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Pressemitteilung 097/2018

21.03.2018

Kindergartenköchinnen lernen nachhaltig zu kochen – Wie vegane Pflanzenkost auch kleinen Schleckermäulchen schmeckt

Impulse für die Zubereitung gesunder und nachhaltiger Speisen haben ein Dutzend Kindergartenköchinnen bei einem Workshop der Kampagne „Bio kann jeder“ in der Gansbachtalschule in Lixfeld erhalten.

Während der vom Fachbereich Gesundheit des Landkreises Marburg-Biedenkopf organisierten Veranstaltung zeigte Diplom-Ökotrophologin Hannelore Weise, wie sich Gemeinschaftsverpflegung und gesunde Ernährung vereinbaren lassen.

Nachhaltige Ernährung ist ein aktuelles Thema. Gerade in der Gemeinschaftsverpflegung lohnt sich nachhaltiges Wirtschaften und kann ein Beispiel guter Praxis geben. Die Fachkräfte der Kita-Küchen im Landkreis, in denen das Mittagessen vor Ort frisch hergestellt wird, kochen schon jetzt nicht nur bedarfs- und kindgerecht, also „gesund“, sondern sie verwenden auch bevorzugt saisonale und regionale Lebensmittel und so oft wie möglich in Bioqualität.

Wie bei Vielem anderen, unterliege auch die Ernährung gewissen Trends, erklärte Weise den Teilnehmerinnen. Seit einigen Jahren etwa boome eine vegane Ernährungsweise und auch regionale Produkte drängten immer stärker in das Bewusstsein der Verbraucher. Das eine ist teilweise bedingt durch zunehmende Nahrungsmittelunverträglichkeiten etwa bei Milchprodukten, das andere Ausdruck dafür, dass mehr Wert auf Qualität und regionale Erzeugnisse gelegt wird. Beides lässt sich auch in der Gemeinschaftsverpflegung umsetzen, wie Weise anhand sieben ausgewählter Gerichte zeigte, die sie zusammen mit den Kindergartenköchinnen zubereitete.

Beispiel Möhrenfrischkost mit Sellerie: „Lässt sich schnell zubereiten und spricht die Kinder wegen der unterschiedlichen Farben an“, betonte die Expertin. Denn gerade bei Kindern gilt: Das Auge isst mit! Je ansprechender die Speisen zubereitet sind, desto eher wagen sich die Kleinen daran – auch wenn es sich ausschließlich um Gemüse handelt. „Kinder lieben zum Beispiel Toppings“, erklärte Weise. Werde die Möhrenkost mit ein paar Kokoschips überstreut, wirke das gleich attraktiver.

Oder wie wäre es einmal mit einer veganen Kräutersoße auf Basis von Cashewnüssen? „Die bieten gegenüber Erdnüssen und Mandeln eine weitaus geringere Allergiegefahr“, so Weise. Ein weiterer Tipp der Expertin: „Ruhig die Kinder in die Praxis der Speisenzubereitung mit einbeziehen.“ Relativ problemlos sei das etwa bei dem gebackenen Gemüse möglich. Kartoffeln, Süßkartoffeln, Rote Beete, Möhren oder Sellerie – das alles lasse sich in Scheiben oder Formen schneiden, 15 bis 20 Minuten im Ofen backen und als gesunder Naschwerkersatz aus der Hand essen – wahlweise auch mit einem Dip.

„Wenn Kinder selbst kochen, erhalten die Gerichte für sie einen ganz anderen Stellenwert“, betonte Weise. In der Praxis sei das aber oft nicht machbar, stellte Sabrina Klein vom Kinder- und Familienhaus maia in Breidenbach fest. „Das stimmt in der Theorie, aber es passt nicht in den Alltag, der unter Zeitdruck steht“, gab sie zu bedenken. Kleine Mengen der zuzubereitenden Gerichte abzuzwacken und diese getrennt von der eigentlichen Küchenarbeit mit den Kindern zuzubereiten, das funktioniere hingegen sehr gut.

Auch ein süßes Gericht durfte bei dem Kochworkshop nicht fehlen. Hier hatte sich Weise für ein Couscous-Gratin mit Apfeldicksaft entschieden. Das sei wie eine süße Quarkspeise, nur dass sie mit Seidentofu, Reismilch und Couscous zubereitet werde.

Den Vorteil einer pflanzenbetonten Kost stellte schließlich Anja Erhart von der Agentur für Ernährungsfragen in Frankfurt heraus: Pflanzliche Kost sei nicht nur gesund, sie könne auch leichter regional bezogen werden und trage damit zur Wertschöpfung in der Region bei. „Pflanzenbetonte Kost ist Teil einer nachhaltigen Ernährung“, so Erhart und es lasse sich mit ihr ein tolles und vor allem gesundes Frühjahrsmenü zubereiten, das auch den Kindern schmeckt.

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