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Pressemitteilung 305/2021

06.06.2021

Radtour macht auf das Thema Organspende aufmerksam – Arbeitskreis wirbt für Entscheidung und Ausweis

Corona-bedingt fand am Tag der Organspende nur eine kleine Tour statt. Aber die Organisatoren der „Radtour für Organspende" wollten zumindest ein Signal setzen - mit prominenter Unterstützung aus Stadt und Landkreis: Beim Start der Runde durch Marburg vor dem Landratsamt kamen (von links nach rechts versetzt) Landrätin Kirsten Fründt, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Konrad Keßler, Manfred Wiegand und Martin Ronzheimer, Dr. Nils Ludwig vom Gesundheitsamt, Tour-Organisator Klaus Zinnecker, Monika Bäcker und Birgit Heitmann-Keßler zusammen.

Marburg-Biedenkopf – Der erste Samstag im Juni ist in Deutschland der Tag der Organspende. Um dieses Thema stärker in die Öffentlichkeit zu tragen, hat der Förderverein Organspende Marburg e.V. in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Universitätsstadt Marburg alljährlich eine „Radtour für Organspende“ organisiert. Corona-bedingt konnte, wie bereits 2020, auch in diesem Jahr keine größere Veranstaltung stattfinden. Zumindest eine kleine Gruppe absolvierte aber am Samstag eine symbolische Tour durch Marburg.

Eine große Mehrheit der Deutschen spricht sich für eine Organspende aus. Die Zahl derer, die ihre Entscheidung dazu dokumentiert haben und zum Beispiel einen Organspende-Ausweis mit sich tragen, ist seit 2010 zwar kontinuierlich gestiegen, lag aber 2018 erst bei etwa 39 Prozent. Im selben Jahr gab es bundesweit 955 Organspenderinnen und -spender – was einer Statistik von 38 auf eine Million Einwohnerinnen und Einwohner entspricht. Im Jahr 2019 waren es 932 Spenderinnen und Spender, 2020 nur noch 913. Demgegenüber steht die Zahl von 9.400 Menschen, die auf der Warteliste für ein Spenderorgan stehen. Die meisten von ihnen brauchen eine neue Niere. 

„Auch wenn es in diesem Jahr nur eine kleine Runde ist - es ist gut, dass die Tour stattfindet, damit wir auf die Belange von Menschen aufmerksam machen, die eine Organspende benötigen", sagte Landrätin Kirsten Fründt vor dem Landratsamt in Marburg. Sie betonte auch, wie wichtig es sei, dass es den Förderverein Organspende noch gebe - viele andere Strukturen seien durch Corona weggebrochen. "Unser Landkreis ist nur so bunt, vielfältig und lebenswert, wie er eben ist durch das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen", so Fründt weiter. Auch Marburg Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies war gekommen, um die Aktion zu unterstützen. Der Organisator der „Radtour für Organspende" Klaus Zinnecker bedankte sich für die Unterstützung und hofft, dass im kommenden Jahr wieder eine richtig große Tour gefahren werden kann. 

Mittlerweile existiert die gemeinsame Initiative des Landkreises Marburg-Biedenkopf und der Universitätsstadt Marburg „Gesundheit fördern – Versorgung stärken“ mit insgesamt zehn Präventions- und Versorgungsnetzwerken zu verschiedenen Themen. Ein Netzwerk ist der Arbeitskreis Organspende. Darin vertreten sind der Landkreis Marburg-Biedenkopf, die Stadt Marburg (Gesunde Stadt Marburg), der Förderverein Organspende Marburg e.V. (Hilfsgemeinschaft für Transplantierte und Dialysepatienten), das Transplantationszentrum der Universitätsklinik Gießen-Marburg (Standort Marburg), die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) und die Selbsthilfegruppe Dialysepatienten und Transplantierte Mittelhessen e.V. 

Unter der Moderation des Gesundheitsamtes sprechen die Mitglieder des Arbeitskreises beispielsweise über Maßnahmen, mit denen man die Bevölkerung über die Möglichkeit der Organspende aufklären kann. Die „Radtour für Organspende“ soll öffentlichkeitswirksam Werbung für das Thema machen. Vor Ort können sich Interessierte über die Organspende und -transplantation informieren und aufklären. „Auch wenn die Tour in diesem Jahr noch nicht wieder in einem großen Rahmen stattfinden kann, ist es uns wichtig, ein Signal zu setzen und das Thema ins Bewusstsein zu bringen“, betonte Landrätin Kirsten Fründt. 

Die zweite Vorsitzende des Fördervereins Organspende e.V., Monika Bäcker, formuliert eine deutliche Bitte: „Dokumentieren Sie Ihre Entscheidung, indem Sie einen Organspende-Ausweis ausfüllen und bei sich tragen. Sprechen Sie auch im Familien- und Freundeskreis über Ihre Entscheidung. Das hilft den Angehörigen, die bei einer eventuellen Organspende gefragt werden. Durch das Geschenk der Organspende eines einzigen Organspenders können bis zu sechs andere Menschen gerettet werden.“ 

„Auf einem Organspende-Ausweis kann jeder seine Erklärung zur Spende schriftlich dokumentieren. Grundsätzlich kann man einer Spende von Organen und Geweben uneingeschränkt zustimmen, die Spende beschränken oder einer Spende widersprechen. Einen Organspende-Ausweis auszufüllen schafft also Klarheit“, erläutert der Arzt Dr. Nils Ludwig, der für das Gesundheitsamt die Arbeit des Arbeitskreises Organspende koordiniert. 

Der Förderverein Organspende e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht, nierenkranken Menschen und ihren Angehörigen in ihrer krankheitsbedingten Situation als Mitpatienten zu helfen. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig jeden 2. Donnerstag im Monat ab 18.30 Uhr – derzeit finden die Treffen digital statt. Nähere Informationen gibt es unter www.selbsthilfe-niere-marburg.de (Öffnet in einem neuen Tab) – eine Kontaktaufnahme ist über die Mail-Adresse Infoselbsthilfe-niere-marburgde möglich. Den Arbeitskreis Organspende erreicht man über eine Mail an die Adresse LudwigNmarburg-biedenkopfde.

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