Marburg-Biedenkopf – Seit 1. Januar 2026 wird das ehemalige DRK-Krankenhaus in Biedenkopf unter dem neuen Namen „Hinterland-Klinik“ und in Trägerschaft des Landkreises Marburg-Biedenkopf von der „Hinterland-Klinik gGmbH“ fortgeführt. Dieser Wechsel wird symbolisch auch durch ein neues Logo deutlich. Landrat Jens Womelsdorf und der neue Geschäftsführer Konstantin von Heydwolff haben das Logo am Dienstag, 6. Januar, zusammen mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Peter Neidel, Mitgliedern des Aufsichtsrates und dem Kreistagsvorsitzenden Detlef Ruffert am Haupteingang der Klinik enthüllt.
Drei Mitarbeitende der Klinik erhielten zudem eine Auszeichnung für ihr Mitwirken an der Gestaltung des neuen Motivs und des Slogans.
„Das neue Logo macht den Neustart auch symbolisch deutlich. Besonders schön finde ich, dass sich zahlreiche Mitarbeitende an der Gestaltung beteiligt haben – auch ein Zeichen dafür, dass weiter eine hohe Identifikation mit der Klinik besteht. Das ist gut und wichtig. Nun gilt es, optimistisch in die Zukunft der Klinik zu blicken“, betont Landrat Jens Womelsdorf.
Anfang November seien die Mitarbeitenden der Klinik von der Geschäftsführung aufgerufen worden, Vorschläge für ein neues Logo sowie einen möglichen Slogan zu machen, erklärt Konstantin von Heydwolff. Diese seien bis November gesammelt worden, anschließend habe eine Jury die insgesamt 29 Vorschläge bewertet und dann gemeinsam ausgewählt. Die mit dem Druck beauftragte Firma habe dem Design dann noch den Feinschliff verpasst. Eine Auszeichnung gab es jeweils in den Kategorien Slogan, Farbgebung sowie Motiv. In der Kategorie „Slogan“ wurde Nadja Trenker ausgezeichnet, für die Farbgebung erhielt Jakob Metz eine Auszeichnung und für das Motiv/Design Erika Meyer.
Was auf dem neuen Logo zu sehen ist
Auf dem neuen Logo ist neben dem spitzen Dach auch der Turm von Schloss Biedenkopf zu sehen. Daneben steht der Schriftzug „Hinterland-Klinik Biedenkopf“. Mit der Schlange um das „i“ und dem damit stilisierten Äskulapstab soll der Bezug zur Medizin hergestellt werden.
„Mit dem Schloss wollen wir den Bezug zu Biedenkopf und der Region zeigen, denn die Klinik ist natürlich ein wichtiger Teil davon“, betont von Heydwolff. Ein geschwungener Berg unter der blauen Silhouette solle zudem für Dynamik sorgen, erklärt er: „Und damit auch unseren eigenen Anspruch zum Ausdruck bringen, nämlich schwungvoll und dynamisch zu sein“. Der Buchstabe „i“ im Wort Hinterland wird im Logo durch einen stilisierten Äskulapstab ersetzt und zeigt somit, dass es sich um eine medizinische Einrichtung handelt. Der Äskulapstab (ein Stab mit einer Schlange) ist das weltweite, antike Symbol für Heilkunde, Medizin und Pharmazie. Es repräsentiert den griechischen Gott der Heilkunst Asklepios, während die Schlange für Heilkraft, Wachsamkeit und Verjüngung steht. In dieser Form ist das Logo auch an der Tür am Haupteingang der Klinik zu sehen.
Auch eine Variante mit Slogan gibt es und kann bei Bedarf zum Einsatz kommen, so zum Beispiel vor dem Haupteingang. Hier steht dann unter dem Logo noch „Verwurzelt in der Region – verbunden mit den Menschen!“. Das unterstreiche noch einmal den Bezug zur Region, so von Heydwolff: „Damit soll nochmal verdeutlicht werden, dass wir insbesondere auch für die Menschen im Hinterland da sind und umgekehrt auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort ihre Heimat haben“.
Der Kreistagsvorsitzende Detlef Ruffert betonte, der einstimme Beschluss des Kreistages bezüglich der Übernahme des Krankenhauses durch den Kreis sende ein wichtiges Signal an die Menschen: „Es zeigt Zusammenhalt für einen lebenswerten Landkreis“, so Ruffert. Zudem lobte er die unermüdliche Arbeit der Kreisverwaltung, die für die Übernahme nötig war.
Hintergrund: Kreis Marburg-Biedenkopf ist seit 1. Januar Träger des Krankenhauses
Mit einem einstimmigen Beschluss des Kreistages hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf zum 1. Januar 2026 das ehemalige DRK-Krankenhaus Biedenkopf übernommen und führt den Betrieb unter dem Namen „Hinterland-Klinik“ fort. Geschäftsführer der dafür gegründeten Betriebsgesellschaft ist Konstantin von Heydwolff. Die Übernahme der Trägerschaft des Krankenhauses soll insbesondere die bedarfsgerechte medizinische Versorgung im Hinterland gewährleisten. Der DRK Kreisverband Biedenkopf, der das Krankenhaus bisher betrieb, war in finanzielle Schieflage geraten und musste Ende 2023 die Insolvenz anmelden. Der Weiterbetrieb des Krankenhauses stand auf der Kippe und lief unter Federführung eines Insolvenzverwalters weiter. Um den Krankenhausbetrieb zu sichern, hatte sich der Kreis bereits 2024 und 2025 – abgesichert durch entsprechende Beschlüsse des Kreistages – dazu bereit erklärt, im laufenden Insolvenzverfahren die Defizite, die aus dem Krankenhausbetrieb entstanden sind, auszugleichen. Im Jahr 2024 stellte der Landkreis daher bereits rund 3,6 Millionen Euro zur Verfügung. Im Jahr 2025 waren rund 5,1 Millionen Euro dafür vorgesehen. Für 2026 sind weitere 3 Millionen Euro kalkuliert. Die zwischenzeitlichen Bemühungen des Insolvenzverwalters bei der Suche nach einem möglichen privaten Interessenten für die Übernahme des Krankenhauses waren nicht erfolgreich, sodass schließlich die Übernahme des Krankenhauses in Biedenkopf durch den Kreis erforderlich wurde.