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Pressemitteilung 180/2019

23.05.2019

30 Jahre Betreuungsangebote im Landkreis – eine Erfolgsgeschichte: Musische, kreative, motorische und soziale Förderung von Beginn an im Fokus

Landrätin Kirsten Fründt (re.) zeichnete Männer und Frauen aus, die das Betreuungsangebot im Landkreis Marburg-Biedenkopf aus der Taufe hoben und zugleich Wegbereiter und Wegbegleiter waren: (vorne, v. li.) Landrat a.D. Prof. Kurt Kliem, Astrid Wolf, Hildegard Vaupel und Doris Schäfer sowie (hinten, v. li.) Herbert Bodenbender, Vera Jürgensen, Gabriele Geilke und Christine Hainbach.

Marburg-Biedenkopf – Im Rahmen einer Feierstunde würdigten zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und Fachöffentlichkeit das 30-jährige Bestehen der Betreuungsangebote an Grundschulen im Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Bei den Überlegungen zur Einrichtung von Betreuungsangeboten an Grundschulen gingen Fachwelt und Politik in den 1980er und 1990er Jahren noch davon aus, dass solche Einrichtungen nur in den großstädtischen Ballungsräumen notwendig seien. Die „Grundsteinlegung“, die Vorarbeiten und Planungen für das Einrichten von Betreuungsangeboten im Landkreis Marburg-Biedenkopf begannen bereits 1989.

Eine Befragung der Eltern von Grundschulkindern im Landkreis im Frühjahr 1990 widerlegte jedoch diese Annahme. Auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf wurde von den Eltern der Bedarf eines Betreuungsangebotes geäußert, um Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu können.

„Der Landkreis Marburg-Biedenkopf reagierte auf dieses Ergebnis sehr schnell. Im August 1990 nahmen kurze Zeit nach der Befragung 22 Grundschulen mit 617 Kindern die Arbeit auf. Mittlerweile haben wir mit Stand vom November 2018 an 58 Grundschulstandorten ein Betreuungsangebot mit 2.132 Kindern – und das nach wie vor mit steigender Tendenz trotz sinkender Schülerzahlen“, erläuterte Landrätin Kirsten Fründt.

Das hessenweit größte Schulbetreuungsprojekt wurde anfangs aus Mitteln des Landes Hessen, des damaligen Arbeitsamtes (heute Agentur für Arbeit), des Landkreises und aus Elternbeiträgen finanziert. Die heute um ein Vielfaches gestiegenen Ausgaben für das Betreuungsangebot werden alleine aus Mitteln des Landkreises und durch Elternbeiträge aufgebracht.

Das Betreuungsangebot an Grundschulen ist dem Fachbereich Familie, Jugend und Soziales zugeordnet. Der zuständige Fachbereichsleiter Uwe Pöppler sagte: „Wir stellen heute ein komfortables Angebot für Familien bereit. An fast allen Grundschulstandorten mit Betreuung können Kinder bis 15 Uhr betreut werden. Mit Unterstützung von Kooperationspartnern an einigen Standorten sogar bis 17 Uhr. Außerdem wird nahezu überall ein warmer Mittagstisch angeboten und es gibt feste Hausaufgabenzeiten. Darüber hinaus bieten viele Betreuungsangebote auch eine Ferienbetreuung an“.

„Dabei bedeutet Betreuung nicht ,Aufbewahrung‘. Betreuung heißt für die gut ausgebildeten Fachkräfte ,vom Kind aus handeln‘ und die Kinder in der Entwicklung ihrer musischen, kreativen und motorischen Fähigkeiten sowie ihrer sozialen Kompetenzen zu fördern“, unterstrich die Landrätin.

Kinder werden heute schon früh mit vielen gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Die Digitalisierung ihrer Lebenswelt ist dabei nur ein Aspekt. Um allen Kindern Chancengleichheit und Zukunftsperspektiven zu ermöglichen, müssen Betreuung, Erziehung und Bildung gemeinsam und nicht getrennt gesehen werden. Durch den ihnen angeborenen Forscherdrang wollen Kinder sich ihre Umwelt erschließen.

Unterstützt wird dieser Weg mit der Zertifizierung der ersten Betreuungsangebote zum „Haus der kleinen Forscher“. Ein wichtiger Kooperationspartner ist dabei die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg als lokaler Netzwerkpartner der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Oskar Edelmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel-Marburg sagte: „Unser Engagement verstehen wir als eine Investition in die Zukunft unserer Region. Denn vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung haben die Unternehmen ein starkes Interesse, junge Menschen für die sogenannten MINT-Berufe zu gewinnen. Mit der Methode des forschenden Lernens wollen wir pädagogischen Fachkräften dabei helfen, dass sie die Kinder diesem Prozess des Erkenntnisgewinns unterstützen können“.

Für ein qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot sind gut ausgebildete Fachkräfte unerlässlich. Die Landrätin bedankte sich für die gute Arbeit der engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für ihre Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterbildung. Deutlich skizzierte sie auch die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Arbeit: „Inklusion und Chancengleichheit, Digitalisierung, Ganztagsschule und der geplante gesetzliche Anspruch auf einen Betreuungsplatz ab 2025 stehen im Fokus unserer Arbeit“.

Die Landrätin sprach auch gegenüber dem Kreistag, dem Kreisausschuss, allen Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern und Schulleitungen ihren Dank aus, dass das Betreuungsangebot des Landkreises hessenweit als Leuchtturmprojekt seine Anerkennung findet. Ihr besonderer Dank galt den damaligen „Geburtshelfern“: Landrat a.D. Prof. Dr. Kurt Kliem, Herbert Bodenbender (ehemaliger Leiter des Schulamtes), Thomas Naumann (ehemaliger Zweiter Kreisbeigeordneter und zuständiger Dezernent), Eberhard Völzing (ehemaliger Geschäftsführer Operativ bei der Agentur für Arbeit) und Astrid Wolf (ehemalige Fachdienstleiterin Betreuungsangebote an Grundschulen) sowie den Mitarbeiterinnen der ersten Stunde. „Mit ihrer wegweisenden Entscheidung zur Einrichtung der Betreuungsangebote und der damals geleisteten Arbeit auf völligem Neuland wurden die Grundpfeiler für die heutige Arbeit gesetzt“, betonte Kirsten Fründt.

„Für die Zukunft sind wir gut gerüstet. Wir haben Wissen, Erfahrungen, engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, begeisterte Eltern und viele uns unterstützende Menschen an unserer Seite. Damit bieten wir Kindern gute Bedingungen für die Bewältigung ihres Schulalltags und geben ihnen viele Anregungen ihre Umwelt mitzugestalten“, sagte die Landrätin.

Auch die Kinder aus der Grundschulbetreuung in Breidenbach gestalteten einen musikalischen Programmpunkt bei der Jubiläumsfeier im Cappeler Bürgerhaus.
Die Schülerinnen und Schüler aus dem Betreuungsangebot an der Grundschule Wallau zeigten das Ergebnis der kreativen und musischen Förderung.

Kontakt

Kreisausschuss Marburg-Biedenkopf, Fachdienst Presse- und Medienarbeit, Im Lichtenholz 60, 35043 Marburg, E-Mail: pressestellemarburg-biedenkopfde. Tel.: 06421 405-1350, Fax.: 06421 405-921350. www.facebook.com/landkreis.marburg.biedenkopf, alle Pressemitteilungen unter www.marburg-biedenkopf.de. Pressesprecher: Stephan Schienbein.

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