Marburg-Biedenkopf – Zwischen Emsdorf und Stadtallendorf soll künftig eine durchgängige und sichere Radverbindung entstehen. Durch den Aus- und teilweise Neubau des Rad- und Wirtschaftsweges wird Emsdorf direkt an Stadtallendorf, den dortigen Bahnhof und das hessische Radhauptnetz angebunden, was besonders Pendlerinnen und Pendlern aus Emsdorf zugutekommt. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich gaben jetzt Landrat Jens Womelsdorf sowie die Bürgermeister Olaf Hausmann (Kirchhain) und Christian Somogyi (Stadtallendorf) grünes Licht für die Bauarbeiten. Die Fertigstellung der Strecke ist für Ende Juni 2026 vorgesehen.
Zwischen dem Kirchhainer Stadtteil Emsdorf und der Kernstadt Stadtallendorf gab es bislang keine sichere Radverbindung. Radfahrende mussten die Kreisstraße K12 im Mischverkehr nutzen oder auf teilweise schlecht ausgebaute Wirtschaftswege ausweichen. Im Rahmen der Erstellung seines Radverkehrs-Entwicklungsplans (RVEP) hat der Landkreis, gemeinsam mit den Kommunen, diese Lücke identifiziert und als geplante Maßnahme aufgenommen. Ziel ist es, den Radverkehr künftig sicher und getrennt vom motorisierten Verkehr zu führen.
Hierfür ist der Aus- und teilweise Neubau eines Rad- und Wirtschaftsweges mit einer Gesamtlänge von etwa 2.600 Metern geplant. Auf den ersten rund 1.300 Metern bleibt der vorhandene Wirtschaftsweg bestehen, hier werden lediglich einzelne Durchlässe sowie stellenweise die Wegränder erneuert.
Der eigentliche Aus- und Neubau beginnt nach diesem ersten Abschnitt der Strecke auf den nächsten rund 500 Metern mit dem Ausbau eines bislang unbefestigten Wirtschaftsweges. Anschließend entsteht auf etwa 280 Metern ein neuer Weg bis zum Kreuzungspunkt mit der Kreisstraße K15 in Richtung Stadtallendorf. Beide Streckenabschnitte werden mit einer Breite von drei Metern zuzüglich beidseitiger Wegränder von jeweils einem halben Meter angelegt und erhalten eine Asphaltoberfläche.
In gleicher Bauweise wird der vorhandene Wirtschaftsweg in Richtung Stadtallendorf auf der südlichen Seite der Kreisstraße K15 auf rund 500 Metern ausgebaut und schließt dann an einen bestehenden, befestigten Wirtschaftsweg an, der in Stadtallendorf mündet.
Mit der neuen Verbindung wird Emsdorf künftig sicher an das hessische Radhauptnetz sowie an den Bahnhof in der Kernstadt von Stadtallendorf angebunden. Die neue Strecke schafft ein sicheres und attraktives Angebot für den Alltagsradverkehr und trägt zugleich zur Stärkung nachhaltiger Mobilität im Landkreis bei. Die Bauzeit wird auf etwa vier Monate geschätzt. Mit einer Fertigstellung der neuen Radverbindung wird Ende Juni 2026 gerechnet.
„Als begeisterter Fahrradfahrer weiß ich aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, dass Radwege gut ausgebaut, vernetzt und vor allem sicher sind. Das ist auch eine wichtige Bedingung für den Umstieg vom Auto aufs Rad. Indem wir diese Verbindung hier schaffen, leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der täglichen Mobilität“, machte Landrat Jens Womelsdorf die Bedeutung des Projekts deutlich. Vor allem für die Pendlerinnen und Pendler aus Emsdorf werde die neue Radstrecke eine echte Erleichterung darstellen. Somit steigere das Projekt nicht nur die Lebensqualität der hier ansässigen Bürgerinnen und Bürger, sondern sei zudem ein wichtiger Beitrag für nachhaltige Mobilität im Landkreis. „Die Maßnahme zeigt, dass wir aktiv in die Zukunft investieren und die Rahmenbedingungen schaffen, damit das Fahrrad als Verkehrsmittel im Alltag noch attraktiver wird,“ betonte der Landrat.
„In Kirchhain schließen wir nach und nach die Lücken in unserem Radwegenetz. Nachdem wir Schönbach an den R2 angebunden haben und in enger Kooperation mit Cölbe eine Verbindung zwischen Betziesdorf und Bürgeln schaffen konnten, freue ich mich, dass wir nun mit der Verbindung Emsdorf – Stadtallendorf den nächsten Schritt gehen werden. Dieser Abschnitt ist der Auftakt für unsere Planungen zum weiteren Radwegeausbau im Norden unserer Gemarkung“, sagte Kirchains Bürgermeister Olaf Hausmann.
„Dieser Radweg verbindet nicht nur Orte, sondern Menschen – sicher, nachhaltig und in Bewegung“, ergänzte Stadtallendorf Bürgermeister Christian Somogyi.
Mit der Planung der Maßnahme wurde im November 2020 das Büro KH Planwerk GmbH aus Petersberg bei Fulda beauftragt. Das Projekt ist eine von insgesamt acht Maßnahmen aus dem ersten Radwege-Planungspaket des Landkreises.
Die Baukosten belaufen sich auf 393.232 Euro. Die Gesamtkosten der Maßnahme – einschließlich Planung – betragen rund 552.168 Euro. Eine Förderung erfolgt über das Sonderprogramm „Stadt und Land“ und beträgt 75 Prozent der förderfähigen Kosten. Das entspricht rund 414.126 Euro. Mit dem Sonderprogramm „Stadt und Land" stellt der Bund Finanzhilfen für Investitionen in den Radverkehr zur Verfügung.