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Pressemitteilung 323/2019

05.09.2019

Interkulturelle Vorbilder, Lotsen und Vermittler im Gesundheitssystem – Migration: Mediatoren haben Schulung abgeschlossen

Lotsen und Vermittler im komplexen Gesundheitssystem: Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (vorne, links) und MiMi-Standortkoordinator Felix Litschauer (vorne, rechts) überreichten den Teilnehmenden ihre Zertifikate als MiMi-Gesundheitsmediatoren. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Marburg-Biedenkopf – Nach erfolgreicher Schulung haben 27 Teilnehmende ihre Zertifikate als Mediatoren im Rahmen der „MiMi – Gesundheitsinitiative in Mittelhessen“ erhalten. „MiMi“ steht dabei für „Mit Migranten für Migranten“. Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow übergab die Zertifikate im Marburger Landratsamt. 

„Sprache und ein gemeinsamer Erfahrungshorizont sind gute Voraussetzungen, um als Vorbild und Vermittler Menschen mit Migrationshintergrund die Möglichkeiten der gesundheitlichen Versorgung in Deutschland aufzuzeigen“, sagte Marian Zachow. „Ich bin stolz auf dieses Projekt, denn der Kern des Gedankens ,Mit Migranten für Migranten‘ macht seinem Namen alle Ehre“, betonte Zachow. Durch das Engagement der Gesundheitsmediatoren würden Menschen erreicht, die neu in unserer Gesellschaft seien und die bisher kaum oder falsche Informationen über das komplexe deutsche Gesundheitssystem hätten oder die schon lange hier leben, aber wegen Sprachschwierigkeiten einen großen Informationsmangel kompensieren müssten. 

Die Gesundheitsmediatoren vermitteln Informationen über regionale Angebote des Gesundheitswesens und Beratungsstellen, sie tragen zum Ausbau des individuellen Präventionsverhaltens und der individuellen Gesundheitskompetenz der Teilnehmenden bei – beispielsweise beim Impfschutz oder bei Fragen zu gesunder Lebensweise, sie können Informationen zur Gesundheitsversorgung und Prävention in 17 verschiedenen Sprachen vermitteln und auch die Teilhabe von Migrantinnen und Migranten am Gesundheitssystem und an der deutschen Gesellschaft werden gestärkt.
Die ausgebildeten Gesundheitsmediatoren können von Institutionen, Gruppen oder Einzelpersonen für muttersprachliche Informationsveranstaltungen über die Standortkoordination angefragt werdenn

„Um im komplizierten deutschen Gesundheitssystem durchzublicken ist fast jeder – ganz ungeachtet der Herkunft – auf Menschen angewiesen, die sich auskennen und die mit Rat und Hilfe zur Seite stehen. Oft sind es Freunde, Nachbarn oder andere Vertrauenspersonen, die Denkanstöße geben oder Tipps für bestimmte Beratungsstellen, Ärzte oder andere Hilfsangebote rund um Gesundheit geben“, erläuterte der Erste Kreisbeigeordnete. „Auch Menschen, die neu zugewandert sind und für die die Übersicht im Gesundheitswesen noch schwerer fällt, brauchen solch kompetente Ansprechpartner, denen die Situation von Menschen mit Migrationsgeschichte vertraut ist. Genau dafür gibt es die MiMi-Gesundheitsmediatoren“, betonte Marian Zachow.

Die MiMi-Gesundheitsinitiative ist ein Projekt des Ethno-Medizinischen Zentrums e. V. (EMZ), das vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wird. Die Initiative verfolgt das Ziel, gesunde Lebensweisen von Menschen mit Migrationshintergrund zu fördern und sie zu präventivem Handeln zu motivieren, damit sie die gleichen Gesundheitschancen haben wie alle Menschen in Deutschland.

Dazu identifiziert, schult und aktiviert die Initiative bereits gut integrierte Migrantinnen und Migranten als interkulturelle Gesundheitsmediatoren. Nach der Schulung informieren diese ihre Landsleute im Rahmen von muttersprachlichen Informationsveranstaltungen rund um Gesundheit und Vorsorge. Folgende Themen stehen bei der Schulung im Mittelpunkt: Das deutsche Gesundheitssystem, seelische Gesundheit, Vorsorge, Früherkennung, Impfschutz, Kindergesundheit, Familienplanung, Diabetes, Ernährung und Bewegung, Alter, Pflege und Demenz.

Neben der Erklärung von Funktion und Aufbau des deutschen Gesundheitssystems informieren die MiMi-Mediatoren auch je nach Bedarf über weitere Themen wie Kindergesundheit, Frauen- und Müttergesundheit, Impfschutz, seelische Gesundheit oder gesundes Altern und Pflege.

Im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention bietet die Gesundheitsinitiative mehrsprachige Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Schwerpunktthemen an: das deutsche Gesundheitssystem, Impfschutz, Frauen-, Mütter- und Kindergesundheit, Alter und Pflege, seelische Gesundheit oder auch Diabetes. Weitere Themen sind auf Anfrage möglich.

Rahmen für Informationsveranstaltungen können Kulturvereine, religiöse Einrichtungen, Gesundheitseinrichtungen, Bildungsstätten, Beratungsstellen oder Sprachkurse sein. Veranstaltungen bietet die Initiative zurzeit in folgenden Sprachen an: Albanisch, Amharisch, Arabisch (versch. Dialekte), Aserbaidjanisch, Dari, Deutsch, Englisch, Französisch, Farsi, Mazedonisch, Punjabi, Russisch, Tadjikisch, Tigrinya, Türkisch, Urdu und Vietnamesisch. Weitere Sprachen sind geplant und auf Anfrage möglich.

Kontakt und Information:
MiMi-Standortkoordination:
Telefon: 06428 4472213; E-Mail: mimi-gesundheitmarburg-biedenkopfde .

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