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Pressemitteilung 112/2026

07.04.2026

100 Tage „Hinterland-Klinik“: Akteure ziehen positives Zwischenfazit – Landrat Jens Womelsdorf und Geschäftsführer Konstantin von Heydwolff blicken optimistisch in die Zukunft / Erste Investitionen angestoßen

Landrat Jens Womelsdorf (re.) und Geschäftsführer Konstantin von Heydwolff ziehen nach 100 Tagen ein positives erstes Zwischenfazit und schauen mit Optimismus in die Zukunft der „Hinterland-Klinik“.

Marburg-Biedenkopf – Der Landkreis Marburg-Biedenkopf ist seit 1. Januar 2026 und damit seit fast 100 Tagen der neue Träger des Krankenhauses in Biedenkopf. Landrat Jens Womelsdorf und Geschäftsführer Konstantin von Heydwolff ziehen ein positives Zwischenfazit und schauen mit Optimismus in die Zukunft der „Hinterland-Klinik“. Positive Entwicklungen gibt es unter anderem bei den Mitarbeitenden. Auch Investitionen sind bereits angestoßen worden.

Mit einem einstimmigen Beschluss des Kreistages im September 2025 hatte der Landkreis das insolvente ehemalige DRK-Krankenhaus Biedenkopf übernommen und führt den Betrieb unter dem Namen „Hinterland-Klinik“ fort. Geschäftsführer der dafür gegründeten Betriebsgesellschaft ist Konstantin von Heydwolff.

„Mit der Übernahme haben wir als Landkreis Verantwortung für die Klinik, deren Weiterbetrieb und damit für die Gesundheitsversorgung in der Region übernommen“, betont Landrat Jens Womelsdorf. Ein Ziel der Übernahme sei stets gewesen, die Klinik wieder in ruhigeres Fahrwasser zu führen. Um sie dann auf lange Sicht wo nötig weiterzuentwickeln und für die Zukunft zu erhalten. „Genau an diesem Punkt sind wir gerade. Dadurch, dass der Kreis die Zukunft der Klinik gesichert hat, kann nun in Ruhe an der Weiterentwicklung gearbeitet werden“, sagt Womelsdorf. Mit Konstantin von Heydwolff habe der Kreis einen erfahrenen Fachmann dafür gefunden. Die Zusammenarbeit sei gut und verlaufe reibungslos. Die Übernahme sei auch ein wichtiges Signal für die Mitarbeitenden gewesen, da die lange Phase der Ungewissheit bedingt durch das Insolvenzverfahren des DRK Kreisverbandes Biedenkopf – der das Krankenhaus zuvor führte – vorüber sei. Wichtig ist Womelsdorf, dass die Übernahme des Krankenhauses eine für den gesamten Landkreis wichtige Entscheidung war, unter anderem wegen der Verflechtung der Krankenhäuser im Landkreis.

Das bestätigt auch Geschäftsführer von Heydwolff. „Die Zahl der Mitarbeitenden entwickelt sich positiv. So konnten wir in den ersten Monaten einige Neueinstellungen vornehmen, die Bewerbungssituation sei gut – auch in Bezug auf aktuell noch laufende Bewerbungsgespräche. „So wird es auch möglich sein, in den nächsten Monaten die Leiharbeitskräfte allmählich zu reduzieren“, erklärt er. In der Klinik sind aktuell rund 220 Menschen beschäftigt. Die Stimmung bei den Mitarbeitenden sei gut, das decke sich auch mit der Einschätzung des Betriebsrates. „Die Motivation ist hoch und alle wollen nun wieder nach vorne schauen und die Klinik voranbringen. Wieder Ruhe zu haben und eine klare Perspektive tragen zu der positiven Stimmung mit bei“, macht der Geschäftsführer deutlich. Rückmeldungen aus der Bevölkerung würden ebenfalls zeigen, dass die Erleichterung über die Fortführung des Krankenhauses groß sei.

Neue Betten sollen Komfort für Patientinnen und Patienten deutlich steigern

Auch die ersten Investitionen seien inzwischen angestoßen worden, berichtet Konstantin von Heydwolff. So sollen alle Betten auf den Stationen durch vollständig elektrische Betten ausgetauscht werden. Dies biete zum einen große Vorteile für die Patientinnen und Patienten, da diese zum Beispiel per Handbedienung ihre Liegeposition jederzeit selbstständig anpassen können. Aber auch das Pflegepersonal profitiere erheblich von der Umstellung, da körperlich schwere Arbeit beim Umlagern und Aufrichten von Patientinnen und Patienten bei solchen Betten wesentlich leichter ist. In einem ersten Schritt sollen 20 Betten angeschafft werden.

