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Pressemitteilung 133/2026

29.04.2026

„Monroe Mach 1.07“: Rechnen fast in Schallgeschwindigkeit – Schnelle Rechenmaschine ist das Exponat des Monats Mai im Hinterlandmuseum

Hier war ein findiger Ingenieur am Werk: Die Rechenmaschine „Monroe Mach 1.07“ wurde von Gustav Schenk entwickelt. Gebaut wurde sie von 1962 bis 1966. Jetzt ist ein Exemplar im Hinterlandmuseum zu sehen.

Marburg-Biedenkopf – Mit der „Monroe Mach 1.07“ rückt im Mai eine besonders schnelle Rechenmaschine in den Fokus des Hinterlandmuseum. Das elektrisch betriebene Gerät wurde ab 1952 vom Ingenieur Gustav Schenk entwickelt und ist Teil der Sonderausstellung „Wasser & Strom – Entwicklung der öffentlichen Versorgung in der Region“. Zu sehen ist das Exponat während der regulären Öffnungszeiten.

Das Hinterlandmuseum im kreiseigenen Schloss Biedenkopf zeigt aktuell die Sonderausstellung „Wasser & Strom ¬– Entwicklung der öffentlichen Versorgung in der Region“. Neben älteren Objekten mit Handbetrieb werden auch neuere, elektrisch betriebene Geräte ähnlicher Funktion präsentiert. Dieser Vergleich macht den technischen Fortschritt anschaulich. 

Genau in dieses Spannungsfeld passt auch das Exponat des Monats Mai: eine elektrisch betriebene mechanische Rechenmaschine. Konstruiert wurde sie vom Ingenieur Gustav Schenk, der einen lokalen familiären Bezug hat: Seine Mutter Hermine Heinzerling stammte aus Biedenkopf, wo sie 1871 geboren wurde und später bis zu ihrem Tod 1947 zeitweise wieder lebte. Gustav Schenk selbst wurde 1898 in Frankfurt geboren. Er starb 1985.

Ab 1952 entwickelte Gustav Schenk eine neuartige Rechenmaschine. Von 1959 an wurde sie zunächst unter dem Namen „Ultra 804“ von einer Schweizer Firma produziert. Ab 1962 übernahm die amerikanische Firma Monroe die Fertigung in ihrem Werk in Amsterdam. Mit dem Namen „Mach 1.07“ wurde gezielt auf die hohe Geschwindigkeit des Geräts angespielt. 

Technisch setzte die Maschine Maßstäbe: Als Vierspeziesmaschine konnte sie alle vier Grundrechenarten ausführen – und erstmals auch vollständig drucken. Das Multiplizierwerk arbeitete mit 800 Takten pro Minute und galt damit als außergewöhnlich schnell. 

Mit einem Preis von 2.995 D-Mark im Jahr 1966 war die Mach 1.07 eine Investition. Laut Werbung stand sie trotzdem bei Neuanschaffungen in Büros „stets an erster Stelle“. Bis 1972 wurden rund 400.000 Maschinen verkauft. Das ausgestellte Modell trägt die Seriennummer 202.539 und wurde vor 28 Jahren von der Tochter von Gustav Schenk dem Hinterlandmuseum gestiftet.

Ab 1967 wurde die Maschine als Modell „M 570“ mit verändertem Gehäuse weiter produziert. Noch um 1970 galt sie als konkurrenzfähig gegenüber den neu aufkommenden elektronischen Systemen wie Taschenrechnern. Diese Systeme setzten sich jedoch schnell durch: 1972 wurde die Produktion der Monroe eingestellt. Ein noch schnellerer Rechenautomat mit 2.000 Takten pro Minute, ebenfalls von Schenk entwickelt, kam nicht mehr zur Umsetzung.

Zu sehen ist das Exponat des Monats Mai dienstags bis sonntags, sowie an Feiertagen, jeweils von 10 bis 18 Uhr im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf. Der Eintritt kostet für Erwachsene 4,00 Euro, für Kinder bis 14 Jahre 2,50 Euro.

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