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Pressemitteilung 051/2026

24.02.2026

Lotsinnen bieten Unterstützung für junge Familien – Neugeborenen-Lotsendienst am Marburger Uni-Klinikum hat Arbeit aufgenommen

Der Folg hat viele Eltern: (v. li.) Rahel Drüen (Landkreis Marburg-Biedenkopf), Landrat Jens Womelsdorf, Marburgs Bürgermeisterin Nadine Bernshausen, Neugeborenen-Lotsin Monika Ellenberger, Dr. Sylvia Heinis (Geschäftsführung UKGM), Dr. Siegmund Köhler (Leitender Arzt der Geburtshilfe am UKGM), Neugeborenen-Lotsin Claudia Plociennik, Julia Burk (Stadt Marburg) und Katherine Grabolle (Hessisches Familienministerium) freuen sich über den Start des Neugeborenen-Lotsendienstes.

Marburg-Biedenkopf – Ein neuartiges Angebot der frühen Hilfen zur Unterstützung junger Familien am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) hat in Marburg-Biedenkopf die Arbeit aufgenommen: Der Neugeborenen-Lotsendienst (NeLoDi). Ziel des Projekts ist es, werdende Eltern und Familien mit Neugeborenen frühzeitig zu erreichen und ihnen in der neuen Lebenssituationen passgenaue Hilfe anzubieten. Projektpartner sind der Landkreis Marburg-Biedenkopf, die Universitätsstadt Marburg, das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) in Marburg sowie das hessische Familienministerium.

Durch die enge Zusammenarbeit von Gesundheitswesen sowie Kinder- und Jugendhilfe soll der Übergang zu weiteren vorbeugenden Hilfsangeboten erleichtert und so frühzeitiger Kinderschutz gewährleistet werden. 

Die zunehmenden Belastungen junger Familien, wie etwa fehlende Sozial- oder Familienstrukturen, finanzielle Notlagen, besondere Schwierigkeiten in der Alleinerziehung, Zuwanderungserfahrungen und andere Herausforderungen sind wahrnehmbar. Nicht alle Familien verfügen über ausreichende Ressourcen, diese Belastungen zu kompensieren und somit am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Hilfen in Form von Beratungs- und Unterstützungsangeboten, die möglichst frühzeitig, zum Beispiel schon während einer Schwangerschaft, greifen, können hier gegensteuern. Jedoch finden nicht alle Familien eigenständig den Weg zu den entlastenden Hilfsangeboten. Dies gilt insbesondere für Familien, die sich in ausgeprägten Belastungssituationen befinden.

„Genau hier möchten wir eine Schnittstelle etablieren. Der NeLoDi ist ein wegweisendes Projekt, das sehr früh ansetzt, um junge Familien in ihrer ersten Lebensphase zu begleiten und zu entlasten“, sagte Landrat Jens Womelsdorf bei der Vorstellung des Projekts am Marburger Klinikum. Durch die Anbindung an das UKGM könne eine Lücke in der Präventionskette geschlossen und viele Familien mit Babys erreicht werden.

„Wir möchten den Familien nicht nur medizinische Versorgung bieten, sondern auch psychosoziale Unterstützung und Hilfsangebote aufzeigen, damit sie gut in das Familienleben starten können. Der Neugeborenen-Lotsendienst dient also der Prävention und der Gesundheitsförderung von jungen Familien und neugeborenen Kindern im Sinne eines vorbeugenden Kinderschutzes“, ergänzte Marburgs Bürgermeistern Nadine Bernshausen.

Brücke zwischen medizinischer Betreuung und sozialen Angeboten

Auch Dr. Siegmund Köhler, leitender Arzt der Geburtshilfe am UKGM in Marburg, betonte die Bedeutung des Projekts: „Der Neugeborenen-Lotsen Dienst schafft eine notwendige Brücke zwischen der medizinischen Betreuung unter der Geburt in der Klinik und den sozialen Angeboten und familiären Strukturen im Alltag danach. Man möchte glauben, dass in unserer multimedialen Welt der Übergang von einer Partnerschaft in eine Familie gut organisierbar ist. Aber das Gegenteil ist der Fall. Viele Mütter, Väter, Eltern sind nach der Geburt, in der neuen Situation alleingelassen und überfordert.“ Der Neugeborenen Lotsen Dienst könne durch seine Vermittlerrolle zwischen Bedürfnissen der Eltern und Angebote aus Stadt und Landkreis Sicherheit schaffen. „Er trägt wesentlich zur Verbesserung der Frauen- und Neugeborenen-Gesundheit bei. Wir freuen uns sehr am UKGM Marburg diesen Dienst jetzt anbieten zu können“, machte Dr. Köhler deutlich.