Zudem möchte der Geschäftsführer intern Abläufe vereinfachen und neu strukturieren, um die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen. So beispielsweise auch im IT-Bereich, indem noch stärker auf Digitalisierung als bisher gesetzt werde. Aber nicht nur die Betten, auch die medizinische Ausstattung soll erweitert und moderner werden, beispielsweise in der zentralen Notaufnahme und Intensivstation: Dafür sollen zwei neue, mobile EKG-Monitore/ Defibrillatoren beschafft werden, die mit denen in den Rettungswagen kompatibel sind. So können die Werte des Patienten beziehungsweise der Patientin dauerhaft und ohne Unterbrechung überwacht werden, die Daten können nahtlos übertragen werden. Ein großer Vorteil, wenn in einem Notfall jede Sekunde zählt. Denn ein EKG (Elektrokardiogramm) misst die elektrischen Aktivitäten des Herzens, also Herzrhythmus und Herzfrequenz. Für die neuen Betten sowie die geplanten Defibrillatoren und Monitore investiert das Krankenhaus etwa 100.000 Euro. Auch mit dem Einbau der neuen radiologischen Anlage wurde begonnen, sodass die Klinik in den nächsten Monaten eine neue und moderne Röntgenanlage wird nutzen können. Hierfür investiert die Klinik rund 300.000 Euro. Sobald die Anlage nutzbar ist, werde man im Detail darüber informieren, so von Heydwolff.

Fallzahlen liegen leicht über denen des Vorjahres

Die Zahl der behandelten Fälle lag von 1. Januar bis Ende März bei rund 950 Fällen, ein Plus von rund drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Durchschnitt waren 46 Betten belegt, in der Spitze knapp 60 Betten.

Tragende Säule sei wie nach wie vor die Innere Medizin, häufigste Diagnose für die stationäre Aufnahme seien Bluthochdruck und Herzinsuffizienz sowie Atemwegserkrankungen gewesen, so der Geschäftsführer. Hinzu kämen außerdem Harnwegsinfekte. In Bezug auf die Innere Medizin habe es seit dem Trägerwechsel jedoch keine großen Veränderungen bei den Belegzahlen gegeben. Dies hänge auch damit zusammen, dass die Klinik belegärztlich arbeitet und somit auch die Belegärztinnen und -ärzte die größten Zuweiser seien. Ein Belegarzt ist ein niedergelassener Facharzt, der seine Patientinnen und Patienten auch stationär im Krankenhaus behandelt, ohne dort angestellt zu sein. In der Gesamtbetrachtung der Fälle im Krankenhaus werde auch deutlich, dass es sich vor allem um ältere Menschen handle. Der Anteil der über 65-jährigen läge bei über 60 Prozent, das Durchschnittsalter der behandelten Patienten lag bei knapp 70 Jahren. „Das verdeutlicht auch einen weiteren Grund der Fortführung des Krankenhauses durch den Kreis: kurze Wege zur Klinik für die Menschen im Einzugsgebiet der Klinik, insbesondere natürlich das Hinterland und die benachbarten Gebiete. Das ist gerade auch bei älteren Menschen ein großer Vorteil“, macht Landrat Womelsdorf deutlich.

Im Fokus der kommenden Monate steht auch die Analyse der Anpassung der Krankenhausreform des Bundes, dem sogenannten Krankenhaus-Reformanpassungsgesetz, die kürzlich verabschiedet wurde. Ein Aspekt der Reform ist die finanzielle Unterstützung von Krankenhäusern auch im ländlichen Raum, die ihre Strukturen anpassen müssen. Nun gelte es, sich mit den Anpassungen im Detail auseinanderzusetzen und zu identifizieren, was dies konkret für die Klinik bedeuten kann, so Womelsdorf und von Heydwolff. Im Jahr 2026 stehe die Stabilisierung des Klinikbetriebes im Fokus, zudem soll die Medizinstrategie für das Jahr 2027 im zweiten Halbjahr 2026 entwickelt werden.

Mit einem einstimmigen Beschluss des Kreistages im September 2025 hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf das insolvente Krankenhaus Biedenkopf zum 1. Januar 2026 übernommen und führt den Betrieb unter dem Namen „Hinterland-Klinik“ fort. In diesem Jahr steht die Stabilisierung des Klinikbetriebes im Fokus, zudem soll die Medizinstrategie für das Jahr 2027 entwickelt werden.

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