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Pressemitteilung 004/2026

14.01.2026

Damit der Weg zur Grundschule Fronhausen noch sicherer wird – Schulmobilitätsplan mit 29 Maßnahmen ist erarbeitet

(v.l.): Nils Becker (Landkreis), Adrian Krutsch (Ordnungsamt), Bürgermeisterin Claudia Schnabel, Schulleiterin Marion Wagner, der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Peter Neidel sowie Theresa von Malotki (Landkreis) stellen den neuen Schulmobilitätsplan für die Grundschule Fronhausen vor. Die Schranke im Vordergrund ist Teil des Konzeptes, um die Verkehrssicherheit auf dem Schulgelände zu erhöhen. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Marburg-Biedenkopf – Ein neuer Schulmobilitätsplan soll den Weg zur Grundschule Fronhausen für die rund 300 Schülerinnen und Schüler noch sicherer und angenehmer machen. Das Konzept mit 29 Maßnahmen zeigt dafür Ansatzpunkte und Handlungsmöglichkeiten, beispielsweise bei der Infrastruktur und im Hinblick auf sogenannte Elterntaxis. Den Plan hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf als Schulträger in Zusammenarbeit mit der Gemeinde, dem „Fachzentrum Schulisches Mobilitätsmanagement“ des Landes Hessen sowie der Schule erarbeitet. 

„Ein sicherer Schulweg ist die Grundvoraussetzung dafür, dass Kinder eigenständig und mit Freude zur Schule kommen können. Der neue Mobilitätsplan für die Grundschule Fronhausen zeigt, wie durch die enge Verzahnung von Pädagogik, Verkehrsplanung und kommunalem Engagement echte Verbesserungen entstehen. Wir investieren hier nicht nur in Verkehrssicherheit, sondern fördern auch die Selbstständigkeit der Kinder“, betont der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Peter Neidel.

Rund ein Dreivierteljahr lang haben Schulleitung, Eltern, Kinder und die Verwaltung gemeinsam mit dem Fachbüro „Sweco“ die aktuelle Situation umfassend analysiert. Die Herausforderungen in Fronhausen sind unter anderem das weitläufige Einzugsgebiet: Knapp 70 Prozent der Kinder kommen daher mit dem Bus zur Schule. Für die Kinder aus dem Kernort Fronhausen, von denen etwa dreiveiertel zu Fuß gehen, prägen hingegen schmale Gehwege das Bild, hinzu kommt der Verkehr durch Elterntaxis.

Die zentralen Ergebnisse und Maßnahmen im Überblick:

Das Konzept zeigt unterschiedliche Stellschrauben in verschiedenen Bereichen auf, an denen sich für noch mehr Sicherheit und Komfort drehen lässt:

Ein Hauptfokus liegt darauf, Elterntaxis im direkten Schulumfeld zu reduzieren, da sie oft für unübersichtliche Verkehrssituationen sorgen. Geplant ist deshalb, spezielle Zonen für das Holen und Bringen der Kinder außerhalb des sensiblen Schulbereichs auszuweisen.

Durch verstärkte Geschwindigkeitskontrollen – unter anderem in der Gladenbacher- und Bergstraße – sowie eine konsequente Durchsetzung des Einfahrverbots auf den Schulhof soll das Unfallrisiko minimiert werden. Hier konnte mit der Einrichtung der Schranke am Schulgelände bereits ein erster Erfolg erzielt werden, sodass der Schulhof nicht mehr mit dem privaten Auto befahren werden kann.

Ein neuer, digitaler Schulwegplan ersetzt zudem das zehn Jahre alte Vorgängermodell. Er zeigt Schülern und Eltern die sichersten Routen und markiert „Aufmerksamkeitspunkte“, an denen besondere Vorsicht geboten ist.

Weil die Mehrheit der Kinder aus den umliegenden Ortsteilen wie Niederwalgern, Bellnhausen oder Wolfshausen pendelt, wird die bestehende Busschule vertieft, um das Sicherheitsgefühl und Verhalten im Bus zu verbessern.

Auch an die Infrastruktur wird gedacht: 29 Maßnahmensteckbriefe adressieren diesbezüglich konkrete Herausforderungen und Handlungsoptionen. Darunter die Prüfung neuer Fußgängerüberwege an der Gießener Straße oder die Neuordnung des Parkens im Salzbödener Weg, um die Querung zur Betreuungseinrichtung sicherer zu machen.

Nachdem die Maßnahmen mithilfe des Planes identifiziert wurden, kann es nun in die Umsetzung gehen. Bei einem geplanten Arbeitstreffen sollen erste Maßnahmen priorisiert werden.

Bürgermeisterin: Sichere Schulwege haben für Gemeinde Priorität

„Sichere Schulwege haben für die Gemeinde Fronhausen höchste Priorität. Mit dem Schulmobilitätsplan haben wir nun eine klare Roadmap, um bauliche Mängel und verkehrliche Gefahrenpunkte Schritt für Schritt abzuarbeiten“, macht Fronhausens Bürgermeisterin Claudia Schnabel deutlich.

„Unser Ziel ist, dass jedes Kind sicher ankommt. Durch den Plan konnten wir alle Verantwortlichen an einen Tisch holen und Lösungen entwickeln, die genau auf unsere engen Straßen und die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten sind“, sagt Schulleiterin Marion Wagner. Das Konzept haben die Beteiligten im Rahmen des Programmes „Besser zur Schule“ des Landes Hessen erarbeitet. Der Kreis hatte die Schule auf die Unterstützungsmöglichkeit durch das Programm aufmerksam gemacht.

Das beteiligte Fachzentrum Schulisches Mobilitätsmanagement ist die zentrale Anlaufstelle des Landes, um den Verkehr von und zur Schule sicherer, gesünder und umweltfreundlicher zu gestalten. Es wurde 2018 ins Leben gerufen und wird im Auftrag des hessischen Verkehrsministeriums von der ivm GmbH (Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain) betrieben. Die SWECO wurde vom ivm mit dem Schulmobilitätsplan Fronhausen beauftragt, hat den Prozess gestaltet und den Schulmobilitätsplan letztlich auch fertiggestellt.

Hintergrund: „Besser zur Schule“

Das Programm des Landes Hessen unterstützt Schulen und Kommunen dabei, Mobilität nachhaltiger und sicherer zu gestalten. Die Grundschule Fronhausen ist eine der Vorreiterinnen im Landkreis, die den Prozess in der intensivsten Stufe als „Schulmobilitätsplan Plus“ durchlaufen hat. Die Nahmobilitätskoordination des Landkreises unterstützt im Anschluss bei der Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen aus dem Konzept. Geplant ist außerdem ein Austauschformat mit den Schulmobilitätsbeauftragten, sodass gemeinsam Ideen entwickelt werden können.

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