Marburg-Biedenkopf – Mit sogenannten UV-Index-Tafel an Freibädern leistet der Landkreis Marburg-Biedenkopf einen Beitrag, um auf die Gefahr von Hautkrebs aufmerksam zu machen. Über diese neuen Tafeln lässt sich über einen QR-Code tagesaktuell die Intensität der UV-Strahlung abrufen. Ultraviolette (UV-)Strahlung gilt als der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor für Hautkrebserkrankungen. Die erste Tafel steht nun am Freibad in Rauschenberg, Landrat Jens Womelsdorf und Bürgermeisterin Alexandra Klusmann haben das Projekt dort vorgestellt.
Weitere Tafeln sollen zeitnah an Freibädern in Bad Endbach, Biedenkopf, Neustadt (Hessen), Kirchhain und Stadtallendorf folgen – diese Kommunen sind neben Rauschenberg Teil des Modellprojektes „Dezentrale Präventionsberatung“ des Landkreises. Die Kosten in Höhe von rund 700 Euro für die Tafeln übernimmt der Kreis. Die Idee zur Bereitstellung der Tafeln entstand im Rahmen dieses Modellprojektes: Als eine von sechs Modellkommunen hat Rauschenberg im Beratungsprozess einen „Runden Tisch für Kinder- und Jugendgesundheit“ eingerichtet. Dort wurde vermehrt über Sonnenbrände bei Kindern und Jugendlichen im Freibad berichtet. Die Installation der ersten UV-Index-Tafel im Freibad Rauschenberg soll in diesem Zusammenhang die Besucherinnen und Besucher für UV-Schutz sensibilisieren und informieren.
„Durch den Klimawandel nimmt die Zahl der Sonnentage zu und die Sonnenstrahlung wird intensiver. Gerade für Menschen die sich längere Zeit im Freien aufhalten, steigt das Risiko für eine hohe Belastung mit UV-Strahlung auf Haut und Augen. Mit den Tafeln wollen wir deshalb auf diese Gefahr hinweisen. Denn da man die Strahlung nicht direkt sieht oder merkt, kann sie leicht unterschätzt werden. Gerade in Freibädern, wo sich häufig auch junge Menschen lange Zeit und meist nur mit wenig oder keiner schützenden Kleidung aufhalten“, macht Landrat Jens Womelsdorf deutlich.
„Herzlichen Dank an den „Runden Tisch für Kinder- und Jugendgesundheit“ und dem Landkreis für die Initiative und die Umsetzung. Der Dank gilt auch dem Förderverein Freibad Rauschenberg, der um die Sache abzurunden, entsprechende Sonnenmilchspender angeschafft hat. Jetzt, da die Freibadsaison beginnt und die warmen Sonnenstrahlen kleine und große Gäste anlocken, ist es auch die Verantwortung der Stadt sich des Themas anzunehmen“, sagt Rauschenbergs Bürgermeisterin Alexandra Klusmann.
„Die UV-Index Tafeln zeigen nicht nur die Stärke der UV-Strahlung. Sie geben auch verständliche und alltagsnahe Verhaltensempfehlungen in Schrift- und Bildform. Dazu zählen das Auftragen von Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor, das Tragen von Kopfbedeckungen und hautbedeckender Kleidung oder das Aufsuchen von Schattenplätzen. Je höher der Wert auf der Skala von 1 bis 11+, desto wichtiger sind geeignete Sonnenschutzmaßnahmen – insbesondere in der Mittagszeit. Die UV-Index-Tafeln in den Freibädern sollen den UV-Schutz im Alltag erleichtern und präventive Gesundheitsinformationen dort verfügbar machen, wo sie besonders relevant sind“, erklärt Dr. Maren Bredehorst vom Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Einer Hautkrebserkrankung könne wirksam vorgebeugt werden. „Eine Pause im Schatten einlegen und Sonnencreme verwenden – alle können aktiv werden, um sich vor schädlicher UV- Strahlung zu schützen“, so Bredehorst.
Die Tafeln stellt der Kreis den genannten Kommunen im Rahmen der Initiative „Gesundheit fördern – Versorgung stärken“ zur Verfügung, eine strategische Partnerschaft mit der Universitätsstadt Marburg. Gleichzeitig sind die Tafeln auch ein Beitrag zu den Bemühungen des Kreises im Bereich Klimaanpassung.
Modellprojekt als Ideenwerkstatt
Das Modellprojekt „Dezentrale Präventionsberatung“ hat zum Ziel, die gesundheitliche Chancengleichheit im ländlichen Raum zu verbessern. Die Förderung erfolgt mit Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen des GKV-Bündnisses für Gesundheit (www.gkv-buendnis.de (Öffnet in einem neuen Tab)). Das Projekt startete im Juli 2022 und ist bis Juni 2026 angelegt. Es konzentriert sich auf die sechs Kommunen Bad Endbach, Biedenkopf, Neustadt (Hessen), Kirchhain, Rauschenberg und Stadtallendorf und wird wissenschaftlich begleitet. Hintergrund der Auswahl der Kommunen war eine Analyse der Sozialstruktur – also der Zusammensetzung der Bevölkerung – die dort auf einen Bedarf an Gesundheitsförderung hindeutete.
Für den Herbst ist die Veröffentlichung der Evaluationsergebnisse des Modellprojektes in Form einer Handreichung vorgesehen. Sie soll insbesondere ländlich geprägten Kommunen Wege aufzeigen, Gesundheitsförderung und Prävention für ihre Bevölkerung voranzubringen. Mehr Informationen online auf www.marburg-biedenkopf.de (Öffnet in einem neuen Tab) sowie unter www.lkmb.de/gesundheitsinitiative (Öffnet in einem neuen Tab). Ab Herbst 2026 kann dort auch die Handreichung heruntergeladen werden.