Marburg-Biedenkopf – Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Marburg-Biedenkopf hat neue Leitlinien zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in den Angeboten der Jugendarbeit des Fachdienstes Jugendförderung beschlossen. Unter dem Titel „Jugendarbeit als sicherer Erfahrungsort für junge Menschen“ setzen die Leitlinien verbindliche Standards für Ferienfreizeiten, die außerschulische Jugendbildung sowie andere Angebote der Kinder- und Jugendarbeit.
Ziel ist es, Jugendarbeit als sicheren Ort zu gestalten, an dem junge Menschen Gemeinschaft erleben, Verantwortung übernehmen, ihre Persönlichkeit entwickeln und eigene Fähigkeiten erproben können. Die Leitlinien verbinden dabei die Förderung von Selbstbestimmung, Beteiligung und sozialem Lernen mit einem klaren Schutzauftrag.
„Jugendarbeit lebt von Vertrauen, Freiwilligkeit und Begegnung. Damit junge Menschen diese Räume wirklich nutzen können, müssen sie sich sicher fühlen und geschützt sein“, betont Landrat Jens Womelsdorf. „Mit den beschlossenen Leitlinien machen wir deutlich: Kinderschutz ist für den Landkreis Marburg-Biedenkopf eine zentrale Aufgabe und zugleich Grundlage guter pädagogischer Arbeit“, unterstreicht der Landrat.
Die Leitlinien beschreiben unter anderem Standards zur Gewinnung und Auswahl von ehrenamtlich Mitarbeitenden, zur Aus- und Fortbildung, zu Verhaltenserwartungen, im Umgang mit Nähe und Distanz und der Reflexion bestehender Machtverhältnisse, zu Beschwerdemöglichkeiten sowie zu klaren Abläufen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung.
Dazu gehören auch Regelungen zum erweiterten Führungszeugnis, zur Teamarbeit, zum Umgang mit Fotos und digitalen Medien sowie zur Nutzung von Räumen und Übernachtungssituationen.
Erarbeitet wurden die Leitlinien auf Grundlage bereits bestehender Regelungen und Konzepte. Diese wurden in Gesprächen mit hauptamtlich und ehrenamtlich Mitarbeitenden erörtert, ausgewertet und zusammengeführt. Dabei wurden auch Veränderungsbedarfe erhoben sowie veränderten rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung getragen.
„Die Leitlinien sind nicht nur ein Regelwerk, sondern ein gemeinsamer fachlicher Orientierungsrahmen“, betont Uwe Pöppler, Leiter des Fachbereichs Familie, Jugend und Soziales beim Landkreis Marburg-Biedenkopf. „Besonders wichtig war uns, die Erfahrungen und Bedarfe der ehrenamtlich Engagierten einzubeziehen. Sie tragen die Angebote gemeinsam mit den hauptamtlichen Mitarbeitenden und sind für gelingende Jugendarbeit unverzichtbar“, so Pöppler.
Ergänzend zu den Leitlinien sind weitere praxisnahe Arbeitsmaterialien entstanden, die insbesondere die ehrenamtlich Mitarbeitenden in ihrer Arbeit unterstützen. Dazu zählen beispielsweise in einem Handbuch zusammengefasste Handreichungen, Checklisten und Materialien wie eine Verhaltensampel, mit denen Teams konkrete Situationen besprechen und gemeinsame Haltungen entwickeln können.
Die Leitlinien und Arbeitsmaterialien sollen regelmäßig überprüft, weiterentwickelt und an neue Herausforderungen angepasst werden. Damit setzt der Landkreis Marburg-Biedenkopf auf einen fortlaufenden Prozess, der Schutz, Beteiligung und Qualität in der Jugendarbeit dauerhaft stärken soll.
„Die Zusammenarbeit im Jugendhilfeausschuss zwischen Verwaltung, freien Trägern und in der Jugendhilfe engagierten Institutionen, verläuft seit vielen Jahren hervorragend zum Wohle der Kinder und Jugendlichen im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der fachliche gemeinsame Austausch, ist dabei ein zentraler Aspekt, der immer wieder zu herausragenden Ergebnissen führt, wie bei der neuen Leitlinie“, so Werner Hesse, Vorsitzender des Jugendhilfeausschuss im Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Ausführliche Informationen zu den Arbeitsfeldern und verschiedenen Angeboten der Jugendförderung finden sich online unter: www.lkmb.de/jugend (Öffnet in einem neuen Tab).