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Pressemitteilung 238/2026

13.07.2026

„Rechter Terror“: Wanderausstellung im Landratsamt Marburg-Biedenkopf – Ausstellung bis zum 30. Juli zu sehen

Landrat Jens Womelsdorf (v.li.), die Politikwissenschaftler Sascha Schmidt und Yvonne Weyrauch sowie Mike-Oliver Klotz (Landkreis) eröffneten im Foyer des Marburger Landratsamtes die Wanderausstellung „Rechter Terror“. Die Schautafeln zeigen ausgewählte Fälle rechte Gewalttaten in Hessen.

Marburg-Biedenkopf – Die Wanderausstellung „Rechter Terror“ der Politikwissenschaftlerin Yvonne Weyrauch und des Politikwissenschaftlers Sascha Schmidt thematisiert die Geschichte rechten Terrors in Hessen anhand ausgewählter Fälle. Die Ausstellung ist ein Projekt des Bildungswerks des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Hessen und wird von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung gefördert. Sie ist bis 30. Juli zu den Öffnungszeiten der Kreisverwaltung zu sehen: montags bis donnerstags von 7 bis 16 Uhr sowie freitags von 7 bis 14 Uhr. Der Besuch ist kostenlos.

„Die Ausstellung leistet einen wichtigen Beitrag zur Erinnerung und Aufklärung. Sie zeigt, dass rechter Terror auch in Hessen eine lange Geschichte hat. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist unverzichtbar, damit wir die Werte unserer Demokratie stärken und jeder Form von Extremismus entschieden entgegentreten“, sagte Landrat Jens Womelsdorf.

Die Jahre 2019 und 2020 – mit dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke und dem Attentat von Hanau – stellen einen traurigen Höhepunkt in der Geschichte rechter Gewalt in Hessen dar. Doch rechter Terror ist kein neues Phänomen. Er zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte Hessens. Dies haben Sascha Schmidt und Yvonne Weyrauch in ihrem Buch „Rechter Terror in Hessen“ umfassend dargestellt. Seit Gründung des Bundeslandes haben mindestens 21 Menschen durch rechte Gewalt ihr Leben verloren.

Auf Grundlage der Recherchen zu ihrem Buch haben der Autor und die Autorin eine Ausstellung erarbeitet, die rechten Terror in seinen unterschiedlichen Facetten beschreibt. Die fotografisch bebilderten Schautafeln zeigen ausgewählte Fälle schwerer rechter Gewalttaten
aus allen hessischen Regionen seit Bestehen des Bundeslandes. Die Fotografien machen
deutlich: An den meisten Orten erinnert nichts an diese Taten.

Hintergrund: Kreispräventionsrat organisiert Ausstellungseröffnung

Die Ausstellungseröffnung organisiert der Kreispräventionsrat des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Ziel des Rates ist die Steuerung und Entwicklung von Ansätzen zur Straftatenvorbeugung und -verhütung. Fachwissen zur Kriminalitätsbekämpfung soll dort gebündelt und vernetzt werden. Mitglieder im Kreispräventionsrat sind neben dem Landrat und dem Oberbürgermeister der Universitätsstadt Marburg bzw. dessen Vertreter die Polizei, das Netzwerk gegen Gewalt, die Justizbehörden und die Staatsanwaltschaft, das Staatliche Schulamt, die Jugendkonflikthilfe (JUKO), die Kirchen, die Universität, die KOMPASS-Kommunen Biedenkopf, Stadtallendorf, Gladenbach, Neustadt und Bad Endbach sowie verschiedene Fachbereiche der Kreisverwaltung.

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