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Pressemitteilung 358/2020

13.08.2020

Finanzielle Unterstützung für die Dorf- und Regionalentwicklung – Förderprogramme machen ländlichen Raum attraktiver

Freuen sich gemeinsam über die Förderbescheide für die Dorf- und Regionalentwicklung (v.l.n.r., vorne nach hinten): Julian Schweitzer (Bürgermeister Bad Endbach, Vorsitzender Region Lahn-Dill-Bergland e. V.), der Kreisbeigeordnete Manfred Hoim, Umweltministerin Priska Hinz, sowie Gudrun Scheld (hessisches Umweltministerium), Marion Klein (Region Lahn-Dill-Bergland e. V.), Thomas Beck (Bürgermeister Angelburg), Ulrich Buddemeier (Fachdienstleiter Kreisentwicklung), Gernot Wege (Bürgermeister Steffenberg) und Marion Messik (Gesundheitsamt Marburg-Biedenkopf).

Marburg-Biedenkopf – Der Kreisbeigeordnete Manfred Hoim und die hessische Umweltministerin Priska Hinz haben gemeinsam fünf Förderbescheide in einer Höhe von rund 342.000 Euro an heimische Betriebe und Projekte zur Unterstützung übergeben. Die Gemeinde Münchhausen erhielt von Ministerin Hinz außerdem einen Anerkennungsbescheid für die Teilnahme der Gemeinde an dem hessischen Dorfentwicklungsprogramm. 

„Die Ziele, die sich die jetzt mit Förderbescheiden bedachten Kommunen stecken, sind ein tolles Beispiels dafür, wie vielfältig und engagiert sich die Menschen hier für die Attraktivität der Region einsetzen und auch bereit sind, dafür Geld zu investieren“, stellte Landrätin Kirsten Fründt im Vorfeld des Termins fest. Dieses Engagement auf der einen Seite und die Unterstützung durch verschiedene Förderprogramme auf der anderen Seite zeigten auch, dass der ländliche Raum sehr lebendig und agil sei und großes Entwicklungspotenzial besitze. 

Die Gemeinde Münchhausen ist eine von 18 Kommunen, die in diesem Jahr Teil des hessischen Dorfentwicklungsprogramms werden. Für die Umsetzung verschiedener Projekte und Maßnahmen stehen diesen Kommunen bis zum Jahr 2027 jährlich circa 35 Millionen Euro an Fördermitteln von EU, Bund und Land zur Verfügung. 

Von diesen Fördermitteln profitiert jetzt auch die Gemeinde im Nordkreis. Denn in Münchhausen stehen in naher Zukunft grundlegende Veränderungen an: Mit der Fertigstellung der Ortsumgehung im Jahr 2023 verringert sich das zuletzt sehr hohe Verkehrsaufkommen in den Ortsdurchfahrten in Münchhausen und Simtshausen. 

Gleichzeitig verbessert sich die Erreichbarkeit der Gemeinde. Im touristischen Bereich wird die Kommune durch die geplante Umfunktionierung der alten Bundesstraße zu einem Radschnellweg und damit einer deutlicher Aufwertung des Lahn-Eder-Radwegs an Attraktivität gewinnen. Wichtige Themen werden in Zukunft auch der zunehmende Leerstand, die Steigerung der Wohn- und Arbeitsqualität oder die Situation junger Familien und Jugendlicher in den Ortsteilen werden. Dem trägt die Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm Rechnung. Die Gemeinde will gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgern Fördergelder daher auch dazu nutzen, sich mit wichtigen Zukunftsfragen zu befassen sowie Lösungs- und Umsetzungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Die Gesamtlaufzeit des Dorfentwicklungsprojektes geht bis 2027, im Frühjahr 2022 geht es in die Umsetzungsphase. 

Auch bereits für konkrete Projekte fließen Fördergelder in die Kommune: Das Dorfgemeinschaftshaus in Münchhausen-Wollmar erhält eine Fassadensanierung für insgesamt rund 31.000 Euro. Über 18.400 Euro aus Landesmitteln werden der Gemeinde dafür zur Unterstützung bereitgestellt. „Die Sanierung am Dorfgemeinschaftshaus trägt zu einem attraktiveren Ortsbild bei. Zudem sind die Dorfgemeinschaftshäuser nach wie vor eine Keimzelle des Zusammenlebens in den Dörfern“, sagte Manfred Hoim als Vertreter des Kreisausschusses bei der Übergabe des Bescheids am Dorfgemeinschaftshaus. 

