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Pressemitteilung 537/2021

10.09.2021

Kreis fördert barrierefreie Bus-Haltestellen – 100-Haltestellen-Programm nimmt Fahrt auf / Bisher 116.000 Euro an Zuschüssen für Kommunen bewilligt

Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow, Busfahrer Christian Linzmayer und Amöneburgs Bürgermeister Michael Plettenberg (von links) freuen sich, dass die Umbauarbeiten im Sinne der Barrierefreiheit, darunter auch der Bordstein, an der Bus-Haltestelle „Kirche“ in Rüdigheim nun abgeschlossen sind. In Kombination mit einem Niederflurbus, also einem Bus mit abgesenktem Einstiegsbereich, ist somit ein erleichterter Ein- und Ausstieg für Fahrgäste möglich. Zudem weist eine taktile Bodenmarkierung für Menschen mit einer Sehbehinderung den Weg zur Bustür.

Marburg-Biedenkopf – Der Landkreis Marburg-Biedenkopf fördert die Planungskosten für den barrierefreien Ausbau von bis zu 100 Bus-Haltestellen im Kreisgebiet mit jeweils bis zu 4.000 Euro. Bisher wurden bereits 31 Anträge auf Zuschüsse in einer Höhe von insgesamt rund 116.000 Euro bewilligt.

Das Personenbeförderungsgesetz sieht vor, dass der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) bis zum 1. Januar 2022 vollständig barrierefrei sein muss. Das gilt für den Einstieg in den Bus oder die Bahn, aber darüber hinaus beispielsweise auch für die Zugangswege, den Zugang zum Fahrplanangebot und die jeweilige Wartegelegenheit.

Für den barrierefreien Ausbau der jeweiligen Haltestelle verantwortlich ist der sogenannte Baulastträger. Innerorts sind das in aller Regel die Kommunen. Das Land Hessen fördert die entsprechenden Bauarbeiten mit bis zu 85 Prozent. Dazu gehören allerdings nicht die Kosten für die zunächst notwendigen Planungen. Hier springt der Landkreis mit finanzieller Unterstützung ein.

„Abgesehen von der gesetzlichen Verpflichtung wollen wir eine Barrierefreiheit schon allein deshalb erreichen, um das Nahverkehrsangebot bei uns im Landkreis für wirklich alle nutzbar und damit interessanter zu machen. Zumal die Arbeiten sich nicht nur für die Menschen mit Einschränkungen positiv auswirken. Auch Eltern mit Kinderwagen und beispielsweise Pendler, die ihr Rad mitnehmen möchten, werden hierdurch bessere Voraussetzungen vorfinden“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow. Dementsprechend unterstütze man die Kommunale Familie gerne mit der Förderung der Planungskosten.

„Das 100-Haltestellen-Programm, mit dem der Landkreis die Planungskosten bezuschusst, ist als flächendeckende, kreisweite Förderung für einen barrierefreien Haltestellenausbau in Zusammenarbeit mit Kommunen bundes- und hessenweit wohl ziemlich einzigartig. Zudem ist das ein wichtiger Schritt zum im aktuellen Nahverkehrsplan formulierten Ziel, die Nutzung des ÖPNV für alle Generationen so leicht und attraktiv wie möglich zu machen“, so Zachow weiter.

Bereits gebaut wurde und wird unter anderem in der Stadt Amöneburg. Dort finden in dem Stadtteil Roßdorf an den Haltestellen „Lindenstraße“ und „Am See“ sowie in Mardorf an den Haltestellen „Auf dem Ganzacker“ und „Flurscheide“, dem Stadtteil Rüdigheim

an der Haltestelle „Kirche“ sowie im Steinweg in der Kernstadt Arbeiten statt. Der Kreis hat die entsprechenden Planungen der Stadt Amöneburg mit über 23.000 Euro unterstützt.

„Barrierefreiheit im ÖPNV ist gerade auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und einer Verkehrswende ein wichtiges Thema. Das betrifft aber nicht nur die Haltestellen und Busse selbst, sondern auch den Weg dahin. Daher denken wir Barrierefreiheit im ÖPNV ganzheitlich“, sagte Amöneburgs Bürgermeister Michael Plettenberg.

Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow, Amöneburgs Bürgermeister Michael Plettenberg und Hans-Christian Herrmann, Geschäftsführer des Verkehrsunternehmens ALV, (von links) demonstrieren die ausklappbare Rampe eines Niederflurbusses, also eines Busses mit abgesenktem Einstiegsbereich, an der umgebauten Haltestelle „Rüdigheim Kirche“. So können auch Menschen, die beispielsweise einen Rollstuhl oder Rollator nutzen, barrierefrei in den Bus ein- oder aussteigen.
Die Bushaltestelle „Rüdigheim Kirche“ in Amöneburg ist in beide Fahrtrichtungen barrierefrei umgebaut. Neben des leichteren Einstiegs in den Bus durch den neuen Bordstein in Kombination mit Niederflurbussen, also Bussen mit abgesenktem Einstiegsbereich, weist eine taktile Bodenmarkierung für Menschen mit Sehbehinderung den Weg zur Tür des Busses.

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