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Pressemitteilung 161/2019

26.04.2019

25 Jahre Perfstausee als Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit – Hochwasserschutz ist und bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe

Das katastrophale Hochwasser im Februar 1984 gab letztlich den Ausschlag zum Bau des Hochwasserrückhaltebeckens Breidenstein/Perf.

Marburg-Biedenkopf – Das 25-jährige Bestehen des Hochwasserrückhaltebeckens Breidenstein/Perf und das 40-jährige Bestehen des Wasserverbandes „Oberes Lahngebiet“ hat der Kreis in Biedenkopf begangen. Bei der Feierstunde im Schloss Biedenkopf wurde deutlich, dass Perfstausee und Wasserband frühe Beispiele einer guten interkommunalen Zusammenarbeit sind. 

Grundlage für den anlagenbezogenen Hochwasserschutz im Einzugsgebiet der oberen Lahn waren die seit Ende der 1950er Jahre entwickelten Fachpläne der staatlichen Wasserwirtschaftsverwaltung im sogenannten „Generalplan Lahn“ und zuletzt der „Sonderplan Abflussregelung Lahn“ von 1973/74. Nach diesen Plänen sollten im Kreis Siegen-Wittgenstein vier Rückhaltebecken und im Landkreis Marburg-Biedenkopf bis zu fünf weitere Becken für den Hochwasserschutz entstehen. Unter anderem waren derartige Anlagen bei Banfe, Bad Laasphe, Gönnern sowie eine größere Lahntal-Sperre bei Friedensdorf in der Diskussion. Vor gut 40 Jahren, am 20. Juni 1979, gründeten die Kreise Siegen-Wittgenstein und Marburg-Biedenkopf den Wasserverband Oberes Lahngebiet, um gemeinsam den Hochwasserschutz zu organisieren. 

Für Landrätin Kirsten Fründt ist der Bau des Hochwasserrückhaltebeckens „eine frühe und gelungene Form der Interkommunalen Zusammenarbeit“. Die Region als Ganzes profitiere vom Geist der Kooperation und schaffe Gemeinschaft. Denn: „Hochwasserschutz ist und bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe“, betonte Landrätin Fründt. 

Ab 1980 trieb der Wasserverband die Planungen für den Bau des Hochwasserrückhaltebeckens Breidenstein/Perf voran. Am 30. Juni 1981 erließ das Regierungspräsidium den grundlegenden Bescheid zur Planfeststellung. Jedoch änderten sich schon zu dieser Zeit die wasserwirtschaftliche Sichtweise und die umweltfachliche und rechtliche Betrachtung in Bezug auf technische Anlagen zur Steuerung des Hochwasserabflusses.

Auch vor dem Hintergrund der hohen Investitionskosten wurde der Talsperrenbau schon ab Anfang der 1980er fachlich auch kritisch hinterfragt. Letztlich bewirkte aber das Katastrophen-Hochwasser vom Februar 1984 die Freigabe der entsprechenden Finanzmittel durch das Land Hessen und damit den Baubeginn in Breidenstein.

Das Hochwasserrückhaltebecken ist mit rund zwei Millionen Kubikmeter Rückhaltevolumen und 600.000 Kubikmeter Dauerstau bis heute die einzige vorhandene Talsperre im oberen Lahngebiet.

Mit dem Bau ab 1984 und der Inbetriebnahme der Anlage in 1993 wurde erreicht, dass seither Hochwässer aus dem Einzugsgebiet der Perf gezielt zurückgehalten werden und damit auch Hochwasserereignisse im Gewässersystem der oberen Lahn beeinflusst werden können.

Im Zusammenspiel mit dem Hochwasserrückhaltebecken Kirchhain/Ohm kann die Überlagerung von Hochwasserwellen aus Ohm und Lahn ab dem Punkt Cölbe vermieden werden. Das Hochwasserrückhaltebecken Breidenstein/Perf entfaltet somit im Hochwasserschutz seine Wirkung bis in den Raum Marburg und dient letztlich dem Schutz der anliegenden Städte und Gemeinden.

„Der Wasserverband Oberes Lahngebiet leistet mit dem Perfstausee einen sehr wichtigen Beitrag zur Sicherung der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger an der und Lahn im Landkreis Marburg-Biedenkopf und auch darüber hinaus“, so Kirsten Fründt.

Der besondere Dank der Landrätin galt den Mitarbeitern des Wasserverbandes, insbesondere dem technischen Betriebsleiter Hartmut Klingelhöfer sowie dem Geschäftsführer des Verbandes, Volker Haupt. Beide berichteten in einem sehr interessanten Vortrag über die abwechslungsreiche betriebliche Entwicklung des Sees in den letzten 25 Jahren.

Heute ist der Perfstausee nicht nur ein wichtiger Faktor beim Hochwasserschutz für das obere Lahngebiet. Der See hat sich auch zu einem idyllischen Kleinod und Naherholungsziel entwickelt – auch wenn er als Badegewässer nicht genutzt werden kann.

Kontakt

Kreisausschuss Marburg-Biedenkopf, Fachdienst Presse- und Medienarbeit, Im Lichtenholz 60, 35043 Marburg, E-Mail: pressestellemarburg-biedenkopfde. Tel.: 06421 405-1350, Fax.: 06421 405-921350. www.facebook.com/landkreis.marburg.biedenkopf, alle Pressemitteilungen unter www.marburg-biedenkopf.de. Pressesprecher: Stephan Schienbein.

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