Für den Ausbau den Landhotels Lahnbrücke im Lahntaler Ortsteil Caldern erhielt Stephan Honnef einen Förderbescheid in Höhe von rund 88.500 Euro. Über 57.000 Euro stammen dabei aus EU-Mitteln, über 30.000 Euro steuert das Land bei. Bereits im Jahr 2016 hat Stephan Honnef das ebenfalls mit Leader-Mitteln geförderte „Landhotel Lahnbrücke Caldern“ direkt am Radweg R 2 eröffnet. In Verbindung mit der benachbarten Gaststätte mit Biergarten ist das Projekt ein Erfolg. Die Übernachtungsnachfragen sind so hoch, dass nun auf dem benachbarten Grundstück ein An- und Neubau entstehen soll, der weitere Appartements und Zimmer bietet. Für Rezeption und Hausverwaltung wird außerdem mindestens eine neue Vollzeit-Stelle entstehen. „Mit der Förderung werden Tourismus und Erholungsmöglichkeiten in der Region nachhaltig gestärkt und neue Arbeitsplätze geschaffen“, sagte Manfred Hoim. Die Kosten für das Vorhaben liegen insgesamt bei über 312.000 Euro. 

Die Region Lahn-Dill-Bergland erhält einen Zuschuss in Höhe von über 150.000 Euro für verschiedene Einzelprojekte. Die Mittel stammen aus dem gemeinsam von Bund und Ländern getragenen Programm „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“. Im Jahr 2020 umfasst die Förderung im Lahn-Dill-Bergland insgesamt 15 Einzelprojekte, die von der Gestaltung von Freizeitanlagen über die Anschaffung technischer Ausstattung bis hin zu der Schaffung von Dorftreffpunkten reichen. Mit dem Regionalbudget sollen kleinere, ortsangepasste Vorhaben in einem vereinfachten Verfahren unterstützt werden. Die Gesamtkosten der Vorhaben liegen bei insgesamt über 221.000 Euro. 

Einen Zuschuss in Höhe von 54.000 Euro aus EU-Mitteln erhält die Region Lahn-Dill-Bergland außerdem für die Finanzierung der anfallenden Personalkosten für das Projektmanagement der Mountainbike-Touren im Lahn-Dill-Bergland Naturpark. Die Gesamtkosten liegen bei 90.000 Euro. „Das Mountainbike wird in Deutschland von Jung und Alt genutzt. Um eine nachhaltige und naturverträgliche Entwicklung des Gebietes gewährleisten zu können, sollen im Naturpark Strecken umgesetzt werden, durch die eine attraktive Nutzung sowie eine gezielte Lenkung der Radfahrenden erfolgen kann“, erklärte Hoim. Denn seit einigen Jahren steige die Nachfrage nach attraktiven Mountainbike-Strecken im Naturpark-Lahn-Dill-Bergland stetig an. 

Auch die Gemeinden Angelburg und Steffenberg können sich über Fördermittel für ein gemeinsames Projekt freuen: EU und Land fördern dort mit rund 30.555 Euro eine Machbarkeitsstudie. Damit soll die Möglichkeit eines Gesundheitszentrums im Gansbachtal geprüft werden. Die Gesamtkosten des Vorhabens liegen insgesamt bei fast 52.000 Euro. In den Kommunen Angelburg und Steffenberg besteht derzeit Handlungsbedarf in der ärztlichen Versorgung: In dieser Region sind bereits ärztliche Sitze weggefallen, das Durchschnittsalter der Ärztinnen und Ärzte ist mit 62 Jahren hoch. „Um die Attraktivität der Kommunen Angelburg und Steffenberg für junge Ärztinnen und Ärzte zu steigern, sind Investitionen in Räume und Personal notwendig. Eine Möglichkeit für ein nachhaltig attraktives Angebot könnte ein regionales Gesundheitszentrum sein“, sagte der Kreisbeigeordnete. Diese Option könne nun mit der Studie umfassend geprüft werden, die Chancen und Risiken eines solchen Gesundheitszentrums analysiere und eine Entscheidungsgrundlage schaffe.

Auch Stephan Honnef (2.v.l.) bekam vom Kreisbeigeordneten Manfred Hoim einen Förderbescheid für den Ausbau seines Landhotels überreicht. Stefanie Auer (1.v.l.) vom Fachdienst Kreisentwicklung und Svenja Sauerwald (Region Burgwald Ederbergland e.V.) freuen sich mit.
Umweltministerin Priska Hinz, Bürgermeister Peter Funk und der Kreisbeigeordnete Manfred Hoim bei der Bescheidübergabe im Bürgerhaus in Münchhausen-Wollmar.

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