Pressemitteilung der Zeiteninsel – Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land
Argenstein - Mit der Eröffnung der Zeiteninsel entsteht in Hessen ein in dieser Form einzigartiger Lern- und Erlebnisort. Ab dem 18. Juli 2026 lädt das Archäologische Freilichtmuseum Marburger Land dazu ein, 11.000 Jahre Menschheits-, Natur- und Kulturgeschichte im Lahntal zu entdecken. Am 17. Juli 2026 wurde das Museum im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik, Wissenschaft und der Region feierlich eingeweiht.
Archäologie lebendig vermitteln
Den Ausgangspunkt des Projekts bilden die umfangreichen Siedlungsspuren aus vorgeschichtlichen Epochen, die beim Kiesabbau im Weimarer Lahntal in unmittelbarer Nähe zu Argenstein entdeckt wurden. Sie belegen eine mehr als 11.000 Jahre währende Besiedlung der Region und bilden die wissenschaftliche Grundlage des Museums. Auf dem dreieinhalb Hektar großen Gelände werden davon in fünf Zeitstationen 9.000 Jahre Landschafts- und Kulturgeschichte vermittelt. Originalgroße Modelle von Gebäuden und Behausungen aus der Mittelsteinzeit, der Jungsteinzeit, der Bronzezeit, der Eisenzeit und der Römerzeit machen längst vergangene Lebenswelten anschaulich und laden zum aktiven Entdecken ein.
Die Zeiteninsel versteht sich als Lern- und Erlebnisort für Menschen aller Generationen. Hier verbinden sich archäologische Forschung, auf Grundlage archäologischer Befunde rekonstruierte Hausmodelle und lebendige Geschichtsvermittlung zu einem ganzheitlichen Museumserlebnis. Besucherinnen und Besucher können Vergangenheit nicht nur kennenlernen, sondern durch eigenes Erleben und Mitmachen unmittelbar erfahren. „Nach 27 Jahren der Projektentwicklung diesen Meilenstein der Eröffnung in den musealen Regelbetrieb erreicht zu haben, stimmt mich, die kommunalen Partner und alle Beteiligten ungemein froh!“, sagt Projektbegründer Dr. Andreas Thiedmann.
Der Bau des Museums wurde zum größten Teil vom Land Hessen unter Beteiligung der kommunalen Träger finanziert. Diese sind die Gemeinde Weimar (Lahn), die Universitätsstadt Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Museumsbetrieb wird von der Genossenschaft Zeiteninsel eG getragen.
Offizieller Auftakt mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und der Region
Die offizielle Eröffnung fand am Freitag, 17. Juli 2026, im Beisein von Staatsminister Timon Gremmels und Vertretern der kommunalen Träger statt. Dabei ging Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels auf die archäologische Forschung ein: „Die Zeiteninsel zeigt, wie Menschen über Jahrtausende gelebt, gearbeitet und ihre Umwelt gestaltet haben. Damit macht sie archäologische Forschung für alle erlebbar und bereichert die hessische Museumslandschaft enorm. Mein besonderer Dank gilt den vielen Engagierten, die dieses außergewöhnliche Projekt über viele Jahre mit Ausdauer und Leidenschaft möglich gemacht
haben.“
Landrat Jens Womelsdorf hob die Bedeutung des Ortes hervor: „Viele archäologische Museen haben sich einer zeitlichen Epoche verschrieben, sei es in Unteruhldingen mit den Pfahlbauten am Bodensee oder etwa die Wikingersiedlung Haithabu im heutigen Schleswig-Holstein. Hier ist das anders und die Zeiteninsel stellt damit an einem authentischen Ort ein besonderes Erlebnis dar, wenn man sogar in fünf Zeitstationen aus der Zeit der Germanen bis hin zu einem Jagdlager 11.000 Jahre vor heute, Einblicke in damalige Lebensverhältnisse bekommen kann.“
Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies hob das Museumsprojekt vor den Toren der Stadt Marburg hervor: „Ich bin sicher, die Zeiteninsel wird der neue Lieblingsort für Familien – ein Platz, an dem man Geschichte anfassen und erleben kann. Dieser Ort macht Vor- und Frühgeschichte sinnlich erfahrbar – und erweitert so die Museumslandschaft rund um Marburg um ein besonderes Erlebnis. Ein Ziel ist, dass unsere Schulen die Zeiteninsel regelmäßig als Lernort nutzen, damit Marburger Kinder Geschichte nicht nur im Unterricht hören, sondern auch draußen erleben.“ Und Weimars Bürgermeister Markus Herrmann betonte: „Ich freue mich, dass sich nach jahrelanger Projekt- und Bauzeit nun endlich die Besucherinnen und Besucher auf eine einzigartige Zeitreise begeben können. Die Zeiteninsel wird eine Strahlkraft weit über unsere Region hinaus entfalten.“ Nach den Grußworten wurde symbolisch für die Eröffnung ein Seil museumsgerecht von den offiziellen Vertretern mit Steinmessern durchtrennt.
Ein Wochenende voller Geschichte zum Mitmachen und Erleben
Am Eröffnungs-Wochenende am 18. und 19. Juli präsentiert sich die Zeiteninsel erstmals der Öffentlichkeit. An allen fünf Zeitstationen erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit Führungen, Vorträgen, experimenteller Archäologie, prähistorischen Handwerkstechniken und zahlreichen Mitmachangeboten. Zu den Höhepunkten zählen das Training eines Kriegsrosses, Schmiede- und Bronzegussvorführungen, Modenschauen, Keramik-Workshops für Kinder und Einblicke in das Alltagsleben durch die Zeiten. Jeweils um 11, 13 und 15 Uhr finden am Samstag und Sonntag sogenannte Inselführungen über das gesamte Museumsgelände statt.
Informationen für Besucherinnen und Besucher
Eröffnungswochenende am 18. und 19. Juli 2026: geöffnet jeweils von 10 bis 18 Uhr
Anfahrt: Der Parkplatz der Zeiteninsel bei Argenstein ist mit dem Auto leicht von der B3a aus zu erreichen (Abfahrt Niederweimar, dann im Kreisel Richtung Argenstein). Auch mit dem Fahrrad kann man trotz der Sperrung der Brücke in Argenstein die Zeiteninsel gut erreichen. Mit dem Zug ist die Zeiteninsel vom Bahnhof in Niederweimar aus in circa 20 Minuten zu Fuß zu erreichen.
Der Museumsparkplatz an der Kreisstraße 42, befindet sich neben der Ochsenburg 1, 35096 Weimar (Lahn)/Argenstein.
Öffnungszeiten ab dem 18. Juli bis zum 30. November 2026, dienstags bis sonntags, 10 bis 18 Uhr
Eintrittspreise:
Erwachsene: 9,00 €
Erwachsene (ermäßigt): 7,00 €
Kinder/Jugendliche (6 bis 17 Jahre): 4,50 €
Familienticket: 18,00 €
Mitglieder des Fördervereins: frei
Mitglieder der Genossenschaft: frei