädagogen, der selbst nicht in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten möchte, an seinem Arbeitsplatz einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitt, leisteten die drei Preisträger sofort Erste Hilfe. Dank ihrer Herzdruckmassage und dem Einsatz eines Laien-Defibrillators (AED = Automatisierter Externer Defibrillator) konnte sein Leben gerettet werden. Das AED-Gerät war im Zuge des Projekts „Herzsicherer Landkreis Marburg-Biedenkopf“ im Oktober 2018 in der Alfred-Wegener-Schule installiert worden.

Die Björn Steiger Stiftung kämpft schon lange gegen den Herztod in Deutschland. Sie hat seit 2001 bereits rund 27.000 AED-Geräte in Umlauf gebracht. 2013 startete das Projekt „Herzsicher“. Hiermit stattet die Stiftung ganze Landkreise, Städte und Gemeinden mit öffentlich zugänglichen Defibrillatoren aus und schult die Bevölkerung in Wiederbelebung. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf startete das Projekt „Herzsicher“ offiziell mit der ersten Installation eines Laien-Defibrillators im Juli 2018 am Bürgerhaus in Fronhausen.

Im Rahmen des Projekts „Herzsicherer Landkreis“ sind in Marburg-Biedenkopf bereits 120 Laien-Defibrillatoren an unterschiedlichen Orten, beispielsweise an Schulen, in öffentlichen Gebäuden oder Verwaltungen installiert worden. Etwa 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ließen sich in den notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen und in der Bedienung der Geräte schulen.

Der plötzliche Herztod ist mit 100.000 Opfern jährlich eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die Betroffenen haben meist nur eine Chance, wenn sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen wird und ein AED-Gerät zum Einsatz kommt, um einem aus dem Takt geratenen Herz mit einem lebensrettenden Stromimpuls „Starthilfe“ zu geben. Diese wichtigen Erstmaßnahmen müssen in der Regel von Laien, die sich in nächster Nähe befinden, durchgeführt werden – denn bereits nach fünf Minuten ohne Herzdruckmassage bleiben in den meisten Fällen bleibende Schäden zurück.

Hintergrund:

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit einheitlichen und kostenfreien Notrufnummern 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen und der Aufbau der Luftrettung. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Kampf gegen den Herztod, der Breitenausbildung in Wiederbelebung, der Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für den Notfall und dem Frühgeborenentransport.

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