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Pressemitteilung 184/2018

18.05.2018

Wildkatzen sind im Naturkundehaus in Damm zu sehen – Präparierte Exemplare des Tiers des Jahres 2018

Marburg-Biedenkopf – Ein präpariertes Wildkatzenpaar ist im Naturkundehaus Lohra-Damm zu sehen. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) zum Tier des Jahres 2018 ernannt. Wildkatzen kommen auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf vor.

Eine genaue Anzahl und deren Reviere lassen sich nicht bestimmen. Im Burgwald oder in den strukturreichen Waldgebieten des Westkreises sind Vorkommen bereits dokumentiert worden. Die jungen Wildkatzen, die im Naturkundehaus ausgestellt sind, sind im Hinterland im Sommer 2015 leider dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen.

Der Fachdienst Naturschutz des Landkreises Marburg-Biedenkopf wurde der Tod der Wildkatzen an der K 73 zwischen Friedensdorf und Damshausen gemeldet. Die Tiere wurden dann geborgen und konserviert.

Um sicher zu stellen, dass es sich bei den gefundenen Tieren tatsächlich um Wildkatzen handelte, wurden Haarproben entnommen und an die Abteilung Wildtiergenetik der Senckenberg-Gesellschaft und des Senckenberg-Instituts gesandt, um mit Hilfe eines Gentests die Echtheit der Tiere bestätigen zu lassen. Nach dem positiven Bescheid hat ein Fachmann die beiden Katzen, bei denen es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um Geschwistertiere handelt, präpariert („ausgestopft“).

Die Präparate dienen jetzt als Anschauungsobjekte im Rahmen der Umweltbildung. Zu diesem Zweck hat der in Lohra-Damm ansässige Verein für Vogel- und Naturschutz Lohra e.V. vom Fachdienst Naturschutz des Landkreises Marburg-Biedenkopf den Auftrag erhalten, diese Wildkatzen im Naturkundehaus auszustellen. Sie sind damit für die interessierte Bevölkerung, aber vor allem für die Kinder- und Jugendbildung zugänglich.

Auch in Hessen gelten Wildkatzen als stark gefährdet und sind durch die Bundesartenschutzverordnung, die FFH-Richtlinie, die Berner Konvention und das CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) geschützt. Wildkatzen unterliegen zudem dem Jagdrecht. Sie haben aber ganzjährige Schonzeit.

Aufgrund der fortschreitenden Lebensraumverschlechterung, des Lebensraumverlusts und die zunehmende Fragmentierung ihrer Lebensräume durch Straßen, Siedlungen und strukturarmes offenes Land sind die Wildkatzen im Bestand gefährdet. Vernetzende Elemente, wie zum Beispiel Hecken, die Verbreitungsgebiete verbinden könnten, fehlen immer mehr. Nächtliche Streifzüge der Tiere enden oftmals mit dem Verkehrstod.

Wildkatzen sind keine verwilderten Hauskatzen. Sie unterscheiden sich durch ihre robustere Erscheinung, das beigebraun-grau-getigerte Fell, den buschigen und eher stumpf endenden geringelten Schwanz und ihre fleischfarbene Nase. Eine genetische Vermischung (Hybridisierung) von Haus- und Wildkatze kommt nur sehr selten vor. Die Tiere schlafen in der Regel tagsüber und sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Wildkatzen kommen in ganz Europa vor. Sie leben meist relativ versteckt in eher naturnahen Laubwäldern. In Deutschland wird ihre Anzahl auf 1.500 bis 5.000 Tiere geschätzt.

Außerhalb der Paarungszeit sind sie Einzelgänger. Sie bringen in der Regel zwei bis vier Junge zur Welt, die Paarungszeit liegt im Februar und März, die Jungenaufzucht erfolgt dann zwischen März und September.

Nähere Informationen online: www.naturkundehaus-damm.de

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