Marburg-Biedenkopf – Dass eine Organspende nicht nur Leben retten, sondern auch Leistungsfähigkeit und Lebensqualität steigern kann, darauf haben zahlreiche Radelnde aufmerksam gemacht. Rund 100 Personen nahmen an der elften Radtour für Organspende teil. In Marburg gab es auf dem Marktplatz Informationen und Organspendeausweise.
„Man kann sich nicht vorstellen, wie quälend das jahrelange Warten auf die erlösende Nachricht eines Spenderorgans sein muss“, sagte Stadträtin Kirsten Dinnebier auf dem Marburger Marktplatz. Sie begrüßte alle, die zum Auftakt der Radtour für Organspende gekommen waren. Die Tour hatte erneut der Förderverein Organspende Marburg in Zusammenarbeit mit der Stadt Marburg und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf organisiert.
Dinnebier wandte sich auch speziell an diejenigen, die bereits eine Transplantation erlebt haben und an der Radtour teilnahmen: „Die Zeit an gewonnener Lebensqualität ist ein Geschenk und Sie sind das beste Beispiel dafür.“ So hatte beispielsweise einer der Mitfahrer vor knapp einem Jahr ein neues Herz erhalten, für einen anderen hatte die lebensspendende Operation bereits vor 42 Jahren stattgefunden. Es waren jedoch auch einige Mitfahrer*innen dabei, die noch auf ein lebenswichtiges Spenderorgan warten. Dinnebier bat das Publikum am Marktplatz, das Angebot der Informationen wahrzunehmen und sich mit einem Organspendeausweis auszustatten.
Infos und Gespräche
So gab es einen Infostand mit Flyern, Broschüren sowie Organspendeausweisen und die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Auch der Eintrag in das Organspende-Register war vor Ort möglich. Landrat Jens Womelsdorf ergänzte, dass er immer wieder beeindruckt sei, wie sich das Leben und der Alltag nach einer erfolgreichen Transplantation verbessern könne. „Wir werden als Landkreis weiterhin das Thema unterstützen und unseren Beitrag dazu leisten, die Menschen in der Region zu motivieren, sich zu registrieren und einen Organspendeausweis bei sich zu führen.“
Monika Bäcker, die Vorsitzende des Fördervereins Organspende, bedankte sich bei den Organisator*innen und Helfenden der Tour. Sie stellte die vier Athlet*innen vor, die im vergangenen Jahr an den „World Transplant Games“ (WTG) – den Weltspielen der Organ-Transplantierten – teilgenommen hatten. Sie hatten mehrere Medaillen von Bronze bis Gold gewonnen. An den WTG 2025 waren etwa 3.000 Sportler*innen aus 60 Nationen vertreten. „Sie sehen, dass vieles durch eine Transplantation möglich ist“, sagte Monika Bäcker und appellierte ebenfalls an das Publikum: „Nutzen Sie hier vor Ort die Möglichkeit, einen Ausweis auszufüllen und sich zu registrieren.“
Von Marburg nach Kirchhain
Der Marburger Marktplatz war der erste Stopp der Radtour, die am PHV Dialysezentrum in Cappel gestartet war. Weiter ging es nach Wehrda und über den Fahrradweg nach Kirchhain zur Dialysepraxis Dr. Küllmer/Trebst. Um das Thema Organspende weiter in die Öffentlichkeit zu tragen, hatten Angehörige und Freund*innen sowie Ärzt*innen und Pflegepersonal die Organisator*innen bei dieser Tour unterstützt.
Nähere Informationen zum Förderverein Organspende gibt es unter https://selbsthilfe-niere-marburg.de (Öffnet in einem neuen Tab). Eine Kontaktaufnahme für Betroffene ist zudem per E-Mail an infoselbsthilfe-niere-marburgde möglich.