„Wir tun gemeinsam etwas Gutes – für Eltern, für Kinder, für Familien. Und wir tun es sichtbar“ sagte auch Katherine Grabolle vom hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege.

Der Neugeborenen-Lotsendienst wird von den beiden Lotsinnen Monika Ellenberger und Claudia Plociennik umgesetzt. Die pädagogischen Fachkräfte werden entweder schon vor der Geburt des Kindes oder direkt danach noch in der Klinik mit den Eltern Kontakt aufnehmen, um deren psychosoziale Bedürfnisse zu erkennen und sie an die passenden Unterstützungsangebote weiterzuvermitteln. Diese Angebote umfassen unter anderem Beratungsstellen, Projekte wie „Steps“ und „Menschenskind“, Austausch- und Vernetzungsangebote für die Familien sowie Frühförderstellen und weitere Netzwerkpartner aus den Bereichen Frühe Hilfen und Kinderschutz. Diese Angebote sind niedrigschwellig und reichen von Gruppentreffen bis zu langfristiger Unterstützung. Die Lotsinnen freuen sich, mit ihrer Arbeit einen Beitrag zum präventiven Kinderschutz und zur Stärkung der Familien zu leisten: „Es ist uns ein Anliegen, Familien in einer besonders sensiblen Phase ihres Lebens nicht allein zu lassen!“

Das Projekt, das von der Universitätsstadt Marburg, vom Landkreis Marburg-Biedenkopf und vom Land Hessen gefördert wird, stellt ein niedrigschwelliges, freiwilliges und kostenfreies Angebot dar. Die Lotsinnen arbeiten dabei eng mit den bestehenden Netzwerken der Frühen Hilfen zusammen und können auf ein breites Spektrum an lokalen Unterstützungsangeboten zurückgreifen.

 „Die Lotsinnen stehen in engem Austausch mit den Netzwerkkoordinierenden der Frühen Hilfen und sind aktive Mitglieder im Netzwerk Frühe Hilfen. Dadurch wird die Zusammenarbeit in diesem Netzwerk weiter gestärkt und ausgebaut. So können wir sicherstellen, dass Familien eine möglichst individuelle und passgenaue Unterstützung erhalten“, sind sich Bürgermeisterin Bernshausen und Landrat Womelsdorf einig.

Wissenschaftliche Evaluation begleitet Projekt

Das Projekt wird durch eine wissenschaftliche Evaluation begleitet, die es ermöglicht, den Erfolg und die Wirksamkeit des Angebots zu messen und gegebenenfalls weiter zu verbessern. Das UKGM übernimmt neben der Koordination des Lotsendienstes auch die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Projekts. 

Hintergrund:

Der Neugeborenen-Lotsendienst ist ein Projekt der Universitätsstadt Marburg und des Landkreises Marburg-Biedenkopf im Rahmen der Frühen Hilfen. Das Projekt wurde 2021 angestoßen und ist nun dank der Fördermittel des Landes Hessen für die Prävention und den Kinderschutz realisiert worden. Die Lotsinnen sind in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen lokalen Akteuren und Institutionen tätig und stellen sicher, dass Familien schnell und unbürokratisch Hilfe erhalten.

Am UKGM in Marburg sind im Jahr 2025 bei 1.994 Geburten insgesamt 2.038 Kinder zur Welt gekommen (die Differenz ergibt sich aus Mehrlingsgeburten).

 

Ein neuartiges Angebot der frühen Hilfen zur Unterstützung junger Familien am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) hat in Marburg-Biedenkopf die Arbeit aufgenommen: Der Neugeborenen-Lotsendienst (NeLoDi). Ziel des Projekts ist es, werdende Eltern und Familien mit Neugeborenen frühzeitig zu erreichen und ihnen in der neuen Lebenssituationen passgenaue Hilfe anzubieten.

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