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Pressemitteilung 221/2021

21.04.2021

Neue Schranken schützen Amphibien bei Wanderung – Nächste Straßensperrung zwischen Roth und Niederwalgern / Probleme mit Vandalismus

Landrätin Kirsten Fründt und Weimars Bürgermeister Peter Eidam freuen sich über die neue Schrankenanlage, die abends und nachts Amphibien bei ihrer Frühjahrswanderung schützt.

Marburg-Biedenkopf – Zwei neue Schranken an den Ortsausgängen von Roth und Niederwalgern machen die Kreisstraße 59 zwischen den beiden Weimarer Ortsteilen abends und nachts derzeit nicht befahrbar. Damit sollen Amphibien während ihrer Frühjahrswanderung geschützt werden. Zuvor gab es nur mobile Absperrungen. Bis maximal Ende April soll die nächtliche Straßensperrung nach derzeitigem Stand noch aufrechterhalten werden. Leider kam es schon zweimal zu Vandalismus an den neuen Schranken. Jedes Frühjahr wandern mehr als 10.000 Erdkröten und Teichmolche über die Kreisstraße, um zum Laichen zu den Martinsteichen zu gelangen.

Landrätin Kirsten Fründt bedankte sich bei allen, die den Amphibienschutz seit Jahren unterstützen. Seit 2014 waren die mobilen Sperrelemente im Einsatz, die neuen Schranken vereinfachen den Ehrenamtlichen des Naturschutzbundes die Arbeit. Trotzdem muss jeden Abend um 19:00 Uhr und jeden Morgen um 6:00 Uhr die Anlage bedient werden. „Es ist für uns eine ganz klare Aufgabe, im Sinne der Biodiversität hier zu handeln“, sagte Fründt und betonte damit die Wichtigkeit des Artenschutzes.

Die Landrätin bedankte sich auch bei der Gemeinde Weimar, mit der die Schranke gemeinsam installiert wurde und die sich ebenfalls schon seit Jahren für den Artenschutz an dieser Stelle einsetzt. Bürgermeister Peter Eidam sagte, die mobile Absperrung sei früher von Autofahrern teils einfach zur Seite geschoben worden. Und auch an den neuen Schranken sei es bereits zu Schäden gekommen: Kurz bevor die Anlage in Betrieb genommen werden sollte, wurden die Schlösser zerstört. Die Gemeinde sorgte für eine rechtzeitige Reparatur, doch nur wenige Tage später gab es erneut Vandalismus. Die Vorfälle wurden zur Anzeige gebracht.

Bürgermeister Eidam und Landrätin Kirsten Fründt warben für Akzeptanz in der Bevölkerung für die Sperrung, die ja nur abends und über Nacht sei. Der Umweg über Wenkbach betrage schließlich auch nur etwas mehr als eine Minute. Eidam sagte aber auch, dass das ökologische Bewusstsein in den vergangenen Jahren allgemein gestiegen sei.

Zählungen noch aus den Jahren vor der mobilen Sperrung hatten gezeigt, dass bis zu 3.000 Erdkröten und 8.000 Teichmolche zu den Martinsteichen wandern. Sie kehren zum Laichen zu ihrem Ursprungsgewässer zurück, wo sie auch selbst geschlüpft sind. Um dorthin zu gelangen, überqueren sie nachts relativ zeitgleich und damit in großer Zahl die Straße. Fahrende Autos sorgen beim Überfahren der Tiere für einen Unterdruck, der den Tod der Amphibien bedeutet, selbst wenn die Reifen sie verfehlen.

Der Lebensraum der Amphibien ist bedroht. Auch die trockenen Sommer bereiten den Tieren Probleme. Wie alle Arten haben auch Erdkröten und Teichmolche eine wichtige Bedeutung als Räuber und Beute. Damit sind sie als Teil der Nahrungskette ein unverzichtbarer Baustein der Umwelt, der geschützt werden muss.

Kalte Nächte und Schnee hatten in den vergangenen Wochen dafür gesorgt, dass die Amphibien in diesem Jahr später gewandert sind als in anderen Frühjahren.

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