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Pressemitteilung 264/2018

20.07.2018

Pinsel, Presslufthammer und Pumpenzange statt Periodensystem, Pythagoras und Plato – Kreis investiert allein in Sommerferien 2,5 Millionen Euro in seine Schulen

Marburg-Biedenkopf – Wo sonst die Köpfe über Formeln und Berechnungen rauchen, wirbelt jetzt vor allem Staub auf: An vielen Schulen im Kreis haben in den Sommerferien Handwerker, Architekten und Ingenieure das Sagen. Die sechs Wochen lange Pause nutzt der Kreis als Schulträger jedes Jahr, um seine Schulen auf Vordermann zu bringen. Rund 2,5 Millionen Euro investiert der Kreis in diesem Jahr allein in den Sommerferien in die Bildung.

Die Liste ist lang, das Zeitfenster klein und das Spektrum der geplanten Arbeiten ist breit: von verhältnismäßig kleinen Arbeiten, wie ein neuer Anstrich von Klassenräumen für 5.000 Euro an der Grundschule in Wetter-Mellnau oder die Sanierung der Außenanlagen und der Bau eines Zaunes an der Grundschule in Biedenkopf-Wallau für 15.000 Euro oder neue Biologieräume für 25.000 Euro am Gymnasium in Biedenkopf über „dickere Brocken“ wie eine neue Heizung an der Grundschule in Amöneburg für 70.000 Euro oder eine Dachsanierung an der Hilda-Heinemann-Schule in Dautphetal-Hommertshausen für 63.000 Euro bis hin zu Großprojekten wie eine Fenstersanierung für 112.000 Euro an der Burgbergschule in Dautphetal-Friedensdorf oder eine Fenstersanierung für 175.000 Euro an der Kirchhainer Alfred-Wegener-Schule.

„Allein in Sommerferien fließen über Bau- und Sanierungsmaßnahmen rund 2,5 Millionen Euro in unsere Schulen – Investitionen, die der Bildung und damit den Schülerinnen und Schülern zu Gute kommen. In den Sommerferien können wir an unseren Schulen viel bewegen, ohne den Unterricht zu stören. Unsere Fachabteilung versucht immer, zum Beispiel sehr laute oder störende Arbeiten in die Ferienzeit zu legen“, erläuterte der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Marian Zachow. Dabei gebe es an den Schulen eigentlich immer etwas zu tun. „Schulgebäude werden intensiv genutzt, so dass regelmäßig Arbeiten zu Bauunterhaltung oder Reparaturarbeiten anfallen“, erläuterte Marian Zachow. Es sei bei fast 80 Schulstandorten mit rund 500 verschiedenen Gebäuden an eine logistische Meisterleistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Fachbereich Schule und Gebäudemanagement des Kreises, die zahlreichen Baumaßnahmen in den Sommerferien zu koordinieren, unterstrich Zachow. „Da wir nicht der einzige Auftraggeber sind, der auch die Sommerferien nutzt, stellt das die Betriebe und Handwerker in der Region vor große Herausforderungen. Das Team um Fachbereichsleiter Reiner Röder bekommt das aber immer wieder mit Bravour hin“, lobte der Erste Kreisbeigeordnete.

„Während der Bauarbeiten finden Schulfächer mit vermeintlich grauer Theorie ganz praktische Anwendung, beispielsweise wenn die Maler Flächen und den Farbbedarf, Architekten die Statik für Wände oder Elektriker Widerstände bei elektrischen Leitungen berechnen“, schilderte Fachbereichsleiter Reiner Röder.

„Trotz der guten Planung kann es vorkommen, dass sich Arbeiten, die für den Zeitraum der Sommerferien geplant sind, etwas länger hinziehen. Wir bitten die Schulgemeinden, wo dies der Fall sein sollte, bereits jetzt um Verständnis“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete. Dabei müsse man sich immer vor Augen führen, dass durch Umbauten und Sanierungen das Lernumfeld verbessert werde – was im Ergebnis den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften gleichermaßen nütze.


Weitere Beispiele aus dem Sommerferien-Bauplan des Kreises:

  • An der Mittelpunktschule Dautphetal werden acht Klassenräume saniert: neue Decken, neue Beleuchtung, neue Klassenraumtüren. Kostenpunkt: 94.000 Euro. 
  • Neue Physikräume an der Hinterlandschule in Steffenberg-Niedereisenhausen. Kosten: 70.000 Euro.
  • Geplant war eine Fassadensanierung an der Hinterlandschule Breidenbach für 47.000 Euro – die Arbeitern wurden aber zunächst gestoppt, um Schwalben, die an der Fassade nisten, nicht zu stören.
  • Grundschule Wittelsberg: Umbau der Grundschulbetreuung für den Mittagstisch. Kosten: 15.000 Euro.
  • Gesamtschule Wetter: Gestaltung des Außengeländes, Sanierung des Bades in der Hausmeisterwohnung, Künstler-Container. Kosten: 225.000 Euro.
  • Alfred-Wegener-Schule Kirchhain: Brandschutzmaßnahmen an Haus 17 und 19. Kosten: 80.000 Euro.
  • An der Gesamtschule Neustadt (Waldschule) wird das Grundschulgebäude trockengelegt. Kosten: 160.000 Euro.
  • An der Georg-Büchner-Schule in Stadtallendorf werden im Haus 3 alle Räume einschließlich der Flure saniert. Kosten: 60.000 Euro.
  • An den Beruflichen Schulen Biedenkopf wird die Mediathek saniert. Kosten: 20.000 Euro.
  • An den Beruflichen Schulen Kirchhain wird die Lehrküche saniert. Kosten: 20.000 Euro.


Hintergrund: Der Kreis als Schulträger

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf ist Schulträger für 64 Schulen: 42 Grundschulen, 15 Weiterführende Schulen, 5 Förderschulen und 2 Berufliche Schulen. Der Kreis muss dabei den kompletten Schulbetrieb rund um den Unterricht sicherstellen. Er ist für die Gebäude, deren Unterhaltung, Sanierung und Funktionsfähigkeit, die Reinigung, die Einrichtung vom Papierkorb über Tische und Stühle bis hin zur Tafel, den Pausengong oder das Toilettenpapier zuständig. Auch die Schulhausmeister und das Personal in den Sekretariaten schickt der Kreis. Das Land Hessen stellt Lehrer und Bücher.

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