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Pressemitteilung 403/2022

04.07.2022

7. Radtour für Organspende führt von Marburg nach Kirchhain – Gespendete Niere schenkt seit 37 Jahren wertvolle Lebenszeit

Bei der siebten Radtour für Organspende in Marburg und im Landkreis Marburg-Biedenkopf werben rund 50 Teilnehmer*innen gemeinsam mit Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und dem Kreisbeigeordneten Roland Petri für den Organspendeausweis.

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG DER UNIVERSITÄTSSTADT MARBURG UND DES LANDKREISES MARBURG-BIEDENKOPF

Marburg. Ein Mensch, der sich für eine Organspende entschieden hat, kann bis zu sieben Leben retten. Eines dieser Leben ist das von Monika Bäcker vom Förderverein Organspende, die seit 37 Jahren mit einer gespendeten Niere lebt. Gemeinsam mit 50 weiteren Radler*innen war sie am Samstag Teilnehmerin der Radtour für Organspende von Marburg nach Kirchhain. Gut sichtbar machen sie damit auf ein lebensrettendes Thema aufmerksam. 

„Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland steht einer Organspende positiv gegenüber – allerdings tragen viele von ihnen keinen Organspendeausweis mit sich“, erklärt Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Darüber hinaus gibt es viele Menschen, die sich mit dem Thema Organspende nie beschäftigt haben und schlicht deshalb bislang keine Entscheidung darüber getroffen haben. Deswegen ist es sehr wichtig, dass wir in der Öffentlichkeit immer wieder auf dieses wichtige Thema aufmerksam machen.“ 

OB Spies und der Kreisbeigeordnete Roland Petri dankten dem Förderverein Organspende dafür, dass dieser immer wieder das Thema in den Fokus rücke – nun mit der siebten Auflage der Radtour für Organspende von Marburg nach Kirchhain, die der Förderverein organisiert, unterstützt vom Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Universitätsstadt Marburg.  „Wir freuen uns, wenn der Förderverein heute viele Menschen erreicht, damit sie sich mit dem Thema beschäftigen – und vielleicht auch einen Organspendeausweis mit nach Hause nehmen und nach wohlüberlegter Entscheidung ausfüllen und mit sich tragen“, so Petri bei der Begrüßung der Radfahrer*innen auf dem Marburger Marktplatz. „Wer sich für eine Organspende entscheidet, gibt ein Stück von sich weiter und schenkt Jahre, Jahrzehnte des Weiterlebens“, verdeutlichte OB Spies. Nicht wenige Menschen würden sterben, während sie auf ein Organ warten. 

Monika Bäcker vom Förderverein Organspende lebt dank einer Nierenspende. Sie organisiert die Radtour gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Vereins. Bisher wurden ihr 37 Lebensjahre geschenkt. Auch andere Teilnehmer*innen der Radtour hatten Schilder dabei mit großen Zahlen – den Lebensjahren, die sie dank eines gespendeten Organs seither erhalten haben. „Mit einem Organspendeausweis kann man übrigens auch entscheiden und festhalten, dass man keine Organe spenden muss. Die Entscheidung ist die Hauptsache!“, betonte sie. 

Die Zahl der Organspenden ist laut Bäcker in der Zeit von Januar bis Mai 2022 deutlich zurückgegangen: Rund 23 Prozent weniger Organe seien in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gespendet worden. In Deutschlang wurden 2021 insgesamt 2979 Organe transplantiert, es gab 933 postmortale Organspender. Am Uniklinikum in Marburg gab es im vergangenen Jahr sieben Organspender. 

Ziel der „Radtour für Organspende“ ist es, die Bevölkerung auf das Thema aufmerksam machen und über Organspende und -transplantation zu informieren und aufzuklären. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gaben zuletzt 2020 in einer Befragung 82 Prozent der Menschen an, generell eine eher positive Einstellung zur Organ- und Gewebespende zu haben. 62 Prozent gaben an, dass sie eine persönliche Entscheidung für oder gegen eine Spende getroffen haben – nur 44 Prozent haben ihre Entscheidung auch dokumentiert. Laut BZgA ist der Organspendeausweis die am häufigsten genutzte Möglichkeit, die persönliche Entscheidung für oder gegen eine Organspende zu dokumentieren. Fast die Hälfte der Personen, die bislang noch keine Entscheidung getroffen haben, begründen dies damit, sich bisher zu wenig mit der Frage beschäftigt zu haben. 

Damit mehr Menschen sich mit der Frage beschäftigen, gibt es nicht nur eine Radtour, sondern auch Informationsstände entlang der Route. Los ging es am Samstag am PHV Dialysezentrum in Cappel, zunächst zum Marktplatz in Marburg. Dort gab es etwa Infostände des Vereins Lebertransplantierte Deutschland. Weiter ging es dann nach Wehrda, wo Menschen an weiteren Infostände mehr zum lebensrettenden Thema erfuhren. Ziel der Radtour war schließlich die Dialysepraxis Dr. Küllmer/Trebst in Kirchhain.


Hintergrund
(Quelle: BZgA)
Die meisten Patient*innen, die auf der Warteliste für ein Spenderorgan stehen, warten auf eine Nierentransplantation (7388), einige auf eine kombinierte Transplantation von mehreren Organen. 2020 wurden etwa 4.900 Personen neu auf die Warteliste aufgenommen. 767 Personen auf der Warteliste sind 2020 verstorben. 2020 gab es in Deutschland 913 postmortale Organspender*innen, 19 weniger als im Vorjahr. 2017 gab es bundesweit 797 Menschen, die nach ihrem Tod Organe gespendet haben. Das war der niedrigste Stand seit 20 Jahren.